Zsuzsa Nyari mobilisiert Handball-Nachwuchs


Der Name Zsuzsa Nyari ist im Stormarner Handball ein Begriff. Die vielfache ungarische Nationalspielerin - Krönung ihrer Laufbahn war der Gewinn einer Silbermedaille und die Berufung ins All-Star-Team bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul - hat über Jahre hinaus die Fans in der Zweitliga-Mannschaft des VfL Oldesloe mitgezogen.

Im VfL ist sie auch als Trainerin eingestiegen, anfangs als Spielertrainerin und seither als Alleinverantwortliche der ersten Frauen-Mannschaft. Wie stark sie inzwischen mit dem Handballsport hier verbunden ist, zeigte sich, als sie trotz verlockender Angebote den Oldesloern treu blieb, nachdem es mit dem "Profi"-Handball im VfL vor einem Jahr wenig rühmlich zuende ging.

Ihre Wurzeln in der Stormarner Kreisstadt sind inzwischen nicht nur im Leistungsbereich verankert. Vielmehr widmet sich die ausgebildete Sportlehrerin auch intensiv der Förderung des Handballnachwuchses. Jugendmannschaften im VfL trainiert und betreut sie schon viele Jahre. Das war und ist auch stets Bestandteil ihrer Verträge. Darüber hinaus engagiert sich Zsuzsa Nyari im Schulsport. Vor drei Jahren rief sie eine Arbeitsgemeinschaft (AG) Handball in der Masurenwegschule ins Leben (das Foto zeigt die Personen, die maßgeblich an diesem Projekt beteiligt waren, Zsuzsa Nyari, Peter Stäcker, Jörg Fischer als leitender Sportlehrer der Schule und Rektor Welz). Die erfreut sich beständiger Beliebtheit und hat regen Zulauf.

Angespornt von dem Erfolg hat Zsuzsa Nyari mit Beginn dieses Schuljahres ihr Betätigungsfeld erweitert. Eine Handball-AG unter ihrer Regie gibt es seither auch an der Integrierten Gesamtschule (IGS). Das hat sich bis zur anderen Seite der Grabauer Straße herumgesprochen. Eine Mädchengruppe der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) ist mittlerweile mit der Bitte an sie herangetreten, auch dort aktiv zu werden. Der Bitte wird die Ungarin in Kürze entsprechen. Auch für weitere Anfragen anderer Oldesloer Schulen ist Zsuzsa Nyari offen sofern ihr Terminplan und die Stundenpläne/Hallenzeiten der Schulen das hergeben. Dabei ist ihre Bereitschaft, Interessenten die Grundbegriffe des Handballs zu vermitteln, nicht auf das weibliche Geschlecht beschränkt. Auch Schüler sind in den Arbeitsgemeinschaften herzlich willkommen.

Allerdings ist das Angebot von den Jungen bislang noch nicht in größerem Ausmaß angenommen worden. Deshalb war das erste Oldesloer Handball-Schulturnier, das Zsuzsa Nyari mit Unterstützung der Handball-Abteilung des VfL Oldesloe kurz vor den Osterferien aufzog, ausschließlich zehn Mädchen-Mannschaften vorbehalten. Bei dem Wettkampf in der Stormarnhalle gab es eine Reihe spannender Spiele. Eindrucksvoll demonstrierten die Talente, wie viel Lehrstoff ihnen die Ungarin schon vermittelt hat. In der Stufe der Klassen fünf bis acht errang das Team der Masurenwegschule einen überlegenen Sieg vor der zweiten Mannschaft der Theodor-Storm-Schule und der TMS.

In der Stufe der Klassen neun bis zwölf hatten gleich zwei TMS-Teams die Nase vorn. Allerdings nur durch die bessere Tordifferenz gegenüber der ersten Mannschaft der IGS, die mit beiden punktgleich war. Alle Sieger und Platzierten wurden mit wertvollen Sachpreisen belohnt, die eine Reihe von Sponsoren spendiert hatte.

Viele Mädchen haben über die AG inzwischen auch in den vereinsgebundenen Handball gefunden. Neben dem VfL Oldesloe profitieren davon auch der SV Preußen Reinfeld, der VfL Rethwisch und der SV Sülfeld. Auf diese Vielfalt legt Zsuzsa Nyari auch besonders großen Wert, denn ihre Schulaktivitäten gelten dem Handballsport im Allgemeinen. Sie will nicht in den Ruf geraten, anderen Vereinen Spielerinnen abzuwerben. "Wenn allerdings jemals von sich aus ausdrücklich den Wunsch äußert, auch im Vereinssport bei mir zu trainieren, ist er im VfL natürlich herzlich willkommen", steckt die Ungarin den Rahmen ab.

Stormarner Tageblatt

Eine Bemerkung am Rande, die ich mir nach der Lektüre dieses Artikels schuldig war:

Nach Beendigung der Saison 1999/2000 verließ Zsuzsa Nyari nach dem ersten Angebot eines Zweitligavereins den VfL Oldesloe - schnell und schmerzlos. Die Damen wurden durch diese Aktion in ein Tal der Tränen gestürzt, viele Spielerinnen verließen den Verein und man hatte Mühe, überhaupt eine Mannschaft zusammenzustellen. Das ist leider im Sport heut zur Normaltät geworden, Zusagen werden nur solange gehalten, bis man sie verwirft.

Viel trauriger waren da schon die Kinder. Im Verein besaß Zsuzsa noch den Mut, sich kurz zu verabschieden - auch hier wurde ein ehrgeiziges Projekt zu den Akten gelegt, Jugendliche und Kinder frühzeitig an den Handballsport zu binden, um eventuell später einmal an alte Zeiten anknüpfen zu können. Die heutigen Übungsleiter haben nicht annähernd die Fähigkeiten, Kinder entsprechend auszubilden, es ist mehr eine Beschäftigungstherapie geworden.

Ganz traurig aber waren die, die in den Schulen auf Zsuzsa gewartet haben. Hätte ihnen nicht irgendwann ein Sportlehrer erzählt, das Zsuzsa den VfL Oldesloe verlassen hat, sie würden wahrscheinlich heute noch warten. Verabschiedet hat sie sich jedenfalls nicht, weder bei den Kindern noch bei den Partnern. Und das ist ein ganz mieser Stil.

Auch ich habe eine persönliche Meinung dazu, die ich aber nicht öffentlich aussprechen werde. Ich habe sehr gerne mitgeholfen, dieses Projekt zu installieren und auszubauen, die Kinder hatten einen Riesenspaß bei der Sache, das hat gezählt. Sie hätten eine bessere Behandlung verdient gehabt.

Peter Stäcker

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