Harter Job für Handball-Frauen


Als der SV Werder Bremen vor laufenden Kameras die "Deutsche Fußballmeisterschaft" feierte, nervte Manager Willi Lembcke die Sportredakteure des Fernsehens mit penetranter Schleichwerbung. Was Willi Lembcke kann, können wir auch, mögen sich Claus Schilk und Thomas Gloth gedacht haben. Trainer und Co-Trainer des Handball-Zweitligisten VfL Oldesloe haben für die kommende Saison nicht nur ehrgeizige sportliche Ziele gesteckt (Bundesliga-Aufstieg) - die Marketing Methoden brauchen schon heute keinen Vergleich mehr zu scheuen.Schwitzen vor der Kamera.

So gestaltete sich der erste offizielle Pressetermin für die Spielerinnen als harte Arbeit.

Bei prallem Sonnenschein und zusätzlich installierten Scheinwerfern wurde ein Mannschaftsfoto arrangiert, auf dem nicht nur die Spielerinnen, sondern natürlich auch die Sponsoren zur Geltung kommen sollen.Ob Trikotwerbung, Hotel im Hintergrund, italienisches Automobil, Sporttaschen und Ballhersteller - unter der Regie eines routinierten Fotografen und von Co-Trainer Thomas Gloth, der Ausgefeilt bis ins letzte Detail in der Männer-Bundesliga einschlägige Werbe-Erfahrungen gesammelt hat, wurde solange an dem offiziellen Mannschaftsfoto gefeilt, bis auch das letzte Detail stimmte - und alle fördernden Unternehmen werbewirksam in Erscheinung traten.

Zweieinhalb Stunden - länger als ein Handballspiel - dauerte die Prozedur, für die die Spielerinnen extra ihre Uhren abbinden mussten, um unerwünschte Lichtreflexe zu vermeiden. "Eigentlich bräuchten wir nur noch einen Maskenbildner", ulkten einige Spielerinnen anfangs. Am Ende waren alle "Handball-Modells" froh, als die Foto-Sitzung beendet war. Neuzugang Nana Conde vom TSC Berlin wird noch einige Tage an ihren "Einsatz" im VfL-Trikot erinnert werden. Sie klemmte sich auf der Suche nach der richtigen Foto-Position an der Autotür die Finger.
Nach dem anstrengenden Fototermin hatte Trainer Claus Schilk ein Einsehen mit seinen "Handball-Models": Im Oldesloer Kurparkstadion verzichtete er auf das geplante Lauftraining. Statt dessen genehmigten sich Trainer, Spielerinnen und Fotografen eine kühle Limonade.

Spezielle Angebote für die Fans. Der VfL Oldesloe bietet für die kommende Punktspiel-Saison wieder einen Dauerkarten-Service an. Die elf Heimspiele in der Stormarnhalle auf einem reservierten Sitzplatz kosten DM 100. Alternativ besteht für die Fans die Möglichkeit, Mitglied im Förderkreis "Freunde des VfL" zu werden: Für DM 200 pro Jahr gibt es freien Eintritt zu den Punktspielen sowie einer Pokalbegegnung. Zusätzlich erhalten die Förderkreis-Mitglieder vom Verein einen exklusiven Aufkleber sowie diverse Fan-Utensilien und eine spezielle Mitgliedskarte.

Ahrensburger Zeitung 18.8.1993

 

Neuzugänge beim VfL Oldesloe wecken hohe Erwartungen


Rückraumspielerin Nana Conde (29) vom TSC Berlin ist eine von sechs Neuzugängen, mit denen Trainer Claus Schilk in der kommenden Saison in der Spitzengruppe der zweiten Liga ein gewichtiges Wort mitreden möchte. Vom gleichen Verein wechselte Juniorinnen-Nationalspielerin Ivonne Grimm (19) zum VfL Oldesloe. Mit Cathrin Köhncken vom TSV Nord Harrislee wurde eine weitere, erfahrene Rückraumspielerin verpflichtet.

"Ich glaube, wir haben uns im Rückraum gut verstärkt, so dass wir von hinten mehr Tore erzielen werden", gründete Schilk seinen Optimismus nicht zuletzt auf die Neuzugänge. Ebenfalls neu, Kreisläuferin Vanessa Schack, Torhüterin Silke Schwöbken und Linksaußen Kathrin Behncke, die alle vom VfL Bad Schwartau gekommen sind.

Nach dem Weggang von Andrea Hasenberg (Karriere beendet) und Mona Münstermann (ETV Hamburg) hat Schilk nun 15 Spielerinnen im Kader. "Damit haben wir gute personelle Voraussetzungen für die kommende Spielzeit", so der Coach. Hart wird der Existenzkampf in der zweiten Bundesliga allemal: Von derzeit drei Staffeln (Nord, Mitte und Süd mit jeweils zwölf Mannschaften) wird eine Liga am Saisonende komplett aufgelöst.. In der Spielzeit 1994 / 95 wird es daher nur noch zwei Staffeln (a 14 Mannschaften) geben. Das Minimalziel des VfL Oldesloe ist Platz sieben - schon der achte Platz bedeutet Abstieg in die Regionalliga.

In der Vorbereitung absolviert der VfL nur ein Testspiel in Stormarn., Am 26. August spielt das Team gegen eine Frauen-Kreisauswahl in Trittau.


Handball - Skandal: Hausmeister sperrt die Mädels aus


Noch vier Tage bis zum Saisonstart. Oldesloes Handballerinnen müssen im Pokal nach Goslar. Danach geht's in der 2. Liga los. Prima? Denkste! In Oldesloe spielt der Hausmeister nicht mit. Seine Kapriolen könnten den Mädels sogar den Aufstieg versauen.
Tatort Heinrich-Vogler-Halle. Trainingsauftakt. Die Halle ist zu. Die VfL-Mädels klopfen verzweifelt. Erlösung bringen die Kendo-Kämpfer. Sie öffnen. Hausmeister - ?

Dann der Eklat! Schwartaus Bundesligaspieler Ricardo Protze bringt seine Freundin Ivonne Grimm zum Training. Und will sich von Oldesloes Masseur Malte Gericke wegen einer Oberschenkelverletzung untersuchen lassen. Das passt Hausmeister Dieter Korth nicht. Er legt sich mit Protze an, scheucht ihn aus der Halle. Nach 10 Minuten kommt Ricardo zurück. Der Hausmeister beobachtet alles aus dem Regieraum, dreht Oldesloe kurzerhand das Licht ab. 75 Minuten vor Trainingsende. Danach stürmt er in seine Wohnung. Ein Skandal.VfL-Trainer Claus Schilk ist stinksauer. "Im Juni hat er die Halle abgeschlossen, war nicht auffindbar. Korth wollte uns sogar schon nach Läufen im Freien aussperren. Obwohl wir Hallenschuhe dabei hatten. Außerdem sind seit einem Jahr die Duschen kalt. Unmöglich".

In der Woche müssen die Mädels mit dem "Handball-Tyrannen" leben. Am Wochenende nicht. Schilk:" Da trainieren wir lieber in anderen Gemeinden. Und in Ruhe."

Wolfgang Sliwka - Bild-Zeitung - 14.9.1993


Vermarktung der Oldesloer Handball-Damen
Sport-Marketing-Gesellschaft soll die Weichen für die Bundesliga stellen


Sportlich wollen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe heute abend die erste Weiche für den Bundesliga-Aufstieg stellen mit einem Sieg über den TSV Nord Harrislee. Organisatorisch sind die Verantwortlichen beim VfL schon einen Schritt weiter. Nach langer Vorbereitungszeit wurde in der vergangenen Woche die Oldesloer Sport Marketing GmbH (OSM) ins Leben gerufen.

Hauptziel der neun Gesellschafter, die zusammen DM 50.000 Eigenkapital aufbringen mussten, ist die optimale Vermarktung des ambitionierten Zweitligateams. Auf diese Weise soll der finanzielle Grundstock für den Aufstieg ins Handball-Oberhaus gelegt werden.
Zudem soll die Trennung zwischen Verein und der OSM die Gemeinnützigkeit des VfL Oldesloe absichern. So ist Jürgen Dorn, Handball-Abteilungsleiter des VfL Oldesloe, nicht zufällig Geschäftsführer der neugegründeten Marketing-Gesellschaft. Sein Stellvertreter ist Michael Mittasch.

VfL-Trainer Claus Schilk, bisher sehr erfolgreich bei der Suche nach Spielerinnen und Sponsoren, hatte schon seit längerem gefordert, die Finanzierung und Organisation des Bundesliga-Handballs professioneller zu gestalten.

Im Oktober plant die Oldesloer Sport Marketing eine erste Veranstaltung zum Thema "Sport-Sponsoring", zu der Vertreter mittelständischer Betriebe eingeladen werden sollen. Als Referent kommt ein Vertreter der UFA. Die UFA hat von 1994 an die Fernsehrechte am Bundesliga-Handball erworben.

Bei der Suche nach Spielerinnen und Sponsoren, hatte schon seit längerem gefordert, die Finanzierung und Organisation des Bundesliga-Handballs professioneller zu gestalten.

Im Oktober plant die Oldesloer Sport Marketing eine erste Veranstaltung zum Thema "Sport-Sponsoring", zu der Vertreter mittelständischer Betriebe eingeladen werden sollen. Als Referent kommt ein Vertreter der UFA. Die UFA hat von 1994 an die Fernsehrechte am Bundesliga-Handball erworben.

Für Catrin Köhnken gibt es heute ein Wiedersehen mit ihren ehemaligen Mitspielerinnen. Zwei Jahre spielte die ehemalige Buxtehuderin beim TSV Nord Harrislee. Beim VfL Oldesloe hat die Rückraumspielerin allerdings noch nicht so richtig Tritt fassen können, weil sie aus beruflichen Gründen nicht regelmäßig trainieren kann. Catrin ist Sportredakteurin.

Ahrensburger Zeitung - 2.10.1993


Neuer Aktiv-Posten: Handballerin Ivonne Grimm verstärkt den VfL - Ein Leben rund um Handball


Handball - das war für Ivonne Grimm nur ein Zufall. Mit 12 Jahren nahm eine Freundin sie mit zum Training, und seither bestimmt der kleine Lederball das Leben der 19-jährigen.

Morgen spielt die Berlinerin wieder in den Reihen des VfL, mit ihrem neuen Team will sie gegen die TS Woltmershausen den sechsten Saisonerfolg einfahren. "Ohne Sport kann ich es mir nicht vorstellen."

Seit frühester Jugend dreht sich das Leben von Ivonne Grimm um dieses Hobby: Mit sieben Jahren kam sie zur Leichtathletik, dann mit 12 zum Handball. "Bis dahin wusste ich nicht einmal, dass ich ein Ballgefühl habe. "

Von Beginn an war sie mit ganzem Herzen bei der Sache. In ihrem ersten Punktspiel sah die Anfängerin deshalb sogar die rote Karte." Ich kannte die Regeln nicht so genau und zeigte zuviel Einsatz".

Doch trotz dieses Missgeschicks war eines offensichtlich: Ihr großes Talent. Auf Anhieb bestand die Nachwuchs-Spielerin alle Tests und schaffte den Sprung auf eine Sportschule der ehemaligen DDR - der Anfang eines Lebens rund um den Handball. "Wir hatten mehrmals täglich Training, Die Schule war Nebensache."Mit der Wende änderte sich das: Nicht nur im Sport, auch im Unterricht wurde von nun an Leistung gefordert. 1991 wurde es zusätzlich schwerer, als die Jugendliche in den Kader für die Junioren-WM berufen wurde. "Dauernd hatten wir Lehrgänge und nebenbei Ligaspiele mit dem Verein."

Zwei Jahre lang bereitete sich die blonde Allrounderin auf das große Ereignis vor, verzichtete auf Freizeit und Schule. "Ich habe gleichzeitig in drei Mannschaften gespielt: Im National-Team, in der ersten Liga und in der A-Jugend, mit der ich Deutscher Meister wurde."

Doch trotz des Engagements reichte es nicht für die WM: Im letzten Lehrgang zog sich die junge Spielerin einen Muskelfaserriss zu und fiel für die Titelkämpfe aus. Dennoch hatte die Vorbereitung für die Berlinerin etwas Gutes. Im National-Team lernte sie Marion Werner kennen, knüpfte über sie erste Kontakte zum VfL Oldesloe."Mitentscheidend für den Wechsel war auch die Nähe von Oldesloe an Bad Schwartau", erzählt die Handballerin, denn dort spielt seit drei Jahren ihr Freund Ricardo Protze. Neben den privaten sind auch die beruflichen Voraussetzungen in der Travestadt ideal: Seit August wird die Neu-VfLerin in der Sparkasse Stormarn zu ihrem Wunschberuf Bankkauffrau ausgebildet.

Im VfL-Team hat sich die sympathische junge Frau eingelebt, kommt mit dem Spiel hervorragend zurecht. Schon nach fünf Begegnungen gehört der Zugang zudem fest zur Mannschaft. "Der Wechsel war auf jeden Fall die richtige Entscheidung."

Stormarner Tageblatt - Cordula Rassow - 3.12.1993

 

Handball-Damen des VfL Oldesloe bleiben ungeschlagen
Zweitliga-Tabellenführer - Rätselraten über zuwenig Selbstvertrauen


Auf dem Papier steuern die Damen des VfL Oldesloe in der 2.Liga Nord stramm auf Meisterschaftskurs. Mit 12:0 Punkten behält der Spitzenreiter nach dem 24:21 über Aufsteiger TS Woltmershausen seine makellose Weste. "Wir sind die einzige Mannschaft aus den drei zweiten Ligen, die ohne Verlustpunkte ins neue Jahr geht," sagte VfL-Trainer Claus Schilk. Doch weder Stolz noch überschwängliche Freude schwang in seiner Stimme mit.

Nachdenklich ließ der bärtige Coach die 60 Minuten Revue passieren: "Rätselhaft, warum wir sowenig Selbstvertrauen haben. Wir hätten kräftig etwas für unser Torverhältnis tun können." Dieser Meinung waren seine Spielerinnen ebenfalls - zumindest zu Beginn der zweiten Halbzeit. "So, jetzt mit voller Konzentration weitermachen", feuerte Nana Conde ihre Mitspielerinnen vor dem Wiederanpfiff zum zweiten Durchgang energisch an. Doch das gemeinsame Einschwören am Mittelkreis verfehlte seine Wirkung: der VfL, der 30 Minuten lang stark aufgespielt hatte und mit 15:10 einen komfortablen Pausen-Vorsprung herausgeschossen hatte, verlor ohne Not den Faden und seine spielerische Linie. Zwar geriet der Heimsieg nie ernsthaft in Gefahr, dennoch entschieden die Gäste aus Bremen die zweite Halbzeit für sich, wobei sie durch die Schiedsrichter wahrlich nicht benachteiligt wurden. Zweifelhafte Siebenmeter, aber auch ein 6:3 Verhältnis bei den Zeitstrafen, warfen die TS Woltmershausen bei ihrem Versuch, den Rückstand aufzuholen, immer wieder zurück. "Der Oldesloer Sieg ist aufgrund der ersten Halbzeit verdient. Aber wer weiß, wie es gekommen wäre, wenn wir es einmal geschafft hätten, dichter als bis auf die drei Tore heranzukommen", gab der Gästetrainer Gerd Anton zu bedenken, der während der Partie seinen berechtigten Unmut über die Leistung der Schiedsrichter lautstark Luft gemacht hatte.

Während VfL-Trainer Claus Schilk über die Gründe für die beiden arg verschiedenen Halbzeiten grübelte, hatten seine Spielerinnen zumindest eine Erklärung parat. "Das war schon Wahnsinn, was die Bremer Torhüterin alles gehalten hat", lobte Eike Lange die Torhüterin Heike Mahlmann, die im zweiten Durchgang wohl ein Dutzend von sogenannten "Hundertprozentigen" mit spektakulären Paraden zunichte machte. Zwar bot auch Alex Hoffmann im VfL-Tor eine gute Leistung, doch das Duell der Keeperinnen entschieden die Gäste am Ende eindeutig für sich.

Als Glücksfall entpuppte sich für den Spitzenreiter die Nachricht des Deutschen Handballbundes, Linksaußen Marion Werner hatte nur ein Spiel Sperre erhalten und war nach ihrer roten Karte beim Pokal-Aus am Buß - und Bettag wider Erwarten dabei. Sie erzielte in bestechender Manier 8 Treffer, davon allein sieben im ersten Durchgang. Nach der Pause hatte sich ihre Gegenspielerin Nicole Schrodt besser auf Marion eingestellt, zudem liefen die Tempogegenstöße des VfL nicht mehr gewohnt schnell und gradlinig wie noch vor der Pause.

Eine Pause von fünf Wochen beschert nun der kuriose Spielplan den Zweitliga-Mannschaften. Am 9.Januar muss der VfL dann bei Wandsbek 72 antreten. Im Gegensatz zu der ersten fünfwöchigen Spielpause will Trainer Schilk seiner Mannschaft diesmal keinen Urlaub gewähren. Nur Spielmacherin Rossi Bein und Marion Werner werden für mehrere Trainingsabende ausfallen: Beide Fahren für zwei Wochen in Ski-Urlaub und wollen sich dort fithalten.

Jürgen Dorn - mit dem Handball verheiratet


Ohne Menschen wie ihn wäre es schlecht bestellt um den Sport. Jürgen Dorn (64) feiert im Januar 1994 sein 30-jähriges Jubiläum als Handball-Abteilungsleiter des VfL Oldesloe. Fast jedes Wochenende verbringt der kaufmännische Angestellte in der Sporthalle. Ob im Kampfgericht oder bei der Auszahlung von Schiedsrichtergeldern, auf Jürgen Dorn ist stets Verlass. Er hält die organisatorischen Fäden der 250-köpfigen Handball-Sparte fest in den Händen, fehlt bei kaum einem Heimspiel der Jugend- und Erwachsenenmannschaften. "Es geht viel Zeit dabei drauf, aber ich mache das gern", sagt der bescheidene und bodenständige Junggeselle, der mit voller Berechtigung von sich behaupten kann, mit dem Handball verheiratet zu sein.

Ein frisch operierter Leistenbruch hielt den 64-jährigen nicht davon ab, beim Heimspiel der Zweitliga-Frauen dabei zu sein. "Es geht schon wieder, ich habe die Operation extra in die spielfreie Zeit gelegt", sagt er lächelnd, während er an der Kasse die Eintrittsgelder kassierte. Nach dem 24:21 gegen TS Woltmershausen verschwand Jürgen Dorn wie immer nach Hause, um das Resultat an den Ansagedienst des DHB zu telefonieren.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass Jürgen Dorn früher auch aktiver Handballer war, natürlich beim VfL. "Aber ich hatte zu kurze Arme und war vielleicht auch immer etwas zu gutmütig. Deshalb hat es bei mir nur für die zweite Mannschaft gereicht", so Dorn. Verständnis für diejenigen, die Sprungwürfe eben nicht mit brillanter technischer Perfektion hinkriegen, zeichnet Jürgen Dorn aus. Dem Leistungssport trägt Jürgen Dorn auf seine Weise Rechnung: Als Geschäftsführer steht er der Oldesloer Sport Marketing GmbH vor, die gegründet wurde, um die Gemeinnützigkeit des Vereins durch den Bundesliga-Spielbetrieb nicht zu gefährden.

Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger ist der Abteilungsleiter bislang noch nicht fündig geworden: "Es wäre schön, wenn sich jemand finden würde, der die Verantwortung übernimmt. Ich kann ja nicht ewig weitermachen", sagte er, ohne konkrete Rücktrittsabsichten zu haben. Denn bei der Jahreshauptversammlung wird er wohl wieder auf einen Gegenkandidaten verzichten müssen und sich erneut in die Pflicht nehmen lassen. "das bin ich unserem Sport schuldig," sagte er.

Ahrensburger Zeitung - 6.12.1993


Gloth muss kürzer treten


Der Schlag kam unvermutet. Die Handball-Damenmannschaft des VfL Oldesloe befindet sich dank des unerfindlichen Spielplanes ja wieder einmal inmitten einer fünfwöchigen Punktspielpause.

Das lässt sie zwar zur Zeit nicht rosten - im Gegensatz zur ersten fünfwöchigen Pause (Anfang Oktober bis Mitte November) in dieser Saison trainiert die Mannschaft diesmal voll durch, aber Schlagzeilen, so stand es zu vermuten, würde sie in dieser Zeit nicht produzieren.Hat sie auch nicht. Aber von einer Schlagzeile der letzten Woche ist sie unmittelbar betroffen. Genauer; der Trainerwechsel beim VfL Fredenbek in der ersten Bundesliga der Männer berührt die Oldesloer Renomier - Mannschaft unmittelbar.

Thomas Gloth ist bei den Niedersachsen nun nicht nur mehr für das Marketing verantwortlich, er hat zusätzlich auch die Aufgabe übernommen, die Mannschaft als Trainer wenn möglich vor dem Abstieg zu bewahren.

Beides zusammen genommen ist eine absolute Vollbeschäftigung. Da bleibt für weitere Nebentätigkeiten kein Raum mehr. Das betrifft auch seine Tätigkeit bei die VfL-Damen. Für die und insbesondere deren Trainer / Manager Claus-Dieter Schilk stand Gloth seit gut zwei Jahren als Berater zur Verfügung.

Anfänglich waren es eher lose Kontakte, die Gloth mit dem VfL Oldesloe pflegte. Die wurden aber schon in den letzten beiden Jahren deutlich intensiviert. Der Schwartauer - früher auch einmal Trainer der Herren beim VfL Bad Schwartau - leitete in der letzten Saison zumeist das Training von Zsuzsa Nyari und Co. und stand auch bei vielen Spielen der Mannschaft und Schilk mit Rat und Tat zur Seite.
Im sportlichen Bereich, aber auch bei den Bemühungen, das Umfeld um das Zweitliga-Team auf eine professionelle Basis zu stellen. Seit Beginn dieser Saison war Gloth noch enger an das Oldesloer Team herangerückt. Nicht zuletzt auch durch die Gründung der OSM, die er mitgegründet hat.
Mitglied der OSM wird er auch künftig bleiben, aber seine sonstigen Aktivitäten in der Stormarner Kreisstadt wird er mit der neuen Aufgabe weitestgehend aufgeben müssen. Auf Claus Schilk kommt damit eine erheblich größere Belastung zu. Dabei war er auch so schon voll ausgebucht. Deshalb will er sich intensiv um eine Entlastung bei Erledigung seiner Arbeit mühen.

Erste Kontakte hat er bereits zu Jens Richard Paulsen aufgenommen. Der war vor knapp zwei Wochen von seinem Amt als Trainer der Bezirksklassenmannschaft GHG Hahnheide II zurückgetreten. Ihn hofft Schilk als Co-Trainer gewinnen zu können. Eine Entscheidung darüber soll möglichst noch in der ersten Januarhälfte fallen.

Stormarner Tageblatt - 6.12.1993


"Die Schmerzgrenze ist erreicht"
Trainer Claus Schilk zieht Zwischenbilanz


AZ: Ihre Mannschaft hat mit 12:0 Punkten einen Traumstart hingelegt. Wie passen da das Pokal-Aus gegen Hastedt und die zuletzt schwachen Spiele ins Bild?
CS: Eigentlich recht gut. Bei Saisonbeginn waren wir topfit, haben die Mitfavoriten Nord Harrislee und Oldenburg geschlagen. Danach mussten wir, bedingt durch den kuriosen Spielplan - kürzertreten. Nach der fünfwöchigen Pause hatten wir dann ein kleines, eingeplantes Tief.

AZ: Beim Pokal-Aus gegen Hastedt wirkten sie und Ihre Spielerinnen nach dem Schlusspfiff sehr irritiert. War das frühe Ausscheiden aus dem DHB - Wettbewerb ein Schock?
CS: Zweifellos war es für uns nicht ganz einfach, damit umzugehen, Weder ich selbst noch die Spielerinnen hatten ernsthaft mit einem Ausscheiden gerechnet. Wir hatten nach dieser ungewohnten, hoffentlich heilsamen Erfahrung, einigen Stress. Auf der anderen Seite haben wir das recht, einmal ein Spiel zu verlieren. Deshalb darf keine Weltuntergangsstimmung aufkommen.
Gegner motiviert sich am Tabellenstand

AZ: Haben Sie Angst davor, dass Ihnen das gleiche Schicksal wiederfahren könnte wie Eintracht Frankfurt?
CS: Angst wäre zuviel. Aber natürlich ist jeder unserer Gegner in eine vorteilhaften Situation. Im Moment langt denen ein Blick auf die Tabelle zur Motivation.

AZ: Im Januar geht es Schlag auf Schlag, vier Spiele in einem Monat, dann ist die Hinrunde beendet. Ist der VfL dafür gerüstet?
CS: Ich denke schon. Abgesehen von den angeschlagenen Urlauberinnen Roswitha Bein, Nana Conde und Marion Werner haben wir kaum eine Trainingseinheit ausgelassen. Überstehen wir die Hinserie ungeschlagen, haben wir eine hervorragende Ausgangsposition für den Bundesliga-Aufstieg.

AZ: Sie haben zwölf Feldspielerinnen im Kader. Ivonn Bosza und Irina Derr sowie die drei Neuzugänge Kathrin Behncke, Vanessa Schack und Catrin Köhncken sind bislang nur in wenigen Kurzeinsätzen zum Zuge gekommen. Wie lässt sich der Frust auf der Ersatzbank vermeiden?
CS: Nur schwer, Frust gibt es sicherlich, aber offen hat das mir gegenüber noch keine dieser Spielerinnen geäußert. Natürlich brauchen alle Spielpraxis, nicht nur die ersten Sieben. Das Dilemma waren die zuletzt doch etwas wackeligen Siege. Da wollte ich nichts riskieren und habe nicht so häufig gewechselt, wie ich mir das eigentlich gewünscht hätte. Erfahrene Routiniers wie Zsuzsa Nyari und Nana Conde zeigen allerdings viel Verständnis für die Jüngeren, so dass der Ärger erträglich bleibt.


Neuzugänge haben Erwartungen erfüllt.


AZ: Die Neuzugänge Nana Conde und Ivonne Grimm sind kaum noch wegzudenken. Sehen Sie bei den beiden noch Entwicklungsmöglichkeiten?
CS: Beide haben meine Erwartungen voll erfüllt. Auch unsere Torhüterin Silke Schwöbken hat sich sehr gut gemacht und wird bis zum Saisonende bleiben. Bei Ivonne Grimm sehe ich noch reichlich Potential, dass sie noch nicht ausschöpfen konnte, weil sie bisher auf verschiedenen Positionen rotieren musste.

AZ: Ausgerechnet in der vermutlich entscheidenden Phase der Saison, im Februar und März, wird Spielmacherin Roswitha Bein ein Praktikum in London machen. Könnte dieses Handicap den Titel kosten?
CS: Nein, das sehe ich nicht. Das betrifft nur drei Partien. Und sie ist bereit, sich zu den Rückspielen gegen Neubrandenburg, Nord Harrislee und Oldenburg einfliegen zu lassen. Und zwar schon jeweils am Donnerstag, so dass sie beim Abschlusstraining dabei sein kann. Fithalten wird sie sich selbst.

AZ: Die Zuschauerzahlen von knapp über 300 Besuchern blieben bislang hinter den Erwartungen zurück, obwohl der sportliche Erfolg beachtlich ist. Hat das Handball-Interesse in Bad Oldesloe seinen Höhepunkt überschritten?
CS: Glaube ich nicht. Die mangelnde Kontinuität im Spielplan war sicherlich ein Grund für das etwas geringere Interesse. Wir hatten erst drei Heimspiele und liegen derzeit nur knapp 30 Zuschauer unter den Vorjahreszahlen. Und die Topspiele gegen Rostock, Kiel und Oldenburg stehen ja noch aus.Im Umfeld gibt es Nachholbedarf.

AZ: Sie fordern mit einigem Erfolg seit Jahren ein professionelleres Umfeld. Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?
CS: Wir haben zu wenig Flexibilität imTrainingsbetrieb, es gibt einfach zu viele bürokratische Hindernisse. Ein Beispiel: Drei Wochen wollte ich beim Konditionstraining die Medizinbälle der Heinrich-Vogler-Halle mitbenutzen. Ich habe mir wegen dieser Bälle schon den Mund fusselig geredet. Es ist ein Witz, dass das nicht klappt. Weil sie der Schule gehören. Die Bälle sind aus Steuermitteln finanziert. Jetzt brauch ich die Medizinbälle ohnehin nicht mehr, denn nun stehen wieder spielerische Momente im Vordergrund. Da fing aber schon das nächste Problem an.Zwischen den Feiertagen war uns die Halle der integrierten Gesamtschule fest zugesagt worden, aber die Halle war zu. Unter diesen Bedingungen ist Leistungshandball in der zweiten Bundesliga nur sehr schwer zu verwirklichen. Ständig sind wir zum Improvisieren gezwungen, so macht es keinen Spaß mehr. Langsam wird der Leistungs-Handball von der Stadtverwaltung begraben.

AZ: Könnte es sein, dass sie im Umgang mit den Hausmeistern zu undiplomatisch sind?
CS: Nein. Ich habe schon einen runden Rücken von den vielen Bücklingen.


Die Schmerzgrenze ist erreicht.


AZ: Welche Funktion hat die kürzlich gegründete Oldesloer Sport Marketing (OSM) GmbH?
CS: Die OSM schafft die finanzielle Basis für den Bundesliga-Handball, regelt anfallende Ablösesummen und so weiter. Damit wäre die wichtigste organisatorische Voraussetzung für Erstliga-Handball erfüllt. Zum anderen unterstützen uns die neun Gesellschafter bei der Suche nach Sponsoren. Dabei werden auch neue Schritte beschritten, so wird die OSM das Stadtfest 1994 in Bad Oldesloe ausrichten. Eventuelle Überschüsse kommen dann dem Handball zugute. Das ganze Konzept braucht natürlich seine Anlaufzeit.

AZ: Bislang haben Sie sich um Management und Trainerjob gleichzeitig gekümmert. Nun wollen neun Gesellschafter Erfolge sehen und womöglich auch Mitspracherecht in sportlichen Fragen. Fürchten Sie um Ihre Kompetenzen?
CS: Ich habe im sportlichen Bereich alle Kompetenzen behalten. Mit Jürgen Dorn als Geschäftsführer der OSM arbeite ich seit Jahren hervorragend zusammen. Aber, wie gesagt, die vielen bürokratischen Hindernisse rauben mir langsam den Spaß an der Sache.


Kompetenzen alle behalten


AZ: Halten Sie es für ausgeschlossen, dass die Gesellschafter nach einer Niederlage sportliche Rechenschaft fordern?
CS: Nein, das halte ich nicht für ausgeschlossen. Es darf aber nicht so weit gehen wie kürzlich bei einem schleswig-holsteinischen Männer-Bundesligisten. Dort klingelte beim Trainer am Sonntag 30 mal das Telefon und jedes Mal wurde er gefragt, warum der Spieler x so schlecht gespielt und fünf Sekunden vor Schluss das Tor nicht getroffen habe.

Ahrensburger Zeitung - Sönke Schulenburg - 5.1.1994


Der erste Punktverlust für den VfL Oldesloe


Mit einem Punktverlust starteten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe ins Jahr 1994. Beim hochdramatischen 19:19 gegen den Aufsteiger Wandsbek 72 erhielt die bislang makellose Bilanz ihren ersten Kratzer, bleiben aber Tabellenführer.

Zuzuschreiben hatten sich die Gäste die Punkteteilung selbst. Angesichts schlechter Chancenauswertung sprach Trainer Claus Schilk von einer "Katastrophe". Im Wandsbeker Tor stand mit Dagmar Rindelaub eine Keeperin der Extraklasse. Mehr als ein Dutzend gefährlichster Würfe entschärfte sie. Zudem scheiterte der VfL mit vier Siebenmetern an der Wandsbekerin.

Ahrensburger Zeitung - 10.1.1994

Stadt: Kerne Abstriche bei der Sportförderung
Offenes Gespräch zwischen VfL-Vorstand und Bürgermeister

Die Stadt Bad Oldesloe und die Sportvereine arbeiten gut zusammen. Das ist der Tenor einer gemeinsamen Erklärung von Bürgermeister Gerd M. Achterberg und dem VfL Vorsitzenden Walter Busch. Der Text. entspringt einem „klärenden Gespräch". zwischen der Stadt und dem VfL-Vorstand.

Dieses Abstecken der eigenen Positionen hat eine Vorgeschichte. Im Programmheft zum Bundesliga-Spiel der VfL-Handballdamen gegen Frankfurt/Oder war eine „Todesanzeige" erschienen. Inhalt: eine Beschwerde über die Stadt Bad Oldesloe, die mit ihrem Verhalten den Sport quasi „zu Grabe" trage.

Nicht nur die Verantwortlichen im Rathaus hielten diese Form der Kritik für völlig ungerechtfertigt. Walter Busch: „Das war geschmacklos." Der VfL-Vorsitzende stellt der Travestadt vielmehr ein gutes Zeugnis aus. „Bad Oldesloe unterstützt den Sport hervorragend."

Keine andere Kommune in Schleswig-Holstein biete den Vereinen so viele Sportstätten wie Bad Oldesloe, betont Walter Busch, der auch stellvertretender Vorsitzender des Landessportverbandes ist.

Vielleicht gebe es zu wenig Fußballplätze, in puncto Hallen stehe die Travestadt Oldesloe aber einzigartig da. Schließlich sei Bad Oldesloe bereits zweimal als sportlichste Stadt ausgezeichnet worden. Der VfL, größter Sportverein der Travestadt, nutzt die Turnhallen rund 300 Stunden in der Woche.

Daß die „mißverständliche Kritik" ausgerechnet von den Handballern gekommen ist, kann Walter Busch überhaupt nicht nachvollziehen:,, Die Stadt hat Hunderttausende aufgewandt, um die Stormarnhalle bundesligatauglich zu machen." Die Sportvereine sind außerdem von den Gebühren für Hallennutzung befreit. Busch: „Vor einigen Jahren mußten wir noch 20000 Mark zahlen."

Mit rund 400 000 Mark jährlich für Geräte und Unterhaltung unterstützt Bad Oldesloe die 23 Vereine in der Stadt. „Dazu stehen wir auch", sagt Bürgermeister Achterberg, und Stadtrat Norbert Leinius betont, daß es keine Bestrebungen gebe, die Hallengebühren wieder einzuführen.

In Zeiten knapper Kassen weiß Walter Busch dieses Versprechen zu schätzen: „Gerade vor der Kommunalwahl ist die Aussage wichtig, daß der Breitensport nicht mit einschneidenden Maßnahmen rechnen muß."

Fast 7000 Männer, Frauen und Kinder sind in Sportvereinen der Travestadt aktiv. Bürgermeister Achterberg: „Vereinssport ist wichtig für das Zusammenleben in einer Gemeinde, und erfolgreiche Mannschaften sind auch Aushängeschild einer Stadt."

Stormarner Tageblatt vom 5.2.1994


Aus: Nana Conde verlässt den Bundesligisten VfL Oldesloe - nach Streit mit dem Trainer gab die Handballerin auf


Ein herber Verlust für den Handball-Sport in Stormarn: Nana Conde hat hingeschmissen und gehört nicht länger zum Bundesliga Handballteam des VfL Oldesloe.

Erst zu Beginn dieser Saison war die dunkelhäutige Spielerin vom Erstligisten TSC Berlin an die Trave gekommen. Sie sollte die Oldesloer Mannschaft für den Aufstieg in das Oberhaus verstärken.

Von Beginn an gehörte die temperamentvolle Spielerin zu den erfolgreichsten Werferinnen im Oldesloer Team, trug mit zahlreichen Treffern zum ersten Tabellenplatz des VfL bei.

Doch damit ist jetzt Schluss. Die Berlinerin hat den Verein verlassen, will nicht weiter in dem Team spielen. "Schwierigkeiten mit dem Trainer", heißt es aus Handball-Kreisen, "beide haben sich einfach nicht verstanden".

Bereits im vergangenen Dezember hatte der Coach die erfolgreiche Spielerin für einige Zeit vom Training suspendiert. "Um ein Zeichen zu setzen", sagte er damals.Für Nana eine schwere Entscheidung, jetzt aufzugeben: Sie ist bis zum Saisonende für andere Vereine gesperrt, darf in keinem anderen Team am Liga-Bereich teilnehmen.

Stormarner Tageblatt - 15.2.1994


Krisenstimmung beim VfL Oldesloe - Personalnot und Disziplinprobleme
mühsames 25:24 gegen HT16


Sportliche und personelle Sorgen gehen beim VfL Oldesloe derzeit Hand in Hand. Ein rauer Wind weht beim VfL zu Beginn der Rückrunde. "Jetzt geht es nur noch auf die harte Tour", zeigt sich Trainer Claus Schilk vor dem Heimspiel gegen den SV Neubrandenburg entschlossen, allen Spielerinnen contra zu bieten, die im Kampf um die Meisterschaft keinen bedingungslosen Einsatzwillen an den Tag legen.

Grund für die kompromisslose Haltung des Trainers ist weniger der mühsame 25:24 Erfolg im Testspiel gegen HT 16, vielmehr ist sie auch die Folge der Niederlage vor vier Wochen im Spitzenspiel gegen den neuen Tabellenführer HC Empor Rostock. Zwei Spielerinnen, so Schilk, seien damals am Abend vor der möglicherweise entscheidenden Niederlage bei einem nächtlichen Streifzug durch die Oldesloer Kneipenszene gesehen worden. So war es wohl kein purer Zufall, dass sich der VfL Oldesloe kürzlich von der Rückraumschützin Nana Conde angeblich "im beiderseitigen Einvernehmen" getrennt hat.

Neben diesem Vorfall zeigte sich Trainer Schilk auch über die Urlaubsplanungen einiger Spielerinnen erzürnt: "So geht es nicht weiter. Ich versuche zu retten, was zu retten ist", sagte er entschlossen.

Erste Maßnahme: Im Testspiel gegen die HT 16 bewies Ingrid Schilk auf Linksaußen, dass sie mit 34 Jahren nichts verlernt hat. Sie konnte allerdings nicht verhindern, dass sich der stark ersatzgeschwächte VfL dank eines von Missverständnissen geprägten Kombinationsspiels kaum vom klassentieferen Gegner absetzen konnte. Auch in der Deckung offenbarten die Oldesloer erhebliche Schwächen.

Am Sonnabend im Heimspiel gegen Neubrandenburg wird eine erhebliche Leistungssteigerung nötig sein - sonst droht das vorzeitige Aus im Rennen um die Meisterschaft und den Aufstieg. Zur Sicherheit hat Trainer Schilk eine weitere routinierte Spielerin reaktiviert: Die langjährige Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, die im Vorjahr ihren Abschied genommen hatte, soll am Sonnabend ihr Comeback feiern.

Ahrensburger Zeitung - 24.2.1994


Oldesloe: Nana macht die Nächte lang - gefeuert


Ärger beim Zweitligisten Oldesloe. Nana Conde flog nach durchzechten Nächten raus, Ivonne Bosza fuhr in Urlaub. Morgen gegen Neubrandenburg muss Andrea Hasenberg ran.

Bild - Zeitung - 25.2.1994


Krisenstimmung bei den VfL-Handballerinnen / Trainer fährt jetzt die harte Linie
Schilk: "Ziel und Einstellung müssen wieder übereinstimmen"


Die dritte große Pause in der Saison neigt sich ihrem Ende zu. Am Sonnabend erwartet der VfL Oldesloe zum Auftakt der Rückrunde den SV Neubrandenburg. Es ist das erste Punktspiel seit der bitteren Niederlage bei HC Empor Rostock vor vier Wochen, die die Stormarnerinnen die Halbzeitmeisterschaft kostete. Rostock zog bei Punktgleichheit wegen der besseren Tordifferenz am VfL vorbei. Für das Team um Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari ist noch nichts verloren. Er kann das vor Saisonbeginn erklärte Ziel Meisterschaft und Aufstieg in die erste Liga immer noch aus eigener Kraft schaffen. Aber seit dem Rostock-Spiel ist beim VfL "Feuer unter dem Dach".

Die Niederlage an sich schmerzte den Trainer natürlich schon sehr. Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft in Rostock die Butter vom Brot nehmen ließ, brachte das Fass zum Überlaufen. "Zwischen den Zielen von Verein und Mannschaftsführung und der Einstellung einiger Spielerinnen klaffen Welten", analysierte der Macher der Oldesloer Handballszene und er zeigte sich entschlossen, das in Zukunft nicht mehr zulassen zu wollen."

Jetzt wird bei uns die harte Welle gefahren", gibt Schilk die Richtung an, die aus der Krise führen soll. Die Trennung von Nana Conde war dabei der erste Schritt. Das gegenseitige Einvernehmen war dabei nicht mehr als eine Fassade. Vielmehr ist von einem völligen Bruch des Vertrauensverhältnisses von Spielerin und Trainer auszugehen.

Dem war gesteckt worden, das am Abend vor der Niederlage zwei Spielerinnen bei einem Streifzug durch die Oldesloer Kneipenszene gesehen wurden. Wer das war, konnte man an den spielerischen Leistungen ablesen, grollt Schilk noch heute.

Ahrensburger Zeitung - 25.2.1994


Krise bei VfL-Damen eskaliert: Schilk heute nicht auf der Bank
Der Konflikt zwischen dem Trainer und der Zweitligamannschaft spitzt sich zu
Thomas Gloth will als Vermittler Lösung suchen


Die Krise beim VfL Oldesloe eskaliert langsam aber sicher. Beim heutigen Punktspiel wird Trainer Claus Schilk nicht auf der Bank sitzen. Bei einer Aussprache beim Training am Donnerstag spitzte sich der Konflikt zwischen ihm und der Mannschaft zu. Teilen der Mannschaft hatte Schilk vorgeworfen, ihnen fehle die richtige Einstellung, um das Ziel Meisterschaft und Aufstieg zu verwirklichen.

Mit der Trennung von Nana Conde sah er die Angelegenheit noch nicht ausgeräumt. Nach seiner Meinung sei auch noch mit anderen Spielerinnen "Tacheles" zu reden. Aber die Mannschaft, die sich vor dem Training besprochen hatte, wollte das so nicht auf sich sitzen lassen.
Sie erhob ihrerseits Vorwürfe gegen den Trainer: Durch seine vielfältigen Aufgaben im Management und Marketing-Bereich vernachlässige er das Training und vergesse Absprachen. Als auch der Vorwurf laut wurde, " sein Training sei nicht gut und langweilig", platzte Schilk der Kragen und erklärte seinen Verzicht auf das Traineramt.

Seine Begründung: "Seit Dezember haben niemals alle Spielerinnen am Training teilgenommen. So war vernünftiges Arbeiten mit der Mannschaft nicht möglich und so lassen sich die Ziele nicht verwirklichen. Wenn man nun der Meinung ist, dass ich dem im Wege stehe, kann ich das nicht auf mir sitzen lassen und ziehe daraus mit meinem Rückzug die Konsequenzen."Sprach's und verließ damit das Team. Aber er zieht sich damit nicht total vom Handball des VfL Oldesloe zurück. Seine Aufgaben in der Betreuung der Sponsoren nimmt er weiter wahr. "Ich werde aufpassen und dafür Sorge tragen, dass Handball in Bad Oldesloe weitergeht. Aber nun ist die Mannschaft im Zugzwang. Jetzt kann und muss sie zeigen, ob sie hinter den Zielen steht, die wir am Anfang der Saison propagiert haben und denen niemand widersprochen hat."

Darauf setzt auch Mannschaftsführerin Zsuzsa Nyari. "Wir werden heute bis zum Umfallen kämpfen und ich hoffe, wir können gegen Neubrandenburg einen überzeugenden und hohen Sieg zum Rückrundenauftakt landen. Dann haben wir ein paar Tage Zeit, um in Ruhe die Lage zu besprechen und das Chaos, das zur Zeit bei uns herrscht, zu beenden", hofft sie auf Signalwirkung für eine Beruhigung der Lage durch einen sportlichen Erfolg.

Offen ist dabei die Frage, wer bei den Oldesloerinnen auf der Bank sitzen wird. Zsuzsa Nyari wird keinesfalls als Spielertrainerin fungieren. Davon war eigentlich Claus Schilk ausgegangen und die Mannschaft hatte an ihren Kapitän auch diesen Wunsch herangetragen. Aber die Ungarin hatte das Ansinnen abgelehnt. "Man kann nur das eine oder das andere machen", ist dafür ihre Begründung.So wird wohl Co-Trainer Jens Richard Paulsen heute das Coaching übernehmen. Aber das soll und wird keine Dauerlösung sein. Dazu kennt Paulen, der erst in den Weihnachtsferien zum VfL stieß, die Bundesliga nicht gut genug (Nyari). Vielleicht gelingt es ja Thomas Gloth, das Chaos zu entwirren und die Angelegenheit einer befriedigenden Lösung zuzuführen.


"Das ist jetzt meine Aufgabe, die Dinge zusammen mit der Mannschaft und Claus Schilk in Ruhe zu analysieren und Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Ich traue mir durchaus zu, eine für beide Seiten gangbare Brücke zu bauen. Aber dafür müssen auch alle Beteiligten bereit sein, die Konsequenzen aus ihren Ansprüchen und Zielsetzungen zu tragen", gibt er sich gedämpft optimistisch.Gloth, der heute mit seinem Bundesliga-Team spielfrei ist, wird deshalb heute in der Halle sein. Bleibt abzuwarten, ob es ihm gelingt, den Schwelbrand schnell und nachhaltig zu löschen.

Stormarner Tageblatt - 26.2.1994


Claus Schilk warf das Handtuch
Oldesloes Handball-Coach trat vor dem Spiel gegen Neubrandenburg zurück


Der Konflikt schwelte seit längerem - und endete mit einem Knall. Handball Trainer Claus Schilk warf das Handtuch.
Seit Wochen hatte Schilk - auch öffentlich - die mangelnde Disziplin angeprangert. Die Atmosphäre zwischen ihm und vielen Spielerinnen war zerstört. Nachdem Marion Werner und Ivonn Bosza eine schriftliche Abmahnung zugeschickt bekamen, rebellierte die Mannschaft des Tabellenzweiten. "Ich will dem Aufstieg nicht im Wege stehen", sagte Schilk und zog in seinem fünften Trainerjahr die Konsequenzen.

Lübecker Nachrichten - 26.2.1994


Zuviel Ärger - Trainer Schilk gab auf

Übergangsweise wird Zsuzsa Nyari das Training mit C-Trainer Paulsen leiten. Montag soll auf einer Krisensitzung über die Nachfolge beraten werden. Der erste Gedanke, die Mannschaft vom Spielbetrieb zurückzuziehen, wurde fallengelassen: Alle Akteurinnen wollen weitermachen und ihre Verträge erfüllen.

Die ehemalige Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg, die Schilk heute reaktivieren wollte, verzichtet angesichts der Ereignisse auf ihr Comeback. Statt dessen können sich Marion Werner und Ivonn Bosza Chancen ausrechnen.

Ahrensburger Zeitung - 26.2.1994


Die Meisterschaft verspielt?


Eiskunstläuferinnen versuchen ihre Tränen zu unterdrücken, auch wenn sie in der Kür schon mehrfach auf den Hintern gefallen sind. Solche fassadenhaften Gesten lagen den Handball-Frauen des VfL Oldesloe fern. Nach dem 17:18 gegen SV Neubrandenburg flossen die Tränen der Enttäuschung in Strömen.

Die Tragweite der Niederlage könnte enorm sein: Die Meisterschaft und der Aufstieg in die Bundesliga ist nach er bitteren Schlappe erheblich gefährdet, wenn nicht gar in uneinholbare Ferne gerückt. "Das war's wohl", kommentierten einige eingefleischte Oldesloer Fans den doppelten Punktverlust.Dabei hatte alles anders und besser werden sollen. Für die erste Begegnung nach dem Rücktritt hatten sich Zsuzsa Nyari und Co-Trainer Paulsen über die Taktik und Aufstellung verständigt.

Doch was der Tabellenzweite zeigte, erreichte über weite Strecken nicht einmal Zweitliga-Niveau. Technische Fehler zuhauf. Mangelndes Zusammenspiel und miserable Chancenauswertung führten zu der Niederlage gegen einen mittelmäßigen Gegner.

Dabei hatte der VfL Oldesloe keine Mühen gescheut: Spielmacherin Roswitha Bein war aus London eingeflogen worden. Andrea Hasenberg war reaktiviert worden. Die Kreisläuferin, der Zsuzsa Nyari spontan die Kapitänsbinde überließ, hatte sich ihr Comeback wirklich anders vorgestellt. Zwar unterstützten die 420 Fans das Team lautstark wie noch nie. Doch oftmals wurden die Spielerinnen Opfer ihres selbsterzeugten Erfolgsdrucks. "Bei uns lagen die Nerven bloß", sagte Zsuzsa Nyari."Wir haben von den Oldesloer Nerven profitiert und sind Nutznießer der momentanen Situation", mochte der Gästetrainer den Überraschungserfolg nicht überbewerten. Ironie des Schicksals: Mayer hatte auf seine beste Spielerin Mary Krause verzichtet - aus disziplinarischen Gründen. Sein ehemaliger Kollege Schilk hingegen hatte vergeblich versucht, disziplinarische Maßnahmen durchzusetzen.


Führungskrise und düstere Perspektiven
Einzige Hoffnung - ein Sieg gegen den TSV Nord Harrislee


Wie soll es weitergehen beim VfL Oldesloe? Nach der Niederlage herrscht Ratlosigkeit, auch wenn sich Thomas Gloth mühte, Fraktur zu reden." Es kann nicht angehen, dass die Mannschaft den Trainer absägt", sagte er in der Pressekonferenz nach der Schlappe aufgebracht.Hinter verschlossenen Türen in der Kabine fand der Co-Trainer gegenüber den Spielerinnen deutlichere Worte. Die Entscheidung der OSM, dass Zsuzsa Nyari und C0-Trainer Paulsen bis zum Saisonende die Verantwortung für den sportlichen Erfolg übernehmen sollen, traf keineswegs auf Gegenliebe.

"Pauli hat noch keine Erfahrung in der 2, Bundesliga und man kann nicht einfach bestimmen, dass ich die Spielertrainerin machen soll. Das funktioniert nicht", lehnt Zsuzsa Nyari diese Lösung ab. Heute Abend wollen sich die Verantwortlichen und die Spielerinnen noch einmal zusammensetzen und über die Führungskrise beraten.Eines scheint zumindest sicher. Claus Schilk wird hinter den Kulissen schon für die neue Saison planen. Thomas Gloth sprach ihm im Namen der OSM das Vertrauen aus. Ein harmonischer Neubeginn scheint allerdings kaum möglich - mit ziemlicher Sicherheit werden einige Spielerinnen den Verein verlassen (müssen). In erster Linie hängt die Zukunft aber vom sportlichen Erfolg ab. "Wir müssen beim TSV Nord Harrislee gewinnen, sonst können wir die Meisterschaft abschreiben", fürchtet Zsuzsa. Ex-Trainer Schilk, als stiller Augenzeuge beim Debakel gegen Neubrandenburg dabei, spürte keine Genugtuung: "Der einzige Gewinner unserer Krise ist der HC Empor Rostock", sagte er.

Ahrensburger Nachrichten - 28.2.1994


Das Flaggschiff des Oldesloer Sports droht unterzugehen
17: 18 gegen SV Neubrandenburg:
Erste Heimniederlage seit dem 21. September 1990


Die Chancen, sich bald den ersten Tabellenplatz, den sie am letzten Hinrunden - Spieltag erstmals in dieser Saison abgegeben hat, zurückzuholen, sind damit auf ein Minimum gesunken.Sie sind sicher gar aussichtslos, wenn Leistungen wie diese nun zur Regel werden sollten. Das war mit Abstand das schlechteste Spiel, das der VfL seinem Publikum - trotz des Trubels vor dem Spiel (oder gerade deswegen) war die Halle mit annähernd 500 Besuchern proppevoll - seit langer, langer Zeit geboten hat.

Stormarner Tageblatt - 28.2.1994


Landesderby wird zum Schicksalsspiel
Ahrensburger Zeitung - 5.3.1994


Schicksalsspiel des VfL Oldesloe beim TSV Nord Harrislee
Verlierer hat kaum noch Chancen
"Der 5.3.94 ist in unserem Kalender ganz dick angestrichen. Das ist das nächste große Ziel, das wir jetzt ansteuern." Damit kündigte Heie Jacobsen die Revanche Gelüste von ihm und seinem Team an, kaum das sie am 2.10.93 das Hinspiel sang- und klanglos mit 18:25 verloren hatten.Während in der Stormarner Kreisstadt Euphorie ausbrach, setzte Jacobsen auf den Faktor Zeit. "Frühestens im Rückspiel wird die Rechnung aufgemacht", machte er damals in Optimismus.Jens Richard Paulsen, beim VfL vom Co-Trainer bis zum Saisonende als verantwortlicher Chef aufgestiegen, ist zuversichtlich, dass sich der Trubel um den Trainerwechsel jetzt gelegt hat. "Wir haben in dieser Woche gut trainiert. Die Beteiligung war dabei fast hundertprozentig. Zum Spiel heute sind alle Spielerinnen an Bord. Behalten wir unsere Nerven im Zaum, dann haben wir auch heute eine reelle Chance", weist er Resignation bei sich und seiner Mannschaft weit von sich.

Stormarner Tageblatt - 5.3.1994


VfL verabschiedet sich aus dem Meisterschaftsrennen


Meisterschaft abgehakt, Aufstieg vergessen - die Damen des VfL Oldesloe können ihre hochgesteckten Saisonziele getrost vergessen. Gestern verlor man 15:23 (7:7) beim TSV Nord Harrislee und hat damit auch das zweite Spiel nach dem Rücktritt von Claus Schilk in den Sand gesetzt.Die Mannschaft, die noch vor kurzem die Liga selbstbewusst beherrschte, und scheinbar mühelos Richtung erste Liga steuerte, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Bis zur Pause hielt der VfL noch mit, dann kam der Einbruch. Bis zur 39.Minute zogen die Gastgeberinnen auf 13:7 davon, der VfL war geschlagen. Torhüterin Piet Küsel war noch die Beste im VfL-Dress - das spricht Bände.

Lübecker Nachrichten - 6.3.1994


Bundesliga - Aufstieg ade
VfL Oldesloe büßte Titelchance ein


Der VfL hat sich vorzeitig aus dem Rennen um die Meisterschaft verabschiedet. Wie im Vorjahr beendete Nord Harrislee den Oldesloer Traum von der 1. Liga.Vier Punkte trennen den VfL nun schon vom Spitzenreiter aus Rostock und zwei vom Zweiten aus Harrislee. Angesichts von acht noch ausstehenden Partien und der derzeitigen Verfassung sind die Oldesloerinnen im Titelkampf wohl hoffnungslos ins Hintertreffen geraten.Trainer Paulsen legt maßlos enttäuscht die Stirn in falten: "Jetzt geht es nur noch darum, die Saison vernünftig zuende zu spielen". Dass die Niederlage mit 8 Toren knapper ausfiel als im Vorjahr, war kein Trost. Auch die Sitze von Harrislees Trainer Jacobsen ("Mit dem Trainer Claus Schilk hätte der VfL genauso deutlich verloren") vermochte die deprimierte Stimmung von Coach Paulsen nicht zu heben. "Tut mir leid", entschuldigte er sich bei Claus Schilk, der den Abschied von den Meisterschaftsträumen mit versteinerter Miene von der Tribüne aus verfolgt hatte.Sorgen um die Zukunft macht sich auch Schatzmeister Holger Orlowski: "Jetzt bloß nicht noch in Abstiegsgefahr geraten," sagt er mit Blick auf den verschärften Abstiegsmodus.Nach dem Scheitern im Titelkampf hat sich die Blickrichtung beim VfL Oldesloe gewaltig gewandelt.

Ahrensburger Zeitung - 7.3.1994

Vorsatz hielt nur eine HalbzeitDie Chancen des VfL schwinden immer mehr ..

"Abgerechnet wird erst am 21. Mai, dem letzten Spieltag. Ich gehe davon aus, dass auch Rostock und Harrislee nicht ungeschoren davonkommen." Aber es sind sicher Zweifel angebracht. Die Oldesloer Mannschaft ist in der augenblicklichen Verfassung nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das wurde in Harrislee so deutlich wie nie zuvor. Vor allem, wenn man die Begegnung dem Hinspiel Anfang Oktober im Vergleich gegenüberstellt. Zu dem frühen Saisonzeitpunkt hatten die Oldesloerinnen begeisternden Tempohandball gespielt und den vermeintlichen Hauptrivalen im Meisterschaftskampf mit 25:18 aus der Halle gefegt.In den Köpfen der Mannschaft und im Umfeld setzte sich der Gedanke fest, ein Durchmarsch wie zwei Jahre zuvor sei vorprogrammiert.

In dieser Überzeugung wurden die Warnsignale im letzten Herbst leichtfertig ignoriert.Das Niveau des Hinspiels hat der VfL in den nachfolgenden Spielen nie wieder erreicht. Aber das wurde auf die leichte Schulter genommen. Schließlich wurden die Punktspiele auch ohne Topform gewonnen, das Pokal-Aus gegen Hastedt wurde als Ausrutscher eingestuft und die spielerischen Defizite, die sich mehr und mehr offenbarten, entschuldigte man mit dem in der Tat unmöglichen Spielplan. Im Hinterkopf spukte bei allen Beteiligten - Spielerinnen, Betreuern, Fans - der Gedanke, die Mannschaft würde sich schon zu steigern wissen, wenn es darauf ankäme und sie von echten Gegnern wirklich in ihrem Leistungsvermögen gefordert würde. Gewissermaßen auf Knopfdruck.Aber das war eine Fehleinschätzung. Als der Schalter umgelegt wurde, passierte nichts. Nicht in Rostock, als der VfL seine erste Niederlage kassierte, nicht im Spiel gegen Neubrandenburg, als das Team nach dem Trainerwechsel dem selbsterzeugten Druck nicht standhielt und durch Übermotivation ihre wohl schlechteste Saisonleistung bot. ...

Ahrensburger Zeitung


Gelingt die Wende zum Guten
VfL Oldenburg Gast der VfL-Damen


Stormarner Tageblatt - 19.3.1994


Verbalattacken und Vertragsangebote


Die Atmosphäre beim VfL Oldesloe scheint einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben.. Claus Schilk sparte in einem Interview für eine Sport-Gazette nicht mit heftigen Verbal-Attacken in Richtung Spielerinnen. Dabei zeigte er sich in seiner Wortwahl nicht zimperlich und nahm Anleihen in der Landwirtschaft: " Ausmisten" will der Manager - und meint offenkundig die beabsichtigte Trennung von etlichen Spielerinnen. Zudem - so wird er zitiert - seien einige Juniorinnen - Nationalspielerinnen größenwahnsinnig geworden, "wenn sie sich einbilden, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, dann tun sie mir leid." Schilk fürchtet trotz seiner negativen Kritik keine negativen Folgen für die Einstellung des Teams. Alle Akteurinnen haben neue, reduzierte Vertragsangebote und eine Bedenkzeit bis Ostern erhalten. "Jetzt ist es an der Zeit, Leistung zu bringen", fordert der Manager.

Ahrensburger Zeitung - 19.3.1994


Das Ende aller Bundesliga-Ambitionen
Handball: Trainer Claus Schilk wechselt nach Ellerbek


Die Rückkehr von Claus Schilk als Handballtrainer des VfL Oldesloe scheint ausgeschlossen. Der 42 - jährige A-Lizenzinhaber übernimmt zur kommenden Saison die Regionalliga-Männer des TSV Ellerbek.Schilk sorgte mit dieser Nachricht seines Vereinswechsels in Bad Oldesloe für eine große Überraschung. "Eigentlich hatten wir die Hoffnung, dass Claus nach dieser Spielzeit auf den Trainerstuhl zurückkehrt", sagte Jürgen Dorn und muss nun umdenken.Nicht wenige Spielerinnen, die ihren Namen aber wohlweislich nicht genannt wissen wollen, begrüßten Schilks Abschied. Eine zukünftige sportliche Zusammenarbeit schien vielen nach den massiven Zerwürfnissen kaum mehr möglich. Einen Schlussstrich will Schilk aber nicht ziehen. Er ist weiter auf Suche nach Neuverpflichtungen. "Es wäre bitter, wenn hier beim VfL alles den Bach hinuntergeht. Damit das nicht passiert, werde ich mich mit Jürgen Dorn und Holger Orlowski sowie der OSM weiterhin um den Frauen-Handball kümmern."

Ahrensburger Zeitung - 2.4.1994


Sportlicher Erfolg für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe
- aber Krach hinter den Kulissen - Rauswurf der Nationalspielerin


Sportlich ist der Aufstieg wieder möglich, aber hinter den Kulissen gärt es kräftig weiter. Der Grund - Marion Werner wurde gefeuert - sie darf künftig nur noch in der zweiten Mannschaft trainieren und spielen.Sie versteht ihre Suspendierung genauso wenig wie ihre Mitspielerinnen. Weil die talentierte Handballerin vor einigen Wochen über die Stränge geschlagen hat, bekam sie eine Abmahnung. "Ich habe mir daraufhin einen Anwalt genommen", sagt Marion Werner. Und dieses Aufbegehren scheint ihr zum Verhängnis geworden zu werden. Der Abteilungs-Vorstand hat ihr schriftlich mitgeteilt, dass sie am Spiel - und Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft nicht weiter teilnehmen darf.Damit haben die seit Wochen andauernden Querelen einen weiteren Höhepunkt erreicht.

Ahrensburger Zeitung - 11.4.1994


Handball-Frauen des VfL Oldesloe wahrten nach Sieg gegen Kiel ihre Titelchancen
Dem Spitzenspiel gegen Rostock steht nichts im Wege


....Babette Bischoff wird am Saisonende nach Hamburg zu HT 16 wechseln. Nicht zuletzt die Querelen am Jahresbeginn mit Claus Schilk dürften ihren Entschluss bekräftigt haben. Auch Piet Küsel wird den Verein voraussichtlich verlassen.Die alten Konflikte scheinen dennoch überwunden. Bei den Verantwortlichen ist der Blick in die Zukunft gerichtet. Mit Birthe Wede (Ellerbek) präsentiert man eine neue Spielerin, von der man hofft, dass sie Babette Bischoff ersetzen wird. Zudem haben mit Maren Königsberg sowie Lisa Lüken und Nicole Goldbaum drei vielversprechende Junge Talente beim VfL unterschrieben. Als neuen Coach will der VfL den Trainer der Frauen-Nationalmannschaft, Otto Sternberg, verpflichten.

Ahrensburger Zeitung - 9.5.1994


Vfl Oldesloe kämpft um letzte Chance
Gelingt eine Revanche gegen HC Empor Rostock?


Alles schon einmal dagewesen: Im vergangenen Jahr machten die Handballerinnen der TSG Wismar in der Stormarnhalle den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse perfekt. Heute, rund 12 Monate später, könnte an gleicher Stelle der HC Empor Rostock die Meisterschaft entscheiden. Nur werden es die Gäste diesmal nicht so leicht haben wie es die TSG. Damals hatte die Oldesloerinnen die Saison abgehakt, heute geht es für sie noch einmal um alles. Theoretisch hat der VfL noch die Chance, zwei Spieltage vor Schluss den Sprung auf Platz 1 zu schaffen. Was sich in der Theorie leicht anhört, wird in der Praxis allerdings schwer umzusetzen sein. Denn selbst wenn die Damen heute gewinnen würden, Platz 1 wäre erst sicher, wenn Harrislee einen Punkt in Wandsbek verliert.Entschieden ist noch nichts, möglich noch alles. Denn erst in den entscheidenden Spielen zeigt sich, welche Mannschaft wirklich reif für den Titel ist.

Stormarner Tageblatt - 14.5.1994


TSV Nord Harrislee - der lachende Dritte?


Mit einem grandiosen, vor allem aber dramatischen Abend verabschiedeten sich die Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe von ihren Zuschauern. Im letzten Heimspiel stürzten sie den Tabellenführer aus Rostock mit 20:19.Zu der Dramatik einer schon verloren geglaubten Partie (10:14 - 40. Minute) gesellte sich nach dem Schlusspfiff eine gewisse Portion Tragik für die Gastgeberinnen. Denn profitieren wird von diesem Ergebnis nur Harrislee, der zeitgleich mit 19:15 in Wandsbek gewann....Von den Aussichten ließen sich die Spielerinnen aber keineswegs ihre Siegerlaune verderben. Während Rostocks Trainerein Ute Lemmel ("was soll ich denn nach einem solchen Spiel noch groß sagen") noch konsterniert die geplatzten Aufstiegsträume mit einem Bier herunterspülte, genossen die Spielerinnen des VfL den lautstarken Beifall ihrer Fans.Nach den Querelen und Enttäuschungen standen die Fans ungeahnt begeistert und geschlossen hinter seinem Team. Die ohrenbetäubende Anfeuerung machte in der zweiten Halbzeit selbst vor dem gnadenlosen Auspfeifen der Gäste nicht halt. Das Nervenkostüm beider Mannschaften war angesichts der Bedeutung der Partie ohnehin schwach, die Rostocker Konzentration erreichte nach 40 Minuten allerdings ihren Tiefpunkt. Der VfL diktierte plötzlich das Spiel, als aus dem 10:14 eine 15:14 (50.Minute) wurde. Man wirkte frisch und abgeklärt und ließ sich den Sieg nicht mehr aus den Händen nehmen.

Ahrensburger Zeitung - 16.5.1994


Wird Petra Küsel ausgemustert?


Die Abgeklärteste von allen war Oldesloes Torfrau "Piet Küsel". Mehr als ein Dutzend Großchancen machte sie zunichte. Bei ihren Paraden und Reflexen erreichten die Begeisterungsstürme extreme Phonstärken. "Ich war einfach gut drauf", fand sie freudestrahlend eine unkomplizierte Erklärung für ihre Großtaten. Und trotzdem soll sie für die kommende Saison ausgemustert werden. Die Verantwortlichen werden sich aber noch einmal mit ihr zusammensetzen.Einen nicht unwichtigen Fürsprecher dürfte sie gewonnen haben: Otto Sternberg, Co-Trainer der Nationalmannschaft und Wunschkandidat des VfL für den Trainerposten in der kommenden Saison.

Ahrensburger Zeitung - 16.5.1994


Vizemeisterschaft ist das Ziel


Oldesloer Handballdamen heute im letzten Saisonspiel bei TS Woltmershausen
Der Blick auf die aktuelle Tabelle verspricht eigentlich ein Herzschlag-Finale. Punktgleich liegen Harrislee und Oldesloe vor dem letzten Spieltag and der Tabellenspitze, getrennt nur um sechs Tore, die das Harrislee-Team in der Tordifferenz vor dem VfL liegt. Keine unüberbrückbare Distanz sollte man meinen. Aber bei den Stormarnerinnen verschwendet man keinen Gedanken mehr auf den Gewinn des Meistertitels. Man wird versuchen, mit einem Sieg den Vizetitel unter Dach und Fach zu bringen.

Stormarner Tageblatt - 21.5.1994


33:23 - Alles getan, aber es hat nicht erreicht


Oldesloer Handball-Damen kämpften wie noch nie, doch der TSV Nord-Harrislee war nicht einzuholen
"So habe ich eine Oldesloer Damenmannschaft noch nie kämpfen sehen", meinte Claus Schilk. Das ist sicher ein scherwiegendes Lob, hatte er doch im Februar sein Amt als Trainer des VfL mit der Begründung zur Verfügung gestellt, "die Einstellung eines Großteils der Mannschaft zum Leistungssport stimmt nicht."15:10 zur Pause, Marion Werner und Zsuzsa Nyari spielten vorgezogen, 33:23 am Ende.Roswitha Bein hat noch keinen Vertrag unterschrieben, aber mündlich zugesagt. Piet Küsel, Eike Lange und Babette Bischoff verlassen den Verein.Der Sieg löste nicht nur deshalb reichlich Tränen aus, weil zum zweiten Mal nach 92 der Aufstieg in die Eliteklasse nur hauchdünn verpasst wurde. Die flossen auch reichlich, weil das Team, aus dem nun ein paar Leistungsträgerinnen ausscheiden, in den letzten Wochen sich aus einer Ansammlung von Einzelspielerinnen unter erschwerten Rahmenbedingungen noch zu einer echten Mannschaft zusammengefunden hatte.

Stormarner Tageblatt - 24.5.1994

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