Montag, 17. Mai 1999

VfL Oldesloe meldet für die Frauen-Oberliga
Führungsrollen für zwei Schweden-Importe

(sg) Als sportliches Aushängeschild der Kreisstadt haben die Handball-Frauen des VfL Oldesloe nach achtjähriger Zugehörigkeit zur zweiten Bundesliga wohl erstmal ausgedient. Doch aufgegeben haben die Verantwortlichen nach dem finanziellen Desaster und dem freiwilligen Rückzug nicht: „Wir haben ein Frauenteam für die Oberliga-Schleswig-Holstein gemeldet“, sagte Jens Willhöft, 2. Vorsitzender der Handballsparte.

Die langjährige Trainerin Zsuzsa Nyari soll nun in der höchsten Spielklasse des Landes einen Neuanfang starten. Keine leichte Aufgabe. Denn aus dem einstigen Zweitliga-Kader haben sich alle Aktiven verabschiedet. Nur „Eigengewächs“ Stephanie Struppek ist übrig geblieben. Doch sie steht nicht mehr alleine: Mit den beiden Schwedinnen Anna-Pia Bäckegren und Anette Möller haben zwei erfahrene Rückraumspielerinnen ihr Kommen zugesagt. Beide sind 31 Jahre alt, kennen sich seit langem und wellen aus demselben Grund in Norddeutschland: Ihre Männer (Anders Bäckegren und Peter Möller) spielen als Profis bei den Erstliga-Männern des VfL Bad Schwartau, der künftig als SG Bad Schwartau-Lübeck firmieren wird. Beiden Schwedinnen traut Trainerin Nyari auf Anhieb eine Führungsrolle im neuen Frauenteam zu. Außerdem hat die Ungarin mit zahlreichen, weiteren Spielerinnen gesprochen. Zugesagt haben bisher Torhüterin Stefanie Hinz und die Linkshänderin Anja Kleuser vom Leezener SC (Bezirksklasse).

Und im eigenen Verein kann Zsuzsa Nyari künftig weiterhin auf Unterstützung aus der Kreisliga-Mannschaft zählen. So wechselt Conny Renk vom zweiten ins erste Frauenteam. Auch Nicole Klafack, Andrea Lüneburg und Torfrau Kathrin Köhnke haben sich bereit erklärt, beim Neuaufbau mitzuhelfen. Eine Reihe weiterer Spielerinnen erwartet Zsuzsa Nyari Anfang dieser Woche zum Probetraining. „Wir werden sehen, wer Interesse und Talent hat“, sagte sie.

Fest steht, daß beim VfL Oldesloe künftig die organisatiorischen Belange für Männer (Bezirksliga) und Frauen (Oberliga) in enger Absprache gestaltet werden sollen. So werden beide Mannschaften künftig unmittelbar hintereinander ihre Heimspiele in der Stormarnhalle austragen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 17.5.1999

 

Sonnabend, 8. Mai 1999

TSV Nord Harrislee – VfL Oldesloe 39:8 (18:4)

„Buntes“ Team zog sich achtbar aus der Affäre

(mth) Heie Jacobsen, Trainer der Zweitliga-Handballerinnen des TSV Nord Harrislee, schnappte sich vor dem Saison-Abschlußspiel gegen den VfL Oldesloe das Hallenmikrophon und bedankte sich vor den gut 250 Zuschauern ausdrücklich bei den Stormarnerinnen, daß sie trotz ihrer mißlichen Lage auch zum letzten Spiel angetreten waren. In der Tat trat der VfL in der Holmberghalle mit einer buntgewürfelten Mannschaft auf, nachdem sich mit Ausnahme von Stephanie Struppek auch die letzten verbliebenen Spielerinnen aus dem Zweitligakader endgültig verabschiedet hatten. Natürlich war der VfL ohne den Hauch einer Chance und kassierte mit 8:39 (4:18) eine weitere haushohe Niederlage. Aber das Team, in dem auch drei A-Jugendspielerinnen – Torhüterin Kathrin Kröncke, Anika Peters und Saskia Beeth – zum Einsatz kamen, ließ sich den Schneid nicht abkaufen. Alle Spielerinnen kämpften in den 60 Minuten mit Bravour und zogen sich achtbar aus der Affäre. In die Torschützenliste konnten sich neben Stephanie Struppek (4), Corinna Renk (1) und Sylvia Gumz (1/ 1) auch Mutter und Tochter Heike und Anika Peters eintragen, die gemeinsam ihr Zweitligadebut feierten. Zum Einsatz kamen außerdem noch Nicole Klafack, Andrea Lüneburg und Anna Wach.

STORMARNER TAGEBLATT vom 10.5.1999

 

Sonnabend, 8. Mai 1999

Saisonabschluß in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen

Nur Stephanie Struppek aus dem alten Kader heute noch dabei

Abschiedsspiel beim alten Rivalen TSV Nord Harrislee

(Manfred Thomsen) Von ihren Fans in der Stormarnhalle haben die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe vor einer Woche beim letzten Heimspiel gegen die SG Magdeburg/Niederndodeleben Abschied genommen. Heute sagen sie dem Bundesliga-Handball endgültig ade Das letzte Zweitligaspiel des VfL steigt heute um 16.30 Uhr in der Holmberghalle in Harrislee gegen den alten Landesrivalen TSV Nord.

In der Vergangerheit haben sich beide Mannschaften oft heiße Kämpfe geliefert. Nicht selten ist es dabei um die Spitzenpositionen in der zweiten Liga und um den Aufstieg in die erste Bundesliga gegangen. Das Team aus dem Flensburger Vorort hat den Sprung dann ja auch zweimal geschafft, ist jeweils ein Jahr später dann wieder in die zweite Liga zurückgekehrt.

Aber das ist Vergangenheit. Zu Beginn der Saison hatte es noch so ausgesehen, als müsse der TSV Nord Harrislee in dieser Serie um den Klassenerhalt bangen. Das war auch noch so, als der VfL das Hinspiel Anfang Januar glatt mit 25:18 für sich entschied.

Harrislees Trainerlegende Heie Jacobsen war damals so verärgert über die Leistung seiner Schützlinge, daß er spontan ein vom Verein bezahltes Mannschafts-Essen nach dem Spiel strich. Der VfL hatte dagegen sich nach ebenfalls verkorkstem Saisonstart ins obere Tabellendrittel vorgegeschoben.

Aber der Schein trog. Während sich bei den Harrisleern der kontinuierliche Aufbau aus der eigenen Jugend nach und nach bezahlt machte, brach beim VfL das finanzielle Konzept, sofern Management und die Oldesloer Marketing-Gesellschaft (OSM) überhaupt eines hatten, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Folgen: Während sich der TSV Nord Harrislee sportlich noch wieder ins untere Mittelfeld der Tabelle vorschob, mußte der VfL Oldesloe, obwohl dessen Punk-tepolster für den Nichtabstieg ausreicht, aus wirtschaftlichen Gründen die Segel streichen.

Nur um noch größeren finanziellen Schaden – Verlust der vom Gesamtversin gestellten Bundesliga-Kaution, Regreßansprüche anderer Vereine – vom VfL Oldesloe fernzuhalten, hat ein „Häufchen Aufrechter“ mit einer Notmannschaft die Saison weitergeführt.

Für das heutige letzte Spiel ist der Kader für Trainerin Zsuzsa Nyari noch kleiner geworden. Dana Kretsehmann, Jeanette Marquardt und Martina Kattner aus dem alten Kader, die nach dem finaniellen Kollaps Anfang März ebenso wie ihre mittlerweile verletzten Kolleginnen Birgit Walter und Silke Dumjahn noch weitergespielt hatten, haben sich mit dem letzten Heimspiel endgültig vom VfL verabschiedet und stehen für heute nicht mehr zur Verfügung.

Aber mit Stephanie Struppek, der letzten verbliebenen Spielerin aus dem alten Kader, und Anleihen aus der weiblichen A-Jugend und der zweiten Mannschaft, die schon seit Wochen hauptverantwortlich für die Fortsetzung des Spielbetriebs in der zweiten Liga ist, wird Zsuzsa Nyari auch heute ein spielfähiges Team auf die Beine bekommen.

Chancen auf einen Sieg oder einen Punktgewinn können sich die Stormarnerinnen natürlich trotzdem nicht ausrechnen. Aber beides ist dem VfL in der Vergangenheit ja auch in seinen besten Zeiten in Harrislee in voller Besetzung nie gelungen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 8.5.1999

 

1.5.1999 - 19:35 Niederlage im letzten Zweitliga-Spiel in der Stormarnhalle
Mit Ovationen verabschiedet

Mit stehenden Ovationen verabschiedeten knapp 200 Besucher in der Stormarnhalle -"leider nicht so viele, wie wir gehofft hatten", bedauerte Trainerin Zsuzsa Nyari -am Maifeiertag nach der Partie degen die SG Niederndodeleben die Zweitliga Handballerinnen des VfL Oldesloe. Nach acht Jahren war es der letzte Auftritt des VfL in eigener Halle in der zweithöchsten Handball-Spielklasse.

Gegen den Gast gab es erwartungsgemäß eine Niederlage, aber beim 19:35 zogen sich die Stormarnerinnen bravourös aus der Affäre. Die Ovationen der Zuschauer und das Lob der Offiziellen, schon vor dem Anpfiff vom VfL-Vorsitzenden Jan Rambke und Abteilungsleiter Manfred Priebsch in Dankesworte gekleidet, betraf alle Beteiligten an der letzten Heimpartie und noch ein paar mehr darüber hinaus.

Jeanette Marquardt, Dana Kretschmann, Martina Kattner und Steffi Struppek als Verbliebene aus dem einstigen Zweitligastamm hatten sich noch einmal ins Zeug gelegt. Birgit Walter und Silke Dumjahn hätten es sicher ebenso getan, wurden aber durch Verletzungen daran gehindert.

Aber der Beifall galt in gleichem Maße auch Sonja Bahe (Nr.5), die sich selbstlos wieder eingebracht hatte, als die Not für den VfL am größten war, und all den Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft, die seit eben diesem Zeitpunkt Anfang März bereitwillig die Lücken füllen und so ihrem Verein vor noch größerem Schaden bewahrt haben und noch bewahren. Schließlich steht am 9.Mai noch ein Auswärtsspiel beim TSV Nord Harrislee ins Haus, ehe die (Leidens-) Saison endgültig beendet ist.

Das Lob und den Beifall dürfen sich auch die am Samstag wieder überragende Torhüterin Andrea Berndt, ihre Vertreterinnen Claudia Hawer und Kirsten Hennings sowie die Feldspielerinnen Sylvia Gumz, Daniela Tietgen, Conny Renk, Andrea Lüneburg, Nicole Klafack (Nr. 14), Michaela Pardubitzky und Katja Paetz anrechnen.

Ob und wie eine Frauen-Handballmannschaft des VfL Oldesloe in der kommenden Saison spielen wird, ist ungewiß. Sportlich ist die Mannschaft trotz des finanziellen Kollapses in dieser Punktrunde nicht abgestiegen.

Der Wunsch der Offiziellen im VfL ist es weiterhin, nach der - erwarteten und gewollten - Ablehnung einer Zweitliga-Lizenz in die Oberliga zurückgestuft zu werden. An einer Mannschaft dafür wird gearbeitet. Dabei gibt sich der stellvertretende Abteilungsleiter Jens Willhöft, der im Gespann mit Kassenwart Uwe Trennt den Neuanfang in die Wege zu leiten versucht, optimistisch.

Wer den sportlichen Neuaufbau leiten soll, ist dagegen klar. Der Vertrag Mit Zsuzsa Nyari ist in der vergangenen Woche verlängert worden. Die Ungarin will gegen Mitte bis Ende Mai in Urlaub gehen. Bis dahin, so hoffe sie, herrscht Klarheit über die künftige Spielklasse, und es steht ein neuer Handballerinnen-Kader.

(aus: Stormarner Tageblatt vom 3.5.1999)

Freitag, 30. April 1999

Letztes VfL-Heimspiel

Abschied von der zweiten Bundesliga

(mth) Abschied nehmen vom „großen“ Sport heißt es am Sonnabend ab 16.30 Uhr in der Stormarnhalle für Oldesloer Handball-Fans. Gegen die SG Magdeburg/Niederndodeleben bestreiten die Handballerinnen des VfL ihr letztes Zweitligaspiel.

Acht Jahre haben die Oldesloerinnen zumeist eine gute Rolle in der zweithöchsten Spielklasse der Republik gespielt. Aus sportlichen Gründen müssen sie auch in diesem Jahr nicht absteigen. Aber die sattsam bekannte Mißwirtschaft von. Management und OSM haben die Sache zum Platzen gebracht.

Daß der VfL die Saison überhaupt noch zuende spielt, hat er seiner zweiten Mannschaft zu verdanken. Die Kreisliga-Spielerinnen sind zusammen mit dem verbliebenen Rest des alten Kaders selbstlos eingesprungen, um den Verein vor noch größerem Schaden zu bewahren.

Jan Rambke, Vorsitzender des VfL, weiß dieses Engagement zu schätzen, und ruft alle Fans, aber auch alle Vereinsmitglieder dazu auf, den Spielerinnen dafür durch zahlreiches Erscheinen und lautstarke Unterstützung zu danken.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.4.1999

 

Sonnabend, 1. Mai 1999

VfL Oldesloe – SG Niederndodeleben 19:35 (9:15)

Zum letztenmal Bundesliga-Handball beim VfL Oldesloe
Abschied in der Stormarnhalle

(sg) Es war wohl nicht unbedingt ein Zufall der Mode, daß Manfred Priebsch ein schwarzes Jackett zur grau-schwarzen Hose gewählt haue. Der Handball-Abteilungsleiter verabschiedete in der Stormarnhalle die Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe, von deren ursprünglicher Besetzung neben Trainerin Zsuzsa Nyari mit Jeanette Marquardt, Martina Kattner, Dana Kretschmann und Stephanie Struppek gerade noch ein gesundes Quartett übrig geblieben ist. Anläßlich des letzten Heimspiels gegen die SG Niederndodeleben (19:35) dankte Priebsch allen Spielerinnen, Helfern und ganz besonders den Frauen der zweiten Mannschaft, ohne deren Mithilfe der VfL Oldesloe die achte und letzte Saison in der zweiten Bundesliga nicht zuende gebracht hätte. Ob es jemals wieder Bundesliga-Handball beim VfL Oldesloe geben wird, darf bezweifelt werden. „In diesem Jahrzehnt jedenfalls nicht mehr“, sagte der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, der sich öffentlich für entstandene „Irritationen“ zwischen den Aktiven und der Vereinsführung entschuldigte. Kein Zweifel, die Finanzkrise hat tiefe Spuren hinterlassen.

Gerade noch 100 treue Zuschauer erwiesen dem gemischten Aufgebot die letzte Ehre. Für die VfL-Spielerinnen ging das sportliche Spießrutenlaufen wie erwartet gegen Magdeburg weiter. Zwar konnten die Gastgeberinnen dank ihres großen Engagements ein Desaster wie zuletzt in Marne (9:41) abwenden. Doch an der achten Niederlage in Serie führte kein Weg vorbei. „Es tut weh, wenn eine Mannschaft so vorgeführt wird. Uns hat es heute keinen Spaß gemacht“, bedauerte Gäste-Trainer André Hein die Entwicklung beim VfL Oldesloe.

Hein war nicht der Einzige: Peter Stäcker, verantwortlich für das Programmheft „Handball-Echo“, wies daraufhin, daß der VfL Oldesloe massiv in den Abstiegskampf der zweiten Bundesliga eingegriffen habe. So hatten Marne und Peine gegen die krisengeschüttelten Oldesloerinnen leichtes Spiel, während Holstein Kiel und der Wambeler SV gegen ein damals noch intaktes VfL-Team ohne Chance waren. „So etwas wird als Wettbewerbsverzerrung gesehen im Lande“, schrieb Stäcker, der zum letzten Mal als Verfasser aktiv war und diese Gelegenheit für allerlei Vorwürfe nutzte.

Wie es mit dem Frauen-Handball beim VfL Oldesloe nun weitergeht, ist noch ungeklärt. Sollten sich genügend Spielerinnen finden, steht Zsuzsa Nyari bereit, um einen Neubeginn zu wagen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 3.5.1999

 


2.5.99 - Ankündigung

Jetzt ist es soweit, am Samstag steigt für den VfL das letzte Heimspiel in der 2. Bundesliga, wahrscheinlich für lange Zeit. Gegner ist die SG Niederndodeleben. Die Damen müssen eine lange Reise antreten, um dann mit einem Kantersieg wieder nach Magdeburg zurückzukehren.
Der VfL hat massiv negativ in den Abstiegskampf eingegriffen, es ging leider nicht anders. Jeder von uns hätte sich jetzt lieber auf eine neue Saison in der 2. Liga vorbereitet, als dieses Spießrutenlaufen in den Hallen unser Gegner zu erleben. Danach kommt noch ein Spiel in Harrislee, ob das stattfindet, kann im Moment keiner sagen, es ist nicht eindeutig geklärt, ob eine Mannschaft zusammenkommt.

Ich hatte jetzt zufällig die Gelegenheit, eine Zeitung aus Marne in die Hände zu bekommen mit einem Bericht über den letzten Auftritt des VfL in deren Halle. Schade, kein Versuch, eine Geschichte vernünftig zu erzählen, viel Polemik - dabei hat Marne selbst extreme Schwierigkeiten. Die Sponsoren, die laut der Zeitung beim VfL noch zweimal spazierengetragen werden, werden dann nicht verschwunden sein, sie existieren weiter, zwar erst einmal nicht in der 2. Liga, aber sie unterstützen den Verein weiter. Im nächsten Jahr ist Marne erster Anwärter für die Regionalliga, das soll nicht polemisch sein, aber schon in diesem Jahr haben sie viel Glück gehabt.

Am Samstag werden in Bad Oldesloe einige Spielerinnen verabschiedet, nähere Informationen sind leider nicht bekannt.

22.4.1999 - HG Marne-Brunsbüttel VfL Oldesloe 41:9

Der VfL ist weiter vom Pech verfolgt. Birgit Walter erlitt in Peine einen Achillessehnenabriß, Martina Kattner einen Bänderriß und Steffi Struppeck eine Gehirnerschütterung. Damit sind es nur noch zwei bundesligataugliche Spielerinnen, die die Fahnen der Mannschaft hochhalten. In Marne traten acht Spielerinnen der 2. Mannschaft an. Kompliment an diese Spielerinnen. Aber irgendwie ist die ganze Geschichte eine wahnsinnige Wettbewerbsverzerrung. Es tut mit leid für Wambeln und Kiel, die darunter zu leiden haben.
Frohe Kunde für Bad Schwartau, unsere Torhüterin Silke Dumjahn ist doch nicht so verletzt, wie angenommen. Jetzt soll sie schon bald wieder mit dem Training beginnen!!

Jetzt herrscht Frustration im Übermaß.

Sportliche Frustration im Übermaß müssen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe verarbeiten. Daß Welten zwischen Kreisliga und zweiter Bundesliga liegen, war allen Beteiligten bekannt. Dennoch ließ die Oldesloerinnen das 9:41 (3:21) bei der HG Marne-Brunsbüttel nicht kalt. "Ich hatte gedacht, ich könnte locker bleiben. Aber es tut weh, hilflos mit ansehen zu müssen, wie sich meine Spielerinnen quälen", sagte Trainerin Zsuzsa Nyari nach dem erneuten Debakel.

Mit Jeanie und Dana wirkten nur noch zwei Akteurinnen mit, die zum einstigen Zweitliga-Kader zählen. Der Rest des Teams ist verletzt oder hat sich im Zuge der Finanzkrise verabschiedet. Und so sprangen gleich acht Spielerinnen aus dem Kreisliga-Team ein. Daß die siebte Schlappe in Folge für die Verlegenheitsformation Oldesloe deutlich ausfallen würde, stand zu erwarten. Denn die HSG Marne steht mitten im Abstiegskampf.

Wie es beim VfL Oldesloe mit dem Frauen-Handball weitergehen wird, scheint weitgehend unklar. Der Rückzug aus der Bundesliga ist beschlossen. Ob sich überhaupt genügend Spielerinnen für einen Neuaufbau finden, soll bis zum 1. Mai entschieden werden. Dann verabschiedet sich der VfL mit dem Heimspiel gegen Niederndodeleben aus er zweiten Bundesliga - vermutlich für lange Zeit.
Ahrensburger Zeitung vom 20.4.99 / Sönke Schulenburg

Zum Abschluß ein Gedicht eines unser treuesten Fans.
Stefan hat seit zwanzig Jahren den Frauenhandball in Bad Oldesloe begleitet:

Wenn ein Traum stirbt

Die Hoffnung aufs Gute,
die habe ich gehabt.
Den Glauben an's Positive,
den habe ich vorausgesetzt.
Nur war ich auf eines nicht gefaßt,
auf's Unbekannte,
als mein Traum starb!!!

von Stefan Wohlfahrt

 

13.4.99 - Lübecker Nachrichten vom 13.4.99 (WEH)
"Wir halten unsere Knochen hin - keiner dankt es"

Als Spielmacherin Roswitha Bein vor fünf Wochen ihren Rücktritt beim VfL Oldesloe erklärte,, begründete sie diesen Schritt mit dem "zerstörten Vertrauensverhältnis" zwischen Vereinsführung und Spielerinnen. Gleichzeitig hörten Eike Lange, Sandra Koslowski und Piet Küsel auf. "Im Nachhinein haben diese vier völlig recht behalten", sagt Dana Kretschmann, die zusammen mit Birgit Walter, Jeanette Marquardt, Stephanie Struppeck und Martina Kattner aus dem Zweitliga-Kader übrig geblieben ist. Gemeinsam mit Spielerinnen aus dem Kreisliga-Team des VfL Oldesloe II sollte die Saison sportlich überfordert, aber doch halbwegs anständig zu Ende gespielt werden.

Doch drei Tage Spieltage vor Schluß rumort es gewaltig im Rumpfkader. Die Spielerinnen fühlen sich getäuscht, wollen am 8.5.99 zum Auswärtsspiel beim TSV Nord Harrislee demonstrativ nicht mehr antreten und formulierten auf dem Rückweg nach der 17:33 Schlappe beim MTV VJ Peine ihren öffentlichen Protest gegen die Vereinspolitik.

"Der VfL-Vorsitzende Jan Rambke hat uns versichert, daß wir die Leihwagen bis zum Saisonende behalten können. Wieder eine Zusage, die nicht eingehalten wurde", fühlen sich Dana Kretschmann und ihre Mitstreiterinnen an die Zeiten des notorisch großsprecherischen Ex-Managers Wilfried Koslowski erinnert. In der Woche vor Ostern mußten die Spielerinnen ihre Fahrzeuge abgeben. Die Oldesloer Sport-Marketing, die Konkurs angemeldet hat, hatte die Leasingraten nicht mehr aufbringen können. "Wir hatten wirklich gehofft, bis Anfang Mai würden die Vertragspartner stillhalten", zeigt der VfL-Vorsitzende Rambke Verständnis für den Zorn der Handballerinnen, Der kochte auf dem Rückweg nach dem Peine-Debakel besonders hoch. Denn mit Birgit Walter (Achillessehnenriß), Martina Kattner (Verdacht auf Bänderriß) und Stephanie Struppeck (Platzwunde und Gehirnerschütterung) erlitten drei Leistungsträgerinnen schwere Verletzungen. Für Mannschaftsführerin Birgit Walter könnte die erneute Verletzung das Ende ihrer Handball-Karriere bedeuten. "Wir halten unsere Knochen hin. Keine Mensch dankt es," brachte Dana Kretschmann die Kritik auf den Punkt....

17:33 Niederlage der VfL-Handballerinnen
Wieder tapfer gekämpft
MTV VJ Peine - VfL Oldesloe 33:17

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe haben auch ihr drittletztes Auswärtsspiel ihrer letzten Saison in der zweiten Liga mit Anstand über die Bühne gebracht. Beim MTV VJ Peine aber konnte das Rumpfteam eine neuerliche Niederlage nicht verhindern. Die Niedersachsen verbesserten mit einem 33: 17 (18:10) ihre Chancen auf den Klassenerhalt.

Zu allen anderen Turbulenzen läuft den Oldesloerinnen auch noch das Verletzungspech hinterher. Neben der Dauerverletzten Silke Dumjahn stand für das Tor auch Andrea Berndt nicht zur Verfügung. Für sie sprang Christel Henning aus der zweiten Mannschaft ein, so daß Claudia Hawer nicht die ganze Last zu tragen hatte.

Dazu zogen sich Birgit Walter, Martina Kattner und Stephanie Struppeck während des Spieles Blessuren zu, so daß streckenweise nicht mehr als zwei Spielerinnen mit Zweitliga-Erfahrung für den VfL auf dem Feld standen. Gemessen daran war das Resultat noch sehr beachtlich. Großen Anteil daran hatte Dana Kretschmann mit 9 Toren. Jeanie Marquardt schied in der 55. Minute nach der dritten Zwei Minuten Strafe aus. Weiter spielten Katja Paetz, Nicole Klafack, Sonja Bahe, Corinna Renk und Daniela Tietgen.

(Stormarner Tageblatt vom 12.4.99)

9.4.99
Zukunft des Frauenhandballs in Oldesloe bleibt weiter offen

Weiter Hickhack um eine Bundesliga-Lizenz

Die Zukunft des Frauenhandballs in Oldesloe ist weiter ungewiß. Entgegen dem zunächst verkündeten Verzicht hat der VfL doch eine Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison beantragt. Mit dem Ziel allerdings, eine Absage zu bekommen und dann automatisch in die Oberliga zurückgestuft zu werden.

von Manfred Thomsen - Stormarner Tageblatt vom 9.4. 99

Der VfL Oldesloe hat nun doch - entgegen seiner offiziellen Verlautbarung vom 28. März - eine neue Lizenz für die kommende Saison in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen beantragt. Trotzdem bleibt die Absicht der Stormarnerinnen bestehen, die Saison 1999/2000, wenn möglich, in der Oberliga Schleswig-Holstein zu spielen.

Das ist, so sieht es der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, nur scheinbar ein Widerspruch in sich. Es handelt sich vielmehr um den Versuch, die Wunschvorstellung des VfL und die Spielordnung des DHB in Einklang zu bringen. Auf diese Möglichkeit wurden Rambke und seine Mitstreiter von einem Kenner der Paragraphen hingewiesen.

Bei einem vereinsseitigen Verzicht würde der VfL nach gültiger Rechtslage keineswegs, wie von Ihnen angenommen, in die Oberliga zurückgestuft. In diesem Fall müßte er in der Kreisliga neu beginnen. Lehnt aber der DHB die beantragte Lizenz ab, erfolgt die Rückstufung um zwei Klassen automatisch.

Für eine solche Ablehnung glaubt man beim VfL die Weichen gestellt zu haben. Ob die Rechnung aufgeht, bleibt abzuwarten. In der zweiten Liga jedenfalls werden die Oldesloerinnen auch dann in der kommenden Saison nicht spielen, wenn der DHB ihnen wider Erwarten eine Lizenz erteilt. "Dann", so Rambke, "würde der VfL seinen Antrag nachträglich wieder zurückziehen." Folge: siehe oben.

Es bleibt also spannend, wie es mit dem Frauen-Handball in der Stormarner Kreisstadt weitergeht. Besiegelt ist dagegen das Schicksal der Oldesloer Sport-Marketing (OSM), in deren Verantwortung die wirtschaftlichen Belange der laufenden Saison lagen. Die OSM hat mittlerweile beim Amtsgericht Konkurs beantragt.

Ein Blick in die sportliche Zukunft: Am 19. April, wenn sich alle potentiellen Neuzugänge zu einem Probetraining in Oldesloe einfinden, will Zsuzsa Nyari entscheiden, ob sie für die kommende Saison Trainerin beim VfL bleibt.

8.4.1999 - Was gibt es Neues beim VfL Oldesloe?

Enttäuschung und Wut unter den Fans, man kann es nicht verstehen, daß hier eine Person ohne Kontrolle das Geld ausgeben konnte, das gar nicht vorhanden war. Auf eine Gesellschaft wie die Oldesloer Sport Marketing, die völlig führungslos durch die Gegend "eierte" und vor Dilletantismus nur so strotzt. Es lohnt nicht, sich weiter zu ereifern, aber die Fans rufen ständig bei mir an und regen sich über die Machenschaften der OSM auf.

Das Thema ist auch bald vorbei. Der Konkursantrag wird gestellt (oder ist bereits), dann wird diese Firma liquidiert. In der Zwischenzeit haben die Autopartner des VfL Oldesloe die Leasingverträge gekündigt und die Spielerinnen stehen ohne Auto dar. Es gibt so keine Möglichkeit mehr, zum Training zu kommen. Momentan weiß niemand, wer am Wochenende gegen Peine aufläuft, die Trainerin weilt in Urgarn und denkt darüber nach, ob ein weiteres Engagement beim VfL noch möglich ist.

Mit den Sponsoren muß verhandelt werden, eine Mannschaft muß zusammengestellt werden - aber in welcher Klasse wird sie spielen - es ist alles nicht ganz einfach. Von der heutigen Mannschaft sind erst zwei Spielerinnen mit einem Vertrag für die kommende Saison ausgerüstet. Jeanette Marquardt wechselt zum VfL Bad Schwartau und Martina Kattner zum TSV Ellerbek. Die Gerüchteküche brodelt, aber diese Infos sind belegbar.

Sonntag, 28.3.1999

Der Vfl Oldesloe hat am heutigen Tage beschlossen, keine Mannschaft für die kommende Bundesligasaison 1999/2000 zu melden. Der VfL Oldesloe wird versuchen, eine neue Mannschaft zusammenzustellen und sich um einen Platz in der Oberliga Schleswig-Holstein bemühen.

Pressestimmen: Stormarner Tageblatt vom 30.3.99

Über die Verhältnisse gelebt

20 Jahre waren die Handballerinnen des VfL Oldesloe ein Aushängeschild des Stormarner Sports. Das ist jetzt Vergangenheit. Obwohl sportlich nicht abgestiegen, verzichtet der Verein darauf, für die kommende Saison eine Bundesliga-Lizenz zu beantragen.

Er zieht damit die Konsequenz aus einer beispiellosen Mißwirtschaft in den letzten zwei Jahren. Großmannssüchtige Pläne eines Managers und der Marketing-Firma, die sich mit Geld, das nur in der Phantasie vorhanden war, in die erste Liga einkaufen wollte, sind wie eine Seifenblase zerplatzt.

Die Versuche ehrlicher Helfer, den Scherbenhaufen, den der Manager mit einem sechsstelligen Defizit hinterlassen hat, zu kitten, sind gescheitert. Das Vertrauen ist auf absehbare Zeit verspielt und es rächt sich, daß es nennenswerten eigenen Nachwuchs, der in die Bresche hätte springen können, seit Jahren nicht gibt.

Die Gelackmeierten sind die treuen Fans. Für sie findet Bundesliga-Handball nur noch in der Erinnerung statt.

(Manfred Thomsen)

Aus für Bundesliga-Handball

"In Bad Oldesloe wird es auch in den kommenden Jahren Bundesliga-Handball geben." Das verkündete Wilfried KOSLOWSKI, zu der Zeit noch Manager der Zweitliga-Handballerinnen, am 19. Dezember 1998 über Mikrophon vor dem Spiel gegen die HSG Marne/Brunsbüttel.
Er wollte damit Gerüchte entkräften, der Bundesliga-Handball stehe vor dem finanziellen Ruin. "Alles halb so schlimm", lautete der Tenor seiner Ausführungen. Tatsächlich aber war die Oldesloer Sport-Marketing (OSM), über die seit Jahren alle wirtschaftlichen Belange der Zweitliga Handballmannschaft des VfL Oldesloe abgewickelt wurden, praktisch zahlungsunfähig.

Die Kasse war leer, nennenswerte Einnahmen standen nicht mehr an, aber vertragliche Leistungen der Spielerinnen und Forderungen Dritter summierten sich bis zum Saisonende auf einen sechsstelligen Betrag. Zu diesem Ergebnis kam ein Fünfer - Gremium, das im Januar die Geschicke übernahm. Mit Unterstützung des Gesamtvereins gelang es, die Fortführung der Saison zu sichern und sogar einen zweitliga-tauglichen Etat für die kommende Saison aufzustellen.

Aber ihr Versuch, dafür eine Mannschaft zusammenzustellen, ist gescheitert. Vier Spielerinnen aus dem alten Kader stiegen Anfang März aus, fast alle anderen haben für das Saisonende angekündigt, den VfL zu verlassen. Nur wenige junge, talentierte Nachwuchsspielerinnen aus der Region ließen ihre Bereitschaft erkennen, für einen Neuanfang in der zweiten Liga zum VfL zu kommen.

Deshalb hat der Verein darauf verzichtet, eine Lizenz zu beantragen. Nach den Statuten des DHB wird der VfL in die Oberliga zurückgestuft. Auch dafür hat er noch kein spielfähiges Team zusammen. Die Arbeit beginnt wieder von vorn. Mit den Sponsoren muß wieder verhandelt werden und die Suche nach Spielerinnen - nun für ein Oberliga-Team - geht in eine neue Runde.

Ob und wie es es im Oldesloer Frauenhandball weitergeht, wird erst am Ende dieser Bemühungen zu erkennen sein.
( Manfred Thomsen 30.3.99 )

Hamburger Abendblatt 30.3.99 Sönke Schulenburg

Das Ende in der 2. Bundesliga
Handball: VfL Oldesloe verzichtet auf DHB-Lizenz und plant für die Oberliga

Die Zeichen standen seit Wochen an der Wand - nun herrscht Gewißheit. der VfL Oldesloe wird für die Saison 1999/2000 keine Lizenz für die 2. Bundesliga Nord beantragen. "Das Thema Bundesliga ist damit passé", sagt der VfL-Vorsitzende Jan Rambke.

Nach achtjähriger Zugehörigkeit zur zweithöchsten Frauenklasse steht man beim VfL sportlich und finanziell vor einem Scherbenhaufen. Am Ende fanden sich nicht genügend Spielerinnen für einen kompletten Neubeginn, Nachwuchstalente sind nicht in sicht. Und das, obwohl für die 2. Liga ein von Sponsoren abgesicherter Etat in Höhe von DM 65.000,-- zur Verfügung gestanden hätte.

"Wer besteigt schon ein sinkendes Schiff?" hatte Roswitha Bein vor drei Wochen geunkt. Die langjährige Spielmacherin hatte zusammen mit Eike Lange, Petra Küsel und Sandra Koslowski Anfang März frustriert das Handtuch geworfen. Der Rest der Mannschaft spielt weiter, allerdings ohne jede Aussicht auf einst zugesagte Aufwandsentschädigungen. Voraussichtlich mit Ausnahme von Stephanie Struppek werden alle Akteurinnen den VfL am Saisonende verlassen. Schulden in Höhe von angeblich 130.000 DM lasten auf dem laufenden Etat, der vorgeschalteten OSM droht wahrscheinlich der Konkurs. "Der ehemalige Manager Wilfried Koslowski hat offenbar alle hinters Licht geführt", sagt der VfL-Vorsitzende Rambke, der sich zusammen mit einem Fünfer Gremium in den vergangenen Wochen um Schadensbegrenzung bemühte. Koslowski, um großspurige Reden nie verlegen, wurde zwar nachträglich gefeuert, genoß aber zuvor offenkundig jegliche Freiheiten - eine Kostenkontrolle fand kaum statt.

Auch sportlich bewegt sich das Rumpfteam des VfL Oldesloe am Rande des Offenbarungseides: Ohne die vier zweitliga-erfahrenen "Aussteigerinnen" reichte es bisher nicht mehr zum Sieg. Das 14:42 bei Spitzenreiter VfL Oldenburg geriet am vergangenen Sonnabend fast zum Spießrutenlaufen für die Verlegenheits-Formation, die sich nur dank fünf bis sechs unerschrockenen Spielerinnen aus dem Kreisliga-Team über Wasser halten kann.

Auf diese Weise bleibt dem Kreisstadt-Klub immerhin seine "25.000-Mark-Bürgschaft" gegenüber dem DHB erhalten. Die wäre - ebenso wie Schadensersatzforderungen der Konkurrenz - bei einem Rückzug des Teams in der laufenden Saison fällig. In Abstiegsgefahr dürfte der VfL allerdings nicht mehr geraten, selbst wenn die noch ausstehenden vier Spiele verloren werden sollten.

Weitgehend vergeblich hatten sich die VfL-Verantwortlichen um Neuzugänge bemüht. "Wir haben fünf, sechs Zusagen. Aber das reicht nicht, um eine Mannschaft zu melden", sagt das Team um Trainerin Zsuzsa Nyari, Jens Willhöft, Peter Stäcker und Uwe Trennt, das sich um einen Neubeginn in der Oberliga bemüht. Ob Trainerin Nyari bleibt, ist ungewiß. Die ungarische Ex-Nationalspielerin hat Handball zu ihrem Beruf gemacht und dürfte bei (lukrativen) Angeboten aus der 2. Bundesliga kaum zu halten sein.

Mit tiefer Verärgerung beobachtet Ingo Naths, Frauen-Trainer beim benachbarten Klub GHG Hahnheide, die Oldesloer Oberliga-Planungen. Nicht nur, daß sein Team als "Drittletzter" der Tabelle durch ein Oldesloer Antreten in de Oberliga möglicherweise zum Abstieg verurteilt ist. Seitens des VfL Oldesloe soll es massive Abwerbungsversuche bei GHG Leistungsträgerinnen gegeben haben, was Naths in Rage versetzt.

"Der VfL Oldesloe hat offenbar überhaupt nichts dazugelernt. Statt endlich vernünftige Jugendarbeit zu betreiben, winkt der Nachbar mit der Geldbörse", sagt Naths erbost, die sollten lieber vernünftig sein und bei Null anfangen.
(soweit die Ahrensburger Nachrichten)

Allen Handballfreunden wünsche ich schöne Ostertage, irgendwo wird bestimmt gespielt, den Oldesloer Fans kann ich nur sagen, habt Geduld mit uns, wir tun, was in unserer Macht steht!!

Freitag, 9. April 1999

Zukunft des Frauenhandballs in Oldesloe bleibt weiter offen
Weiter Hickhack um eine Bundesliga-Lizenz

Die Zukunft des Frauen-Handballs in Oldesloe ist weiter ungewiß. Entgegen dem zunächst verkündeten Verzicht hat der VfL doch eine Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison beantragt. Mit dem Ziel allerdings, eine Absage zu bekommen und dann automatisch in die Oberliga zurückgestuft zu werden.

(Manfred Thomsen) Der VfL Oldesloe hat nun doch – entgegen seiner offiziellen Verlautbarung vorn 28. März – eine neue Lizenz für kommende Saison in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen beantragt. Trotzdem bleibt die Absicht der Stormarner bestehen, die Saison 1999/2000, wenn möglich, in der Oberliga Schleswig-Holstein zu spielen.

Das ist, so sieht es der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, nur scheinbar ein Widerspruch in sich. Es handelt sich vielmehr um den Versuch, die Wunschvorstellung des VfL und die Spielordnung des DHB in Einklang zu bringen. Auf diese Möglichkeit wurden Rambke und seine Mitstreiter von einem Kenner der Paragraphen hingewiesen. Bei einem veroinsseitigen Verzicht auf die Lizenz würde der VIL nach gültiger Rechtslage keineswegs, wie von ihm angenommen, in die Oberliga zurückgestuft. In dem Fall müßte er in der Kreisliga neu beginnen. Lehnt aber der DHB die beantragte Lizenz ab, erfolgt die Rückstufung um zwei Klassen automatisch. Für eine solche Ablehnung glaubt man beim VIL die Weichen gestellt zu haben. Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt abzuwarten. In der zweiten Liga jedenfalls werden die Oldesloerinnen auch dann in der kommenden Saison nicht spielen, wenn der DHB ihnen wider Erwarten eine Lizenz erteilt. Dann, so Rambke, „würde der VfL seinen Antrag nachträglich wieder zurückziehen“. Folge: siehe oben.

Es bleibt also spannend, wie es mit dem Frauenhandball in der Stormarner Kreisstadt weitergeht. Besiegelt ist dagegen das Schicksal der Oldesloer Sport-Marketing (OSM), in deren Verantwortung die wirtschaftlichen Belange der laufenden Saison lagen. Die OSM hat mittlerweile beim Amtsgericht Konkurs beantragt.

Ein Blick in die sportliche Zukunft: Am 19. April, wenn sich alle potentiellen Neuzugänge für die kommende Saison zu einem Probetraining in Oldesloe einfinden, will Zsuzsa Nyari entscheiden, ob sie für die kommende Saison Trainerin beim VfL bleibt.

 

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