Dienstag, 30. März 1999

Über die Verhältnisse gelebt

(Manfred Thomsen) 20 Jahre waren die Handballerinnen des VfL Oldesloe ein Aushängeschild des Stormarner Sports. Das ist jetzt Vergangenheit. Obwohl sportlich nicht abgestiegen, verzichtet der Verein darauf, für die kommende Saison eine Bundesliga-Lizenz zu beantragen.

Er zieht damit die Konsequenz aus einer beispiellosen Mißwirtschaft in den letzten zwei Jahren. Großmannssüchtige Pläne eines Managers und der Marketing-Firma, dIe sich mit Geld, das nur in der Phantasie vorhanden war, in die erste Liga einkaufen wollten, sind wie eine Seifenblase zerplatzt.

Die Versuche ehrlicher Helfer, den Scherbenhaufen, den der Manager mit einem sechsstelligen Defizit hinterlassen hat, zu kitten, sind gescheitert. Das Vertrauen ist auf absehbare Zeit verspielt und es rächt sich, daß es nennenswerten eigenen Nachwuchs, der in die Bresche hätte springen können, seit Jahren nicht gibt.

Die Gelackmeierten sind die treuen Fans. Für sie findet Bundesliga-Handball nur noch in der Erinnerung statt.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.3.1999

 

Sonnabend, 27. März 1999

VfL Oldenburg – VfL Oldesloe 42:14 (21:9)

Bedauernswerte Torhüterinnen

(sg) Während kleine Kinder aufgeregt die noch verbleibenden Tage bis Ostern zählen, sehnen die Handball-Frauen des VfL Oldesloe den letzten Spieltag der zweiten Bundesliga herbei. Noch vier Begegnungen stehen aus. Aber ob der Oldesloer Verlegenheits-Formation bis zum 8. Mai noch ein sportliches Erfolgserlebnis vergönnt ist, darf bezweifelt werden. Beim VfL Oldenburg fand das gemischte Zweit- und Kreisliga-Team aus Stormarn jedenfalls keine Gnade. Der Spitzenreiter zeigte schonungslos den Klassenunterschied auf: 14:42 (9:21) lautete der Endstand aus Oldesloer Sicht – ein Debakel.

Immerhin: Diese sportliche Demütigung steckten die Gäste relativ gelassen weg. Denn der souveräne Tabellenführer VfL Oldenburg ist die Ausnahmemannschaft der Saison und demonstriert seit seinem Bundesliga-Abstieg mit schöner Regelmäßigkeit Erstliga-Tauglichkeit. Am Oldenburger Wiederaufstieg gibt es nichts mehr zu rütteln. „Ich hatte geglaubt, die würden nicht mehr so konzentriert zu Werke gehen“, mußte Gäste-Trainerin Zsuzsa Nyari stille Hoffnungen auf Oldenburger Überheblichkeit schnell begraben. Bedauernswert waren die beiden VfL-Torhüterinnen Andrea Berndt und Claudia Hawer, die sich rund zwei Dutzend Gegenstößen oft allein entgegenstellen mußten. Beide Kreisliga-Keeperinnen behalten bis zum Saisonende einen Stammplatz. Denn Silke Dumjahn erlitt beim Lehrgang mit den DHB-Juriiorinen einen Kreuzbandriß.

Die Oldesloer Tore warfen: Birgit Walter, Jeanette Marquardt (je 3), Dana Kretschmann, Martina Kattner, Sonja Bahr (je 2), Daniela Tietgen, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 29.3.1999

 

22.3.99 - VfL Oldesloe SG GM Berlin 20:26

Wir haben unser vorletztes Heimspiel der Saison in der Stormarnhalle gespielt und gegen GM Berlin mit 20.26 verloren. Nach den Ereignissen der letzten Wochen ein normales Ergebnis. Doch dieser Abend war etwas Besonderes. In der Mannschaft standen je fünf Spielerinnen der Bundesligamannschaft und der zweiten Mannschaft. Die Spielerinnen hatten unter der Woche zum ersten Mal zusammen trainiert, um sich überhaupt kennenzulernen.

Das Spiel begann wie alle anderen Spiele zuvor. Unkonzentrierte Oldesloer Spielerinnen und starke Rückraumspielerinnen auf der anderen Seite. Eine Oldesloer Abwehr , die nicht anwesend war und eine Torhüterin Andrea Berndt, die in ihrem ersten Spiel völlig alleingelassen und chancenlos gegen diese Knaller war. Nach wenigen Minuten stand es 2:10 und den Zuschauern lief ein kalter Schauer über den Rücken ob des grausamen Spieles auf Oldesloer Seite. Aber dann ging irgendwie ein Ruck durch das Team. Tor um Tor wurde aufgeholt und das Publikum wachte auf aus seiner Liturgie auf. Der Fanclub gab sein letztes (super Unterstützung wie schon in Berlin!! Danke Paul!!) und die sicher nicht so guten Berlinerinnen wurden sogar nervös. Auf drei Tore kam man heran, kurz vor der Halbzeit setzte sich GM Berlin aber wieder auf sechs Tore ab.

Die zweite Halbzeit wurde zum richtigen Kampfspiel. Jetzt kamen auch die Akteure der zweiten Mannschaft mehr zum Einsatz. Daniela Tietgen und Sylvia Gumz im Feld legten ihre Nervosität ab und Sylvia konnte sogar einen 7m verwandeln, was Jeanie und Dana leider vorher nicht schafften. Im Tor kam auch noch die zweite Torfrau Claudia Hawer zum Einsatz, hatte aber keine Chance, Bälle abzuwehren. Martina Kattner lief zu Höchstform auf (lag es vielleicht an ihrer neuen Frisur - sieht sehr gut aus, niemand hatte sie eingangs erkannt) und die Mannschaft schaffte es, den Vorsprung nicht zu groß werden zu lassen. Das lag dann aber auch an Andrea Berndt, die toll gehalten hat und unter anderem einen 7m abwehren konnte. Das Publikum belohnte jede gelungene Aktion mit Applaus und Fehler wurden nicht mit Pfiffen bedacht. Auch der Berliner Trainer sprach nach dem Spiel von einem tollen Publikum und es wäre schade, wenn Bad Oldesloe von de Bundesligakarte verschwinden würde.

Der Sieg war verdient, das Oldesloer Publikum belohnte aber den Einsatz der Mannschaft mit standing ovations nach dem Abpfiff. Daran kann ich mich kaum erinnern, daß so etwas in Oldesloe bei einer Niederlage passiert ist. Die Mannschaft bedankte sich dann auch auf ihre Weise für die Kundgebungen des Publikums.

In den kommenden Tagen werden noch Gespräche mit Spielerinnen geführt, die möglicherweise in der kommenden Saison für den VfL Oldesloe den Platz in der Bundesliga halten wollen. Das wäre ein schöner Erfolg für uns nach der Zei,t die wir aufgewandt haben, um zu retten, was zu retten ist. Am 1.4.99 muß der Lizenzantrag beim DHB vorliegen, es ist nicht mehr viel Zeit, aber aufgegeben wird erst nach diesem Termin - wenn überhaupt!!

20.3.99

20 schöne Handballjahre sind vielleicht vorbei, viele Fans werden sehr traurig sein.

April 1979 - die weibliche Jugend des VfL Oldesloe wird zum ersten Mal Deutscher Meister - ein sensationeller Erfolg für den Verein und Beginn einer erfolgreichen Ära im Jugend- und Damenhandball. März 1999 - exakt 20 Jahre später - der VfL Oldesloe steht vor einem Scherbenhaufen. Vernachlässigte Jugendarbeit und finanzieller Kollaps - das Ende des Leistungshandballs in Bad Oldesloe steht kurz bevor. Es würde den Rahmen sprengen, an dieser Stelle auf alles eingehen zu wollen, was dazu geführt hat, den Verein in diese Situation zu bringen. Aber auf die letzten Monate möchte ich ein wenig eingehen. Mein erstes bewußt erlebtes Frauen (Jugend)-Handballspiel in Bad Oldesloe war das oben erwähnte Ereignis. Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag, wie ich nach Spielende ein Mannschaftsfoto erstellte, in meine Dunkelkammer marschierte und am gleichen Nachmittag für jede Spielerin ein Foto entwickelte. Seit diesem Zeitpunkt bin ich aktiv dabei, ein Fan dieser Sportart, nachlesen kann man all diese Ereignisse aus den vergangenen Jahren auf unserem Internetauftritt.

Die Saison 98/99 ist leider nur ein Ergebnis einer völlig verkorksten Saison 97/98. Dort wollte der Manager der Mannschaft unbedingt das Ziel erreichen, in die 1. Liga aufzusteigen. Dazu wurden Spielerinnen verpflichtet, die nicht nur ergänzen sondern auch führen konnten. Aber sie kosteten auch viel Geld. Anja Kramer bot sich in ganz Schleswig-Holstein an, die finanziellen Forderungen wurden mir von verschiedenen Trainern der 2. Liga genannt, unser Manager kaufte ein. Ein Sponsor zahlte, wer immer das auch war. Dann kam Birthe von Jagow plötzlich dazu, sie war herzlich willkommen in Bad Oldesloe und auch die Wechselabsichten von Marion Werner zerschlugen sich. Plötzlich waren da 14 Spielerinnen, die einen Haufen Geld kosteten. Sponsoren waren keine hinzugekommen und so mußte man schon im November der letzten Saison feststellen, daß kein Geld mehr da war. Die OSM sprach mehrere Personen an, die helfen sollten, Sponsoren zu akquirieren. Eine Präsentation der Mannschaft wurde erstellt, aber viele Firmen hatten ihren Etat bereits verplant. So schleppte man sich über die Runden, irgendwie kamen Gelder und niemand wußte, wo sie herkamen. Die Spielerinnen mußten auf ihre Bezüge warten. Genaue Zahlen kann niemand nennen, eine Bilanz gibt es nicht. Nur die Presse brachte um die Jahreswende eine Zahl ins Spiel, die noch zu klein war - man nannte DM 220.000,-. Hilflose Erklärungsversuche von Seiten des Managers und der OSM.

Irgendwie kam man über die Saison und häufig wurde in der OSM die Aussage gemacht „Eigentlich müssten wir aufhören!“. Aber niemand sprach es laut aus. Die Gelder für die laufenden Saison kamen und die Rechnungen der alten Serie wurden beglichen. Der Manager hatte keinen neuen Geldgeber gewinnen können und zu allem Überfluß wurde der Vertrag mit Citroen sinnlos gekündigt. Gleichzeitig orderte man fünf Autos bei der Travag in Bad Oldesloe, auch ohne irgendwelche Zwänge. So begannen die Probleme zu eskalieren. Die OSM hatte längst keinen Überblick mehr und schlitterte von einem Unglück in das nächste. Die Spielerinnen wurden vom Manager vorgeführt und vorsätzlich belogen. Angeblich geplatzte Schecks von Sponsoren, ganz plötzlich abgesprungene Sponsoren, etc. etc.. Hochachtung vor der Mannschaft, daß sie trotzdem weitergemacht hatte. Dann die Geschichte mit Erzika Bakai. Sie wurde zu einem Zeitpunkt verpflichtet, als die Mannschaft schon keine Gelder mehr bekommen hatte. Und es sickerten Gerüchte über die Höhe des Entgeltes durch, da gab es keine Chance zu einer vernünftigen Zusammenarbeit zwischen Mannschaft und Erzika. Der angebliche Sponsor sprang ab und die Gelder mußten von der OSM bezahlt werden. Es gab schon im Herbst keine Basis mehr zwischen Mannschaft und OSM und die ganze Dramatik kam im Januar zum Ausbruch. Noch im Dezember beim letzten Heimspiel verkündete der Manager lauthals auf bekannte Art - es wird auch in den kommenden Jahren Bundesligahandball in Bad Oldesloe geben und Birgit Walter als Mannschaftsführerin sagte im Namen der Mannschaft: „Egal was passiert, wir spielen die Saison zuende.“

Die letzten Freunde des Managers durften noch einmal ihre Verbundenheit mit einer kleinen Showeinlage darstellen und DM 500,- an die OSM spenden, aber es war schon zu spät. Im Januar bat Zsuzsa fünf Personen ihres Vertrauens, zu retten, was noch zu retten ist, aber eine reelle Chance hatten wir nicht. DM 70.000,- Sponsorengelder waren bereits ausgegeben, die Kosten bis zum Ende der Saison belaufen sich auf DM 130.000 , Einnahmen sind keine zu erwarten. Der VfL Oldesloe bezahlte mit einem zinslosen Kredit in Höhe von DM 25.000,- die Bezüge der Spielerinnen bis Ende Januar. Der Manager war schon lange nicht mehr dabei, die Mannschaft kündigte an, nicht aufzulaufen, sollte er in der Halle sein. Als letztes Geschenk griff er noch einmal ganz tief in seine Märchenkiste. Ein Hauptsponsor wollte kurzfristig über 8-10.000.- DM nachdenken. Auf Nachfrage ergab sich natürlich, daß es sich um eine Lüge handelte. Und dem VfL-Vorstand wurden zwei Sponsoren vorgejubelt, die jeweils DM 10.000.- geben wollten. Rechnungen wurden geschrieben, aber es passierte nichts. Nachträglich wurde dieser Manager vom VfL-Vorstand entlassen.

In Bad Schwartau hinterließ er vor einigen Jahren DM 60.000,- Schulden, er hat dazugelernt, hier schaffte er schon die doppelte Summe. Jetzt möchte er noch Sönke Schulenburg verklagen, der als Redakteur der Ahrensburger Zeitung Tatsachen berichtet hatte. Sollte es dazu kommen, können wir vielleicht nachvollziehen, woher all die Gelder gekommen sind, mit denen die letzten Jahre bezahlt wurden. Wie sagte doch immer die OSM:“ Wir wissen nicht, woher das Geld kommt, aber bisher hat er es immer irgendwie besorgt!“

Jetzt naht das Ende. Rossi, Eike, Piet und Sandra haben die Mannschaft verlassen. Steffi bleibt in Oldesloe, wenn wir eine Mannschaft zusammenbekommen, alle anderen möchten nur noch die Saison beenden und spielen dann in anderen Vereinen. Was danach kommt, steht in den Sternen. Mit den Sponsoren haben wir gesprochen, sie kennen die Situation und bleiben uns treu. Wenn wir keine Lizenz beantragen, geht es maximal in der Oberliga weiter. Aber ohne Spielerinnen ist auch das undenkbar.

20 schöne Handballjahre sind vielleicht vorbei, viele Fans werden sehr traurig sein.

SV GutsMuths/Berlin – VfL Oldesloe 26:20 (14:7)

Ein Desaster verhindert

(Sönke Schulenburg) Neun Feldspielerinnen und zwei Torfrauen, selten waren die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in dieser Zweitliga-Saison mit so vielen Spielerinnen angetreten wie gegen die SG GutsMuths/BTSV Berlin. Der Nachteil: Weder die beiden Torfrauen Andrea Berndt und Claudia Hawer noch Corinna Renk, Sylvia Gumz oder Daniela Tietgen verfügen über nennenswerte Erfahrungen in der zweithöchsten Spielklasse.

Das Quintett aus der Kreisliga-Mannschaft des VfL Oldesloe II, das fünf Spielklassen tiefer angesiedelt ist, sprang vor rund 300 Besuchern ebenso mutig in die Bresche wie Sonja Bahr, die nach zwei Jahren Pause ihren Ex-Kolleginnen in diesen schweren Zeiten beisteht. Die Finanzkrise, deren komplettes Ausmaß (130.000 Mark Saisondefizit) im Programmheft in aller Ausführlichkeit dargestellt wurde hatte dazu geführt, daß mit Roswitha Bein, Petra Küsel, Eike Lange und Sandra Koslowski vier Leistungsträgerinnen das Handtuch geworfen hatten. Zudem weilte Torhüterin Silke Dumjahn auf einem Lehrgang mit den DHB-Juniorinnen.

Und so wurde das Duell gegen die SG GutsMuths/BTSV Berlin für die Gastgeberinnen zur befürchteten „Mission Impossible“: Mit 20:26 (7:14) hielt sich die Niederlage der wacker kämpfenden Oldesloerinnen aber in engen Grenzen. Das war nach einer desolaten Anfangsphase nicht zu erwarten. Binnen fünf Minuten führten die Berlinerinnen 5:0, über die Höhe des zu erwartenden Debakels wurde auf der Tribüne hinter vorgehaltener Hand sorgenvoll spekuliert. Von Schadenfreude herrschte keine Spur, im Gegenteil: Applaus, als Birgit Walter vor dem Anwurf den Bundesliga-Neulingen dankte und klarstellte, daß sie zusammen mit Dana Kretschmann, Martina Kattner, Jeanette Marquardt und Stephanie Struppek auch die restlichen fünf Partien spielen werde. Damit dürfte gesichert sein, daß das VfL-Team die Saison sportlich zu Ende führt. Für den Gesamtverein nicht unwichtig, denn eine Bürgschaft in Höhe von 25.000 Mark steht auf dem Spiel, mit der der VfL Oldesloe für den ordnungsgemäßen Spielbetrieb geradesteht. Auf Vorwürfe in Richtung der vier „Abtrünningen“ wurde verzichtet. Teamkapitän Walter gab per Mikrofon eine Ehrenerklärung für Bein & Co. ab, während im Programmheft Ex-Manager Wilfried Koslowski als der Hauptschuldige für das finanzielle Desaster vorgeführt wurde.

Ein sportliches Desaster blieb dem Rumpf-Team erspart. Nicht zuletzt, weil es das Publikum im vorletzten Heimspiel verstand, die Kräfte der Akteurinnen lautstark zu wecken. VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari vertraute weitgehend auf ihre verbliebenen Leistungsträgerinnen, die von Daniela Tietgen und Sylvia Gumz unterstützt wurden. Zwischen den Pfosten stand die 40jährige Andrea Berndt, die viel Beifall erntete, als sie einen Siebenmeter von Berlins Spielmacherin Alexandra Armenat parierte (57. Minute). Und als Linksaußen Gumz ihren Kurzeinsatz mit einem verwandelten Strafwurf krönte (59.), hätten ahnungslose Passanten anhand der Begeisterung in der Stormarnhalle glatt vermuten können, soeben wäre der Siegtreffer gefallen.

„Der VfL Oldesloe hat sich heute sehr gut verkauft. Für uns erwies sich die Favoritenrolle als Last, wir haben in der zweiten Halbzeit den Faden verloren“, zollte Berlins Trainer Gernot Funk den Gastgeberinnen Anerkennung. Und VfL-Trainerin Nyari hält gar einen Sieg ihrer Verlegenheitsformation in den fünf noch ausstehenden Spielen nicht für abwegig. „Gegen Marne oder Peine könnte es reichen“, hofft sie. Auswärts-Hoffnungen am kommenden Sonnabend können sich die Oldesloerinnen aber wohl sparen: Es geht zum unangefochtenen Spitzenreiter VfL Oldenburg.

Hoffnungen gibt es dagegen, daß der Zweitliga-Handball im VfL Oldesloe auch in der kommenden Saison fortgeführt werden kann. Am Rande der Begegnung berichtete der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, daß drei neue Spielerinnen unter Vertrag genommen wurden. Ein gesicherter Etat von 65.000 Mark stehe zur Verfügung. Zehn Tage hat Trainerin Nyari noch Zeit, eine neue Formation aufzubauen. Bis zum 1. April muß der Lizenantrag beim DHB eingegangen sein.

Die Treffer gegen SG GutsMuths/BTSV Berlin erzielten: Birgit Walter, Dana Kretschmann (je 5), Jeanette Marquardt, Martina Kattner (je 4), Stephanie Struppek (1), Sylvia Gumz (1/1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 22.3.1999

 

13.3.1999 - HSG Tasmania/TUS Neukölln - VfL Oldesloe 32:23

Der VfL Oldesloe spielte in Berlin, genau gesagt bei der HSG Tasmania/TUS Neukölln, und hat mit 23:32 verloren. Die Mannschaft hat 60 Minuten gekämpft, gegen eine Mannschaft, gegen zwei Schiedsrichter!. So bringt es keinen Spaß, Handball zu spielen. Ganz einseitige Entscheidungen, nur Zeitstrafen auf unserer Seite, bei gleichen Vorfällen auf der anderen Seite wurden unsere Spielerinnen nur belächelt; nur 7m gegen uns und dann die rote Karte gegen Dana, der Witz des Tages.



Das war nicht doll, was die Herren Ermling und Karras aus Frankfurt/Oder abgeleistet haben, aber es war auch nicht spielentscheidend. Der VfL wurde leider nur um ein besseres Ergebnis betrogen.

Da spielte auch eine Mannschaft, die noch nie in dieser Besetzung angetreten war. Mitte der Woche waren die Spielerinnen Bein, Koslowski, Lange und Küsel vom Spielbetrieb zurückgetreten, eine Entscheidung, die man nachvollziehen kann. Ich möchte sie aber nicht kommentieren. So waren nur noch sechs Kolleginnen bereit, die Saison zu beenden.

Hinzu kam eine Überraschung, Sonja Bahe stellte sich zur Verfügung, ohne Training, ohne Vorbereitung und sie mußte 60 Minuten durchspielen, ohne Sauerstoffzelt, aber mit viel Muskelkater - heute am Sonntag! Auch die zweite Mannschaft wurde angesprochen, sie waren alle bereit zu helfen. Die Fahrt nach Berlin traten dann Conny Renk und Nicole Klafack an. Beide kamen zum Einsatz und haben ihre Sache sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit wurden sie vor allem in der Abwehr eingesetzt, Jeanie war nach zwei Zeitstrafen rotgefährdet.

So war die Stimmung im Bus auch recht gut. Die Spende unseres Sponsors Plaza trug sehr zur guten Laune bei und um 24.00 Uhr wurde dann der Geburtstag von Martina Kattner lautstark eingeleitet. Einen ganz lieben Gruß noch einmal an dieser Stelle und alles Gute für die Zukunft!! Einige Herren waren längst abgetaucht, aber als dann der gute Busfahrer auch noch jeden Umweg mitnahm, "nur um später nach Oldesloe zu kommen", wurden sie doch wieder etwas ungehalten - es gab dann auch keine Pausen mehr und es pressierte!! Dann hoffen wir auch alle, daß der liebe Malte viel Erfolg hatte auf seiner großen Fete in Bargteheide, er konnte es kaum noch aushalten!!
Warten wir mal die nächsten Spiele ab, wir freuen uns auf das kommende Spiel gegen GM Berlin in Bad Oldesloe. Dann ist auch noch Silke Dumjahn zu einem Lehrgang eingeladen, da werden wir das Personal-Puzzle wieder gehörig durcheinanderwirbeln.

Von Manager Koslowski hat sich der VfL Oldesloe endgültig getrennt. Zu diesem Herren ist jedes Wort überflüssig, er war verantwortlich für die FINANZEN und die kennen wir inzwischen sehr genau, zumindest das, was fehlt. Wir warten jetzt alle auf die vollmundige Ankündigung, den Reporter der Ahrensburger Zeitung zu verklagen, weil er diesen Tatbestand in der Zeitung mitteilte. Dann käme ja vielleicht die wirkliche Geschichte auf den Tisch.

Sonnabend, 13. März 1999

SG Tasmania/Neukölln – VfL Oldesloe 32:23 (15:12)

Die Handball-Krise beim VfL Oldesloe erlebt einen neuen Höhepunkt
Vier Leistungsträgerinnen warfen das Handtuch
Wie wollen sie den Absturz verhindern?

(Sönke Schulenburg) Die Stormarnhalle, seit fast acht Jahren gut besuchte Heimspielstätte des Oldesloer Zweitliga-Handballs, offenbart seit Wochen eine ungewollte Symbolik: Die Steintreppe hinauf zur Eingangstür ist mit einem rot-weißen Plastikband halbseitig abgesperrt – wegen Sturzgefahr. Und der Absturz des VfL Oldesloe, lange die Nummer eins im schleswig-holsteinischen Frauen-Handball, steht unmittelbar bevor.

Mit Roswitha Bein, Eike Lange, Petra Küsel und Sandra Koslowski haben vier Leistungsträgerinnen ihre Konsequenzen aus den Querelen um die nicht enden wollende Finanzkrise gezogen und aufgehört. „Meine Entscheidung ist endgültig. Es gibt keine Vertrauensbasis mehr“, sagt Roswitha Bein, Spielmacherin der ersten Stunde, die schon 1991 Regie beim VfL Oldesloe führte. Der ohnehin nur zehn Akteurinen umfassende Mini-Kader ist damit auf fünf Feldspielerinnen (Birgit Walter, Jeanette Marquardt, Dana Kretschmann, Martina Kattner und Stephanie Struppek) plus Torfrau Silke Dumjahn zusammengeschrumpft. Außer Struppek werden wohl alle den Klub am Saisonende verlassen.

Damit Trainerin Zsuzsa Nyari für die restlichen sieben Partien überhaupt noch eine komplette Sieben aufbieten kann, hat sich Sonja Bahr zur Verfügung gestellt, die vor zwei Jahren ihre Handball-Karriere beim VfL Oldesloe beendet hatte. Aus dem fünf Klassen tieferen Kreisliga-Team des VfL Oldesloe II sprangen am Sonnabend Nicole Klafack und Conny Renk in die Bresche. Aber diese Loyalität nutzte nichts: Mit 23:32 (12:15) unterlagen die Stormarnerinnen in Berlin beim Aufsteiger Tasmania Neukölln.

In Abstiegsnöte dürfte der VfL Oldesloe allerdings nicht mehr geraten. Selbst wenn die noch zu absolvierenden sechs Spiele allesamt verloren gehen sollten, müßten 20 Zähler auf der Habenseite zum sportlichen Klassenerhalt reichen.

Doch Klassenerhalt hin, Klassenerhalt her, eine Zukunft für den Bundesliga-Handball ist kaum noch vorstellbar. „Wir haben zwar einen 65.000-Mark-Etat für die kommende Saison beisammen, aber offenbar keine Spielerinnen mehr“, sagt Jan Rambke. Der VfL-Vorsitzende hatte sich aus Sorge um die Finanzen und das Ansehen des Gesamtvereins in den vergangenen Wochen an den „Aufräumarbeiten“ beteiligt. Das wirtschaftliche Chaos und Mißmanagement im Bereich Zweitliga-Handball übertraf alle Erwartungen.

65.000-Mark-Etat, aber keine Spielerinnen mehr

Auf gut 100.000 Mark wird hinter vorgehaltener Hand das Defizit inzwischen taxiert, immer neue Forderungen tauchen auf. Die dem Bundesliga-Spielbetrieb aus steuerlichen Gründen vorgeschaltete Oldesloer Sport-Marketing (OSM) ist offenbar hoffnungslos überschuldet. Ein Konkurs, mit bitteren Folgen für den Hauptgesellschafter Jürgen Dorn (69), wird nicht mehr ausgeschlossen.

Dem rührigen Dorn, der sich 30 Jahre lang als Chef der Handballsparte um einen funktionierenden Spielbetrieb in allen Altersklassen bemüht hat, ist als Bundesliga-Beauftragter die Übersicht über die Finanzierung des Zweitliga-Spielbetriebs scheinbar entglitten. Offenbar weitgehend unkontrolliert hat der, kürzlich vom VfL Oldesloe noch nachträglich gefeuerte, Manager Wilfried Koslowski mit den Finanzen Schalten und Walten können. Dabei hat er sich im Geflecht von Zusagen, Verträgen und Sponsorengeldern wohl heillos verheddert.

So wurde noch im September die Kroatin Erzika Bakai eingeflogen und nachverpflichtet (angeblich für 2000 Mark netto pro Monat, plus Wohnung und Leasing-Fahrzeug). Aber schon einen Monat nach Saisonbeginn, Ende Oktober, konnte die OSM die Aufwandsentschädigungen für die Spielerinnen nicht mehr aufbringen. „Da haben wir uns natürlich gefragt, wie das alles zusammenpaßt“, sagt Roswitha Bein.

Als sich die Finanzkrise im Dezember dann zuspitzte und ansatzweise öffentlich wurde, schob der VfL Oldesloe seine teure Kroatin flugs in die erste Bundesliga zu Halle/Neustadt ab. Bakai soll inzwischen einen Rechtsanwalt beauftragt haben, noch ausstehende Forderungen von der OSM einzutreiben.

Rambke: Ex-Manager hat alle hinters Licht geführt

Krisensitzungen ersetzten zuletzt immer öfter das Training, wenngleich die Mannschaft kämpferisch noch zu überzeugen wußte. Für VfL-Chef Rambke steht inzwischen fest: „Der alte Manager hat die Spielerinnen ständig hinters Licht geführt.“ Erst ein zinsloses Darlehen des Gesamtvereins in Höhe von 25.000 Mark ermöglichte der OSM im Januar die Auszahlung der ausstehenden Aufwandsentschädigungen.

Der nachträglich geschaßte Koslowski, der noch beim Heimspiel am 19. Dezember 1998 großspurig neue Sponsoren in Aussicht gestellt und getönt hatte, die Finanzprobleme wären schnell behoben, schiebt die Hauptschuld für die Misere auf das Fünfergremium, das ihn im Januar stillschweigend aus seinem Amt gedrängt hat. „Daß wir plötzlich 17 Leasing-Fahrzeuge statt der elf benötigten Autos auf dem Hof stehen hatten, ist doch nicht auf meinem Mist gewachsen. Diese kostspieligen Verträge kann man mir nicht ankreiden“, sagt er, „ich lasse mich nicht zum Sündenbock stempeln.“ Koslowski behauptet, ohne seinen Zwangs-Abschied nach drei Amtsjahren hätte er durchaus Wege aus der Krise gewußt. Doch die angeblichen Sponsoren, die der Ex-Manager noch in Aussicht gestellt hatte, entpuppten sich „als reine Luftnummern“, wie Jens Willhöft, 2. Vorsitzender der Handball-Abteilung und Mitglied im Fünfergremium, mitteilte.

Um zu retten, was noch zu retten ist, haben Bankkaufmann Wiihöft und seine Mitstreiter in den vergangenen Wochen bei Hauptsponsoren wie GlaxoWellcome, Oldesloer Korn, Hass & Hatje und PlAHRENSBURGER ZEITUNGa erfolgreich um Vertrauen und weitere Unterstützung geworben. Doch Großmut der Unternehmen und die mühevolle Aufstellung eines soliden Etats, so scheint es, könnten vergeblich gewesen sein. Von elf Spielerinnen, die Trainerin Zsuzsa Nyari in den vergangenen Wochen zum Probetraining eingeladen hatte, haben neun inzwischen abgesagt, früher galt es als Ehre, beim VfL Oldesloe vorspielen zu dürfen. „Diese Entwicklung tut weh. Aber wer besteigt schon ein sinkendes Schiff?“ fragt sich Roswitha Bein. Der VfL-Vorsitzende Rambke hat zwar die Hoffnung nicht aufgegeben und beim Deutschen Handball-Bund (DHB) einen Fristaufschub für den Lizenzantrag bis zum kommenden Freitag erreicht. Am Mittwoch, so Rambke, werde der Vorstand nun endgültig entscheiden, ob für die Saison 1999/2000 eine Zweitliga-Lizenz beantragt wird. Voraussetzung dafür ist nach Rambkes Worten das „Gerüst einer zweitliga-tauglichen Mannschaft“. Aber das ist weit und breit nicht Sicht.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 15.3.1999

 

Montag, 8. März 1999

Am Rande des Ruins
Birgit Walter: „Möglich, daß dies unser letztes Spiel war“

(sg) Nun ist es doch so weit gekommen. Der Zweitliga-Handball beim VfL Oldesloe steht sieben Spieltage vor dem Saisonende vor dem unmittelbaren Aus. Ob das aktuelle Frauen-Team am kommenden Sonnabend die Auswärtsfahrt zu Tasmania Neukölln (Berlin) überhaupt noch antreten wird, ist sehr fraglich. „Möglich, daß die Partie gegen den VfL Schwartau unser letztes Spiel war“, sagte Mannschaftsführerin Birgit Walter gestern im Gespräch mit der „Ahrensburger Zeitung“.

Hintergrund: Das Defizit im Zweitliga-Etat ist trotz einiger Spenden und eines 25.000-Mark-Darlehens des Gesamtvereins weiterhin bedrohlich groß. Die Leasing-Raten für die insgesamt sieben Fahrzeuge der Spielerinnen sind schon überfällig. Doch auf die vorgeschlagene Abschaffung der (vertraglich zugesicherten) Autos und des Benzingeldes mögen sich die VfL-Frauen nicht einlassen. „Das ist organisatorisch nicht machbar“, sagte Birgit Walter und erinnerte daran, daß drei Akteurinnen in Hamburg und zwei in Kiel wohnen.

Eine Krisensitzung mit dem Team und der Vereinsführung am späten Sonnabend brachte keine Lösung. „Die Mannschaft will nicht draufzahlen“, stellte Jens Willhöft sachlich ein Scheitern der geplanten Sparmaßnahmen fest. Der Bankkaufmann und 2. Vorsitzende der Handballsparte war kürzlich mit einigen engagierten Sportlern als „troubleshooter“ eingesprungen. Doch die Finanzmisere, die der gescheiterte Manager Wilfried Koslowski hinterlassen hat, ist schlimmer, als anfangs befürchtet. Die Leasing-Unternehmen fordern vertraglich zugesicherte Zahlungen oder die Autos zurück. Und die Spielerinnen glauben nicht mehr an die einst zugesagten Aufwandsentschädigungen. So bleibt Willhöft und seinen Mitstreitern nichts anderes, als nochmals bei den Hauptsponsoren einen „Nachschlag“ zu erbeten. Kein leichter Gang für Leute, die an der Etatplanung nicht beteiligt waren.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.3.1999

 

06.3.1999 - VfL Oldesloe - VfL Bad Schwartau 22:24

24:22 gewann der VfL Bad Schwartau in der Stormarnhalle, ein Ergebnis einer intakten Mannschaft gegen ein Team, das sich überwiegend um Verträge bei anderen Vereinen bemüht. Ein Sieg, der im Grunde nach 6 Minuten perfekt war, denn zu diesem Zeitpunkt führte der Gast mit 6:0 Toren!! Der VfL kam nie an die Form sonstiger Spiele heran, da wurde geballert und ohne Grund abgeschlossen, so daß es für Torfrau Alexandra Nagel leicht war, im Tor zu glänzen. Beim Stand von 6:0 forderte Rossi Bein Veränderungen, wurde von der eigenen Trainerin ausgewechselt, und Jeanette Marquardt kam herein. Sie warf dann einige Tore, hatte aber auch etliche Fehlversuche. Dieser Wechsel wurde auf der Pressekonferenz als taktischer Wechsel verkauft, na ja, es ist nicht alles so toll, was zur Zeit auf der Bank erfolgt.

Schwartau hatte Chancen, das Spiel deutlich zu gewinnen, aber was vergeigte Altstar Dürkop nicht alles bei Gegenstößen, Und dann kam der VfL Oldesloe immer wieder heran. In der 53. Minute 19:20 und da ging auch ein Ruck durch das Oldesloer Publikum, doch es reichte nicht. Dumme Fouls führten in entscheidenden Situationen zu 2-Minuten-Strafen für Oldesloe, einige Spielerinnen haben es leider immer noch nicht gelernt. So konnte Schwartau feiern. Es war ein faires Spiel, umsichtig geleitet (das muß man auch einmal positiv erwähnen) von den Schiedsrichtern Heitland und Hohlwein.

Nach dem Spiel gab es noch ein Gespräch hinter verschlossenen Türen zwischen dem Vorstand des VfL Oldesloe und der Mannschaft über die aktuelle Situation. Mittwoch Abend tagt der Gesamtvorstand und am Donnerstag gibt es ein weiteres Gespräch mit der Mannschaft. Spätestens am Freitag ist dann bekannt, wie die Saison beendet wird. Auf keinen Fall wird die Mannschaft zurückgezogen und wir planen eine neue Saison in der 2. Liga. Auch wenn die LN am Sonntag bereits den Abgesang erklärt hat, sinnigerweise ohne Namen des Verfassers. Schade, die Redaktion hätte vorher wirklich ein Gespräch mit dem Vorstand des VfL Oldesloe führen können, bevor man (oder ist es wieder einmal geplant?) Falschaussagen lanciert!!!!! Neuzugänge werden durch solche Äußerungen bestimmt nicht motiviert, in der kommenden Saison in Bad Oldesloe zu spielen!!

So regt sich keiner mehr über die Niederlage aus, das Randgeschehen überdeckt längst die sportliche Seite. Viele ehemalige Spielerinnen besuchten dieses Spiel, hatten sie Vorahnungen? Marion Werner, Kathrin Behnke, Ivonne Grimm, Nicole Hübner und Sonja Bahe waren dann auch nicht sonderlich erbaut von diesem Derby.


Sonnabend, 6. März 1999

VfL Oldesloe – VfL Bad Schwartau 22:24 (9:13)

22:24 gegen den VfL Bad Schwartau
Vormachtstellung im Norden Adieu

(Sönke Schulenburg) Bislang hatten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe allen Widrigkeiten getrotzt. Ob Finanzkrise oder Verletzungsnöte – ihre Vormachtstellung im Frauen-Handball Schleswig-Holsteins wurde von den Oldesloerinnen wacker behauptet. Doch damit ist es seit dem Wochenende vorerst vorbei: Mit 22:24 (9:13) unterlag der VfL Oldesloe vor rund 350 Zuschauern in der Stormarnhalle gegen den VfL Bad Schwartau. Die Gäste verdrängten den VfL Oldesloe vom sechsten Tabellenplatz und sind damit die neue Nummer eins im Norden.

Der Rivale aus der Nachbarschaft, ohne seine etatmäßigen Rückraum-Asse Dagmar Elsholz und Kirsten Karrock nur mit einer „Verlegenheits-Formation“ angetreten, legte von Beginn an die Tugend an den Tag, die den VfL Oldesloe sonst ausgezeichnet hatte: Willenskraft gepaart mit energischem Kampfgeist. Und so erwischten die Gäste zurecht einen Auftakt nach Maß: 6:0 stand es nach wenigen Minuten. Bis dahin war für die fahrig wirkenden und pomadig spielenden Oldesloerinnen keine auch nur halbwegs gelungene Aktion zu verzeichnen.

Dieser ernüchternde Auftakt erwies sich für den VfL Oldesloe als der Anfang vom Ende. Der Frust brach sich schnell seine Bahn und gipfelte darin, daß VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari nach sechs Minuten die entnervte Spielmacherin Roswitha Bein vom Feld nahm und die angeschlagene Jeanette Marquardt brachte. Bein übernahm zwar später wieder die Regie, aber die Verkrampfung angesichts der drohenden Schlappe vermochten die Stormarnerinnen bis zum Schluß nicht mehr abzulegen.

„Diese frühe 6:0-Führung hat uns sehr viel Sicherheit gegeben. Allerdings muß ich zugeben, daß der VfL Oldesloe uns den traumhaften Start sehr einfach gemacht hat. Das war nicht unser Verdienst“, stimmte Schwartaus Trainer Rainer Niemand bei seiner Analyse weitgehend mit seiner Kollegin Nyari überein. „Wir haben den Gegner zu locker genommen, weil ihm zwei wichtige Spielerinnen gefehlt haben. Die Folgen waren verkrampfte Einzelaktionen und hektische Ballvorträge“, bemängelte Nyari die Einstellung ihres Teams, „heute waren wir keine Mannschaft.“

Daß die unsichere Zweitliga-Zukunft und die vorher angekündigten Sparmaßnahmen ihre Spielerinnen negativ beeinflußt hätten, schloß die VfL-Trainerin kategorisch aus. Dennoch wirkte zumindest die dreifache Torschützin Dana Kretschmann, die hartnäckigen Gerüchten zufolge vor einem Wechsel zum TSV Ellerbek steht, so, als hätte sie das Kapitel VfL Oldesloe schon abgeschlossen. Jeanette Marquardt (5 Treffer) hingegen war anzumerken, daß sie sich trotz Knieverletzung gegen ihren Ex-Klub viel vorgenommen hatte. Ob sie zum VfL Bad Schwartau zurückkehrt, will sie demnächst Woche entscheiden. Peter Brandt, der dort organistorisch die Fäden zieht, ist zuversichtlich: „Wir sind uns mit Jeanette weitgehend einig.“

Die weiteren Treffer für den VfL Oldesloe erzielten: Roswitha Bein (7/2), Eike Lange (4), Martina Kattner (2), Birgit Walter (1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.3.1999

Sonnabend, 6. März 1999

Finanzkrise lodert wieder auf

(sg) Wenn heute die Handball-Frauen des VfL Oldesloe auf den benachbarten Zweitliga-Rivalen vom VfL Bad Schwartau treffen (19.30 Uhr, Stormarnhalle), geht es nicht nur um die prestigeträchtige Vormachtstellung im Frauen-Handball Schleswig-Holsteins.

Nach der Dramatik versprechenden Partie wird sich das Oldesloer Team erneut mit der VfL-Spartenführung zusammensetzen müssen. Thema: das liebe Geld. Denn die bereits überwunden geglaubte Finanzkrise lodert beim VfL Oldesloe wieder auf. Obwohl einige Sponsoren „nachgebessert“ haben und der Gesamtverein den Handballerinnen ein zinsloses Darlehen in Höhe von 25.000 Mark gewährt hat, klafft offenbar weiterhin ein erkleckliches Loch im laufenden Etat. Weitere Sparmaßnahmen scheinen unvermeidbar, auch die Spielerinnen werden wohl Zugeständnisse machen müssen. Wie verzweifelt die Lage ist, zeigt sich daran, daß die Handballsparte inzwischen sogar Spendenkonto zugunsten des Zweitliga-Handballs eingerichtet hat (Sparkasse Stormarn, BLZ: 23051610, Konto-Nummer: 22905). Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, daß Torjägerin Jeanette Marquardt angeblich ein lukratives Angebot vom VfL Bad Schwartau erhalten haben soll. Marquardt hat sich aber noch nicht entschieden.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 6.3.1999

 

Sonnabend, 27. Februar 1999

SV Garßen-Celle – VfL Oldesloe 27:25 (10:14)

25:27-Niederlage in Celle
Es fehlten die Kraftreserven

(sg) Härte, Hektik und zwei verlorene Punkte. Mit betrübten Gesichtern kletterten die Handball-Frauen des VfL Oldesloe kurz nach Mitternacht aus dem Bus. Das 25:27 (14:10) beim Zweitliga-Konkurrenten SV Garßen-Celle steckte den Stormarnerinnen noch schmerzend in den Knochen. Da trösteten die Worte vom Oldesloer Bundesliga-Beauftragten Jürgen Dorn nur wenig, der befand: „Kämpferisch hat das Team alles gegeben. Aber am Ende reichte die Kraft nicht ganz, um den Sieg perfekt zu machen.“

Vor mehr als 500 Zuschauern erwiesen sich die Gäste in Celle über weite Strecken als die spielerisch dominierende Mannschaft. Bis zur 40. Minute (18:14) hatte der Oldesloer Vier-Tore-Vorsprung Bestand, noch acht Minuten vor Schluß stand es 22:22. Doch dann zeigte sich, daß der Aufsteiger aus Celle aufgrund seiner gut besetzten Ersatzbank die größeren Kraftreserven mobilisieren konnte. Beim VfL Oldesloe, der wieder einmal nur mit sieben nominellen Feldspielerinnen angereist war (Mannschaftsführerin Birgit Walter mußte wegen fiebriger Grippe pausieren), fehlte in der hektischen Schlußphase Martina Kattner, die nach einer angeblichen Tätlichkeit die rote Karte sah. Nicht nur diese Schiedsrichterentscheidung brachte den VfL-Anhang auf die Palme. Die Unparteiischen, die mit der an Nickligkeiten reichen Partie große Mühe hatten, verteilten insgesamt sechs Zeitstrafen an die Gäste, aber nur drei an den SV Garßen-Celle. Aus Oldesloer Sicht ein spielentscheidendes Mißverhältnis, denn das Unterzahlspiel wirkte sich zusätzlich kraftraubend aus. So schickte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari in der Schlußphase sogar Torhüterin Petra Küsel aufs Feld, um ihren Leistungsträgerinnen Atempausen zu verschaffen. Zwischen den Oldesloer Pfosten bot Silke Dumjahn über 60 Minuten eine sehr zuverlässige Partie.

Die Schlappe in Celle läßt den VfL Oldesloe auf Platz sechs abrutschen. Und nun droht den Stormarnerinnen plötzlich wieder Gefahr, daß der VfL Bad Schwartau ihnen doch noch den Rang als Nummer eins in Schleswig-Holstein ablaufen könnte. Das zu verhindern, haben die Oldesloerinnen allerdings selbst in der Hand: Am Sonnabend kommt es in der Stormarnhalle zum direkten Vergleich der benachbarten Rivalen (19.30 Uhr).

Ein Duell mit Brisanz, denn hartnäckige Gerüchte besagen, daß der VfL Bad Schwartau an der Verpflichtung von Jeanette Marquardt interessiert sei. Marquardt, mit neun Treffern in Celle erfolgreichste VfL-Torschützin, hat sich aber noch nicht entschieden. Sie wartet ab, denn in den kommenden zwei Wochen wird sich klären, ob Zweitliga-Handball beim VfL Oldesloe fortgeführt wird. Derzeit arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck an einem personell und wirtschaftlich tragfähigen Konzept.

Die Treffer: Jeanette Marquardt (9/davon drei Siebenmeter), Dana Kretschmann (6), Roswitha Bein (4/1), Martina Kattner, Sandra Koslowski (je 2), Eike Lange, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 1.3.1999

 

20.2.99 - DHB Pokal - VfL Oldesloe - Albstadt 21:26

Das war sie also, die Pokalrunde im DHB-Pokal. Das Achtelfinale war Endstation für den VfL Oldesloe. Mit dem letzten Aufgebot, Birgit Walter liegt immer noch flach mit Fieber und Piet Küsel verweilt zur Zeit im Urlaub. So mußte Andrea Lüneburg wieder ran und sie hat ihre Sache wieder verdammt gut gemacht.

26:21 gewannen unsere Gäste aus Albstadt, viel zu hoch vom Ergebnis gesehen, der VfL hätte das Spiel auch gewinnen können. Klingt verrückt, aber die letzten drei Tore darf man nicht rechnen, da hatte man alles aufgegeben. Aber wenn man Angriffe so unkonzentriert abschließt, Abspielfehler ohne Ende produziert und am Ende fast noch die Nerven verliert, dann kann ein solches Spiel nicht gewonnen werden. Albstadt hatte eine Reihe von exzellenten Spielerinnen in ihren Reihen und teilweise lief der Ball wunderbar wie an einer Schnur aufgezogen bis zum Torerfolg. Und die Mannschaft hatte die bessere Bank. Spielerinnen konnten ihre Auszeiten nehmen, der VfL mußte fast durchspielen und war häufig mit nur fünf Spielerinnen vertreten (wofür gab es nicht alles 2-Minuten-Strafen?). Überragend bei Albstadt Zeljka Rajak als Spielmacherin und Silvia Pawelka als sichere Vollstreckerin mit 8 Torerfolgen.

Beim VfL war es wieder einmal Jeanette Marquardt vorbehalten, mit 7 Toren die meisten Tore zu erzielen. Aber wie gesagt, ein schlechter Abschluß bei allen Spielerinnen (und leider eine fehlende Statistik der Fehlwürfe) machten dann einen möglichen Erfolg zunichte.

Bis zur Halbzeit verlief das Spiel völlig ausgeglichen. Mit 13:13 wechselte man die Seiten, aber innerhalb von 6 Minuten hatten die Gäste fünf Tore Vorsprung und im Prinzip schien alles gelaufen. Aber gekämpft haben sie trotzdem und kamen doch bis auf zwei Tore wieder heran in der 52. Minute. Dann ging aber leider nicht mehr viel und Albstadt hatte dann am Ende verdient gewonnen. Die vielen - sehr fairen - Schlachtenbummler konnten mit der Mannschaft feiern und sich auf eine lange Rückreise begeben.

Es war nicht der beste Tag beider Mannschaften, einheitliche Meinung beider Trainer bei der Pressekonferenz. Zur Leistung der Schiedsrichter Hauke und Janssen mochten sie aber keine Stellung abgeben, die Reaktion war allerdings eindeutig. Sie waren mit Abstand die schlechtesten Sportler in der Halle an diesem Abend. Ebenso war der Abschied der Herren, grußlos zogen sie von dannen. Am Ergebnis konnten sie nichts ändern, das machten die Mannschaften unter sich aus.

Dem Team aus Albstadt wünschen wir eine positive Auslosung im Pokal, das einzige Ziel, wofür diese Mannschaft noch kämpft. Der VfL kann aus diversen Gründen gar nicht daran denken, in das Oberhaus aufzusteigen, unserem Gegner aus Albstadt hat der Vorstand untersagt, in die Bundesliga aufzusteigen! So gibt es doch sehr unterschiedliche Ziele einer Mannschaft im Laufe einer langen Saison. In Albstadt wird zur Zeit mehr geredet als Handball gespielt. Schade, die Mannschaft war in der gesamten Vorrunde sehr gut drauf, seit diesem Entschluß mußte sie einige herbe Niederlagen einstecken.

Der Pokal ist also gelaufen. Dieses Spiel brachte für den VfL sogar noch ein Minus von DM 1.100,- in die Kasse, allerdings auch für unseren Gegner. Es ist schon schade, wenn einen die eigenen Zuschauer nicht unterstützen!!! Die Punktrunde geht aber weiter! Am kommenden Wochenende gibt es ein schweres Auswärtsspiel zu bestehenl. Der SV Garssen - Celle möchte die Revanche für die Niederlage in Bad Oldesloe. Bis dahin allen Fans viel Erholung und Abstand zum heutigen Abend.

 

Sonnabend, 20. Februar 1999

VfL Oldesloe – HSG Albstadt 21:16 (13:13)

Aus in der vierten Runde für den VfL Oldesloe
Stormarner Zweitligist unterlag in der Stormarnhalle HSG Albstadt 21:26
Handballerischer Glanz fehlte

(ka/nup) „Kein handballerischer Glanz, es war eben ein Pokalspiel!“ Mit diesem Satz traf Trainer Jörg Plankenhorn bei seiner Spielanalyse den Nagel auf den Kopf. Beim Nord-Süd-Gipfel in der vierten Runde des deutschen Handball-Pokalwettbewerbs zwischen den beiden Zweitliga-Teams VfL Oldesloe und der HSG Albstadt sahen 200 Fans in der Stormarnhalle eine nahezu ausgeglichene Partie, in der vor allem kämpferische Tugenden im Mittelpunkt standen. Und mit der HSG Albstadt aus Schwaben fand die Begegnung einen verdienten Sieger. 26:21 (13:13) hieß es am Ende für die weit angereisten Gäste.

„Besser war die HSG Albstadt allerdings nicht“, stellte Oldesloes Trainerin Zsuzsa Nyari sachlich fest. Mit einer gut linken Angriffsseite, einer Torhüterin, die in entscheidenden Momenten wichtige Bälle hielt, und viele technische Fehler ihrer eigenen Mannschaft hätten das Nord-Süd-Treffen zugunsten der HSG Albstadt entschieden.

Das Oldesloer Spiel litt vor allem unter einem zu schwachen Rückraum. Besonders der Ausfall von Mannschaftsführerin Birgit Walter konnte nicht kompensiert werden. Die Spielerin liegt nach wie vor mit Fieber im Bett und hat vom Arzt ein zehntägiges Sportverbot erhalten, Damit fallt Birgit Walter auch beim nächsten Auswärtsspiel am Sonnabend beim SV Garßen-Celle aus. Im VfL-Aufgebot fehlte auch Torhüterin Petra Küsel (Urlaub), dafür sprang erneut Andrea Lüneburg (frühere Hasenberg) aus der zweiten Mannschaft in die Bresche und konnte sich besonders in der Abwehrarbeit auszeichnen.

Fehlende Kondition aufgrund mangelnden Trainings in den vergangenen Monaten nach der Finanzkrise, ein zu kleiner Kader und Spielerinnen, die sich über ihre Zukunft und die des VfL Oldesloe Gedanken machen, sind für Zsuzsa Nyari entscheidende Gründe für das Ausscheiden in der vierten Runde. Mit einem Sieg hätten die VfL-Damen in Bad Oldesloe ein Stückchen Handball-Geschichte schreiben können, denn bisher war ein Team aus Stormarn im Pokal noch nie so weit gekommen.

Kritik gab es vom Albstädter Trainer Plankenhorn, der von einer unfairen Anstoßzeit sprach. „Trotz mehrerer Telefonate mit dem VfL wurde der Termin nicht verlegt“, sagte er verärgert, „und das ist nicht korrekt.“ Die Mannschaft aus der Nähe von Stuttgart mußte mit dem langsameren D-Zug die Heimreise antreten, weil nachts keine ICE-Züge fahren. Überhaupt war die HSG Albstadt lange unterwegs, fast 24 Stunden dauerte die Pokalreise nach Bad Oldesloe.

Die Tore: Jeanette Marquardt (7, davon vier Siebenmeter), Dana Kretschmann (5), Stephanie Struppek ()‚ Eike Lange, Martina Kattner (je 2), Roswitha Bein (2/1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 22.2.1999

Sonnabend, 20. Februar 1999

Pokal: Kann der VfL Oldesloe wieder Geschichte schreiben?

(ka) Wenn die Handball-Frauen des VfL Oldesloe heute abend in der vierten Runde des deutschen Pokalwettbewerbs die HSG Albstadt besiegen sollten, werden sie wieder ein Stückchen Vereinsgeschichte geschrieben haben. Die fünfte Pokalrunde nämlich hat noch nie ein Team aus dem Kreis Stormarn erreicht. Allerdings spricht das kleine Wörtchen „wenn“ dagegen. Denn mit der HSG Albstadt kommt eine ambitionierte Mannschaft in die Oldesloer Stormarnhalle (Anwurf um 19.30 Uhr), die als Tabellenzweiter zu den stärksten in der zweiten Liga Süd zählt und den Erstligaaufstieg anstrebt. Bei der Videoanalyse hat Trainerin Zsuzsa Nyari vor allem Stärken auf der linken Angriffsseite ausgemacht. Dennoch, Ziel der Oldesloerinnen ist, die Vereinschronik des VfL ein wenig lebhafter zu gestalten. Und vielleicht wartet in der nächsten Runde ja auch ein attraktiver Pokalgegner aus der ersten Bundesliga? Den zusätzlichen Geldsegen jedenfalls könnten die Stormarnerinnen nach ihrer Finanzkrise gut gebrauchen. Personell sieht es beim VfL Oldesloe wieder besser aus. Bis auf Birgit Walter (nach wie vor Fieber) kann die Trainerin auf alle Akteurinnen zurückgreifen. Und auch die Trainerin selbst ist wieder fit. Erst am Mittwoch wurde Zsuzsa Nyari in Ahrensburg am Meniskus operiert, verfolgte den Eingriff per Video. Die Operation war allerdings kein Grund, auf das Training zu verzichten. Einen Tag vorher und auch am Donnerstag stand sie wieder in der Halle und bereitete ihr Team auf die heutige, schwere Pokalaufgabe vor.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 20.2.1999

 

22.2.1999 - Nachholspieltag am 20.2.99

Die Tabelle in der 2. Liga im Norden hatte seit Wochen einen leicht verschobenen Eindruck. Das hatte damit zu tun, das einige Spiele schon beim Staffeltag der Liga verschoben wurden und vor allem damit, dass sich kurzfristig vor Saisonbeginn eine gravierende Änderung ergeben hatte. TUS Walle Bremen war mit seiner Mannschaft nicht mehr in der Bundesliga vertreten und hatte freiwillig der SG Minderheide Platz gemacht. Dort hatte man aber 2. Liga nach dem Abstieg geplant und die Termine entsprechend den Aktivitäten einiger Spielerinnen für den Bereich der Nationalmannschaft eingerichtet. Der MTV VJ Peine hatte nach dem überraschenden Verbleib in der Liga in den sauren Apfel beißen müssen und die Termine aus Minderheide einzuhalten.

So gibt es dann heute die beiden letzten verlegten Spiele und dann haben wir wieder einen aktuellen Plan, in dem alle Mannschaften gleichviel Wettspiele absolviert haben.

Dabei trifft am Nachmittag die HSG Holstein Kiel auf die SG Niederndodeleben und die leicht in eine Krise geratene Mannschaft aus Rostock muss in seiner schweren Begegnung bei der TSV Nord Harrislee versuchen, nicht noch mehr Boden auf die TSG Wismar zu verlieren.

Wir wünschen vor allem Holstein Kiel mehr Glück als in ihrem Spiel gegen unseren VfL Oldesloe.

Die Ergebnisse:

Harrislee erspielt ein 24:24 gegen HCE Rostock!!! und Holstein Kiel verliert wieder mit nur einem Tor gegen die SG Niederndodeleben, Endergebnis 18:19. Jetzt sieht es langsam wirklich bitter aus an der Kieler Förde.

13.2.1999 - HSG Kiel Kronshagen - VfL Oldesloe 19:20

Nach dem Spiel gegen den Wambeler SV sagte Trainerin Zsuzsa Nyari, "wenn man nicht trainiert, kann man auch keine Tore werfen". Nach diesem Motto verfahren zur Zeit die Damen des VfL Oldesloe bei ihren Spielen. In der vergangenen Woche konnten sie keine einzige Trainingseinheit absolvieren, dementsprechend auch das Spiel und die Torausbeute. Viel zu schnelle Abschlüsse im Angriff, unkonzentriertes Werfen (was war nur mit Dana los?) und die obligatorischen Pfostenkracher liessen am Ende nur 20 Tore im Kieler Kasten klingeln. Chancen waren noch genug da, nur eben, man muss dann auch besser treffen.

Dass diese 20 Tore am Ende sogar zu einem Auswärtssieg gereicht haben, lag auch an der Kieler Mannschaft. Viel zu drucklos, ideenlos agierte das Schlußlicht und nur Natascha Radulovic setzte einige Glanzlichter. Bei vielen Toren half dann auch noch freundlich die Oldesloer Abwehr. Kiel spielte hektisch wie eh und je, kein langsamer Aufbau und man wartete nicht auf die Chance. Aber das ist auch das Spiel von Spielmacherin Christine Wiese und von der Kieler Bank wurde noch mehr Hektik ins Spiel gebracht. Der VfL liess sich zu keiner Phase aus der Ruhe bringen. Die Mannschaft spielte routiniert ihren "Stiefel" herunter und das mit nur einem Auswechselspieler. Birgit Walter hatte sich mit 40° Fieber ins Bett verzogen und so war es ein Glück, dass Sandra Koslowski nach vier Wochen mit einer starken Leistung wieder mit dabei war.

In der ersten Halbzeit konnte Kiel einmal mit zwei Toren wegziehen, in der zweiten Halbzeit war es einmal dem VfL vorbehalten. Aber statt den Sack zuzumachen, gab es wieder eine Zeitstrafe und Kiel führte plötzlich mit einem Ball. Dann wurde es hektisch. Auszeiten auf beiden Seiten, Chancen wurden versiebt und eine Minute vor dem Ende war Oldesloe in Ballbesitz. Es sah gar nicht nach einer wirklichen Chance aus, aber irgendwann schnappte sich Eike Lange den Ball bei 12m vor dem Tor und lief einfach aus das Tor zu. Niemand fühlte sich zuständig in der Kieler Deckung und so war es für sie einfach, das 20:19 zu erzielen. Entsetzen in der Halle, nur der Oldesloer Fanclub trommelte sich die Seele aus dem Leib. 10 Sekunden waren zu spielen. Kiel im Angriff. Da begeht Dana Kretschmann ein "taktisches" Foulspiel, erhält 2 Minuten, aber nur noch 3 Sekunden Restspielzeit. Damit kann der Gastgeber nichts anfangen und so bleibt es beim Oldesloer Sieg, der für den VfL schon immer ein ganz besonderer gewesen ist. Jubel über Jubel auf der einen Seite, Tränen und Trauer bei den Kieler Spielerinnen und Paul Linz, Hallensprecher in Kronshagen, meinte beim Verlassen der Halle:" gegen wen sollen wir denn nur gewinnen, wenn nicht gegen Oldesloe". Was soll man dazu sagen.

Der VfL ist weiter im Rennen um den vierten Platz, für Holstein ist es weiter ganz ganz eng unten im Tabellenkeller. Wir wünschen trotzdem viel Glück für die kommenden Aufgaben, die Mannschaft ist ja schon spezialisiert auf Relegationsspiele. Vielleicht klappt es ja noch in diesem Jahr.

 

Sonnabend, 13. Februar 1999

HSG Holstein Kiel – VfL Oldesloe 19:20 (10:10)

Eike Lange: Siegtor zehn Sekunden vor dem Abpfiff

(ka) Das schleswig-holsteinische Landesderby zwischen den Handball-Frauen der HSG Holstein Kiel/Kronshagen und dem VfL Oldesloe entwickelte sich wie in all den Jahren zuvor zu einem besonders kampfbetontem Spiel. Der Gastgeber und Tabellenletzte aus Kiel kämpfte ums Überleben in der zweiten Bundesliga, und das bekamen die Oldesloerinnen deutlich zu spüren. Und fast wäre den Kielerinnen ein Punktgewinn gelungen, wenn nicht zehn Sekunden vor dem Abpfiff die aufmerksame VfL-Abwehr einen Angriff abgefangen und Eike Lange den Tempogegenstoß zum entscheidenden 20:19 (10:10)-Erfolg verwandelt hätte.

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe und ihre 50 mitgereisten Fans, die für eine Heimspielatmosphäre sorgten, lagen sich nach diesem knappen Sieg jubelnd und glücklich in den Armen, während die Spielgemeinschaft aus Kiel am Boden zerstört war. „Es war das erwartet schwere Spiel“, sagte denn auch Trainerin Zsuzsa Nyari, die mit der Leistung ihres Teams keineswegs zufrieden war. Lediglich den Kampfgeist ihrer Spielerinnen, die gute Arbeit im Deckungsverband und die Tatsache, beide Punkte errungen zu haben, hob sie positiv hervor. Kritisch merkte Zsuzsa Nyari das schwache Wurfverhalten an. Die VfL-Trainerin begründete dies mit Defiziten in der Trainingsarbeit. Krankheiten, Verletzungen, berufliche Verpflichtungen und nicht zuletzt die Finanzkrise des VfL ließen in den vergangenen Wochen kein geregeltes Training zu. „Da müssen wir in den nächsten Wochen noch einiges nachholen“, sagte die Trainerin.

Die Personalsituation beim VfL Oldesloe hatte sich entspannt, doch unmittelbar vor der Begegnung mußte Birgit Walter (40 Grad Fieber) passen. Dafür kam Sandra Koslowski wieder zum Einsatz, hatte eine optimale Wurfausbeute: zwei Chancen, zwei Tore. Am treffsichersten erwies sich Jeanette Marquardt mit neun Treffern.

Mehr Treffsicherheit erhofft sich Trainerin Nyari auch in der kommenden Woche, wenn es im DHB-Pokalwettbewerb der vierten Runde gegen den Tabellenführer der zweiten Liga Süd, die HSG Albstadt, geht (19.30 Uhr, Stormarnhalle). Weiterkommen möchte der VfL schon, zumal in der nächsten Runde die Erstligaklubs dukommen.

Die Tore: Jeanette Marquardt (9), Eike Lange (3)‚ Dana Kretschmaim, Roswitha Bein, Sandra Koslowski (je 2), Martina Kattner, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 15.2.1999

 

Sonnabend, 13. Februar 1999

VfL Oldesloe tritt heute im Landesderby bei der HSG Holstein Kiel/Kronshagen an
Entspannung in der Personalmisere

(sg) Das ursprünglich für Donnerstag geplante Freundschaftsspiel gegen die HT 16 Hamburg haben die Handball-Frauen des VfL Oldesloe vorsichtshalber abgesagt. „Mit sowenig Spielerinnen macht das keinen Sinn. Sollte sich wieder jemand verletzen, mache ich mir hinterher Vorwürfe“, begründete VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari ihren Entschluß.

Vor dem heutigen Auswärtsspiel der Oldesloerinnen beim Schlußlicht HSG Holstein Kiel/Kronshagen (17.45 Uhr) zeichnet sich aber eine Entspannung der Personalmisere ab. Sandra Koslowski konnte am Donnerstag nach überstandener, dreiwöchiger Viruserkrankung erstmals wieder mittrainieren. Auch Stephanie Struppek (schwere Handprellung) ist inzwischen wieder fast beschwerdefrei und wird mitwirken können. Nur Dana Kretschmann (umgeknickter Knöchel) mußte sich bei den Übungsabenden noch ein wenig schonen.

Keine Schonung erwartet der VfL Oldesloe heute im Landesderby. Obwohl die Stormarnerinnen (Platz sechs) nominell als Favorit anreisen, hält sich der Optimismus bei Trainerin Nyari in engen Grenzen. Zum einen überraschte das bisher weitgehend enttäuschende Schlußlicht aus Kiel vor zwei Wochen mit einem 21:21-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten HC Empor Rostock. Zum anderen, und daran erinnert sich Trainerin Nyari aus ihrer aktiven Zeit nur zu gut, gab es gegen Holstein Kiel in früheren Jahren einige Niederlagen, selbst als der VfL Oldesloe um den Titel mitspielte. „Das waren meistens sehr kampfbetonte Partien“, so Nyari.

Hinter den Kulissen des VfL Oldesloe geht derweilen der Kampf gegen die Finanzkrise weiter. Das zinslose Darlehen des Gesamtvereins hat die ärgsten Liquiditätsprobleme behoben, die Spielerinnen haben ausstehende Fahrgelder und Aufwandsentschädigungen erhalten. Für die Zukunft bastelt das neue Fünfergremium nun an einem tragfähigen Konzept.

Die Problematik dabei: Zum einen müssen noch Altschulden beglichen werden, zum anderen muß ein zweitligatauglicher Etat für die Saison 1999/2000 aufgestellt werden. Ob sich in nennenswertem Umfang neue Sponsoren finden, ist ebenfalls zweifelhaft. Daher ist anzunehmen, daß finanzielle Anreize wie Fahrgelder und Aufwandsentschädigungen schrumpfen werden.

Bis zu welcher „Schmerzgrenze“ die Spielerinnen den sich abzeichnenden Sparkurs mittragen werden, ist noch offen. Immerhin: Positive Signale gibt es von den bisherigen Hauptsponsoren. So überreichte das Einzelhandels-Unternehmen PlAHRENSBURGER ZEITUNGa einen Scheck über 1000 Mark. Das Geld war bei einer Tombola zugunsten des Zweitliga-Handballs in der Oldesloer Filiale zusammengekommen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 13.2.1999

 

Sonnabend, 6. Februar 1999

VfL Oldesloe – Wambeler SV 21:19 (12:9(

Nur 200 Fans in der Stormarnhalle
Konkurrenz durch „König Fußball“
VfL Oldesloe besiegt Wambeler SV

Comeback von Andrea Lüneburg

(Sönke Schulenburg) Die Fußball-Nationalmannschaft machte den Handball-Frauen des VfL Oldesloe ganz offensichtlich Konkurrenz. Nur gut 200 Anhänger fanden sich in der Stormarnhalle ein, um das hart erkämpfte 21:19 (12:9) gegen den Wambeler SV zu verfolgen. Die Oldesloer Fans sahen kein schönes, aber zumindest ein spannendes und erfolgreiches Zweitliga-Duell. Selbst der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, eigentlich eher dem Fußball zugeneigt, hatte den richtigen „Riecher“ bewiesen und unterstützte lieber live das heimische Handball-Team statt sich zeitgleich vor dem Fernsehschirm über die DFB-Kicker bei der 0:3-Schlappe gegen die USA zu ärgern.

Dabei gab es durchaus Parallelen zwischen Erich Ribbecks Mannen und Zsuzsa Nyaris Frauen: In beiden Teams sollte ein 37jähriger Routinier die Abwehr organisieren. Doch was Lothar Matthäus mit dem Bundesadler auf der Brust mißlang, machte Andrea Lüneburg (ehemals Hasenberg) deutlich besser. Die einstige Kreisläuferin, die vor fast sechs Jahren (am 1. Mai 1993) ihr letztes Zweitligaspiel im Oldesloer Dreß bestritten hatte, wußte bei ihrem – unfreiwilligen, weil aus der Personalnot geborenen – Comeback als Abwehrchefin auf Anhieb zu überzeugen. Und das, obwohl sie sich fünf Spielklassen tiefer in der Kreisliga-Mannschaft des VfL Oldesloe II mit nur geringem Trainingsaufwand fit hält.

„Ich bin froh, daß Andrea heute eingesprungen ist. Sie hat ihre Sache gut gemacht“, lobte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari ihre „Aushilfe“, die im zweiten Durchgang nur in der Deckung zum Einsatz kam. Während Nyari mit der Defensivleistung ihrer Mannschaft noch halbwegs zufrieden war, bereitete ihr das Angriffsverhalten fast schon körperliche Beschwerden. Das Verhältnis von 35 Fehlversuchen gegenüber nur 21 erzielten Treffern gegen den Drittletzten aus Dortmund spiegelte eine für Zweitliga-Verhältnisse fast schon katastrophale Wurfausbeute wider.

Vor allem der angeschlagenen Dana Kretschmann (elf Fehlwürfe/vier Tore) und der grippekranken Jeanette Marquardt (zehn Fehlversuche/fünf Tore) war das fehlende Training anzumerken. Sandra Koslowski (Viruserkrankung) war gegen den Wambeler SV gar nicht erst aufgelaufen, und Stephanie Struppek (drei Fehlwürfe/ein Treffer) nahm erstmals nach ihrer schweren Handprellung den Ball in die Hand.

Für VfL-Trainerin Nyari ist das Thema „Übungsabende“ inzwischen fast schon zum Glücksspiel nach dem Motto „wer kommt denn heute?“ geworden. Erst hatten die Spielerinnen wegen Examensvorbereitungen und der Finanzkrise den Aufwand von drei auf zwei wöchentliche Einheiten reduziert, jetzt dezimieren permanent Verletzungen und Krankheiten den ohnehin sehr kleinen Kader.

„Ohne Training geht es nicht“, sagte Zsuzsa Nyari und war am Ende heilfroh, daß es gegen den Wambeler SV zu einem doppelten Punktgewinn und einer gelungenen Revanche für die 23:24-Hinspielpleite reichte.

Ausschlaggebend für den VfL-Erfolg – und hier unterscheiden sich die Handballerinnen von den Nationalkickern – waren vor allem Kampfgeist und die größere Cleverneß. Mit vier Treffern in vier Minuten wendeten die Stormarnerinnen die Partie Mitte der zweiten Halbzeit entscheidend zu ihren Gunsten und machten aus einem 15:17-Rückstand eine 19:17-Führung (48. Minute).

Die Tore: Roswitha Bein (6/davon drei Siebenmeter), Jeanette Marquardt (5), Dana Kretschmann (4), Martina Kattner, Eike Lange (je 2), Birgit Walter, Stephanie Struppek (je 1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 8.2.1999


13.2.1999 - VfL Oldesloe Wambeler SV 21:19

Wenig los auf den Rängen, wo bleibt die Unterstützung der Fans für die Oldesloer Handballdamen? Ganze 200 wollten den VfL am Samstag gegen den Wambeler SV siegen sehen. Nach zwei Niederlagen gegen Rostock und Wismar jetzt wieder der Heimerfolg, der allerdings ganz schwer erkämpft wurde. Über die Verletztenmisere haben wir berichtet, da zahlt es sich doppelt negativ aus, wenn auf die bewährte Arbeit beim Therapiezentrum Gericke in Bargteheide aus finanziellen Gründen weitgehend verzichtet werden muß.

Und so mußte am Samstag "Hasi" Andrea Lüneburg wieder ran, die bereits vor fünf Jahren ihr Abschiedsspiel gemacht hatte. Mit ihr war Zsuzsa dann auch zufrieden, was man von ihren Kolleginnen nicht immer sagen konnte. 35 Fehlversuche, wobei Dana mit 11 und Jeanie mit 10 Fehlwürfen herausragten, die fast zu einer Blamage in eigener Halle geführt hätten. Nach dem Vorsprung zur Pause lief garnichts mehr zusammen und Wambeln führte mit zwei Toren Mitte der zweiten Halbzeit. Eine vergebene Riesenchance der Gäste und im Gegenzug der Anschlußtreffer, der VfL führte innerhalb weniger Minuten mit zwei Toren. In den letzten zwei Minuten hätte man noch ganze Spiele deutlich entscheiden können, aber beide Teams begnügten sich mit jeweils zwei Toren. Am Ende waren sie alle stehend k.o., aber die Punkte blieben in Oldesloe. Beim VfL siegte wieder einmal die Cleverness in besonderen Situationen, der Kampfgeist war bei beiden Teams zu bewundern, es ging ja auch um sehr viel.

Die Gäste aus Wambeln gingen dann ziemlich geknickt auf ihren langen Weg nach Dortmund. Es wird sehr schwer werden, da unten aus dem Keller wieder herauszukommen, denn für sie war am Samstag mehr drin!

Am Vormittag überraschte uns unser Sponsor PLAZA aus Bad Oldesloe positiv. Dort hatte man zu einer Tombola aufgerufen und innerhalb weniger Tage konnten mehr als 1000 Lose verkauft werden. So freute sich Warenhausleiter Holger Kellenbenz und überreichte DM 1.000,- an die Damenmannschaft des VfL Oldesloe. Eine starke Geste unseres Sponsors!!

Sonnabend, 6. Februar 1999

Personalnöte ohne Ende
Und der stille Abschied des VfL-Managers

(Sönke Schulenburg) Im Hinspiel wurden die Handball-Frauen des VfL Oldesloe vom Zweitliga-Aufsteiger Wambeler SV auf dem „falschen Fuß“ erwischt. Mit 24:23 feierte der Neuling in Dortmund einen überraschenden Heimerfolg. Danach glückte den Nordrhein-Westfalen – inzwischen Drittletzter der Tabelle – nur noch ein einziger Sieg gegen Marne. Ob es dem VfL Oldesloe gelingt, heute gegen Wambeler SV erfolgreich Revanche zu nehmen (19.30 Uhr, Stormarnhalle), darf jedoch bezweifelt werden.

Denn die Personalsituation ist so angespannt, daß Trainerin Zsuzsa Nyari schon eine Spielverlegung ins Auge gefaßt hatte. Doch das Reglement des Deutschen Handball-Bundes (DHB) läßt kurzfristige Absagen aus Verletzungs- und Krankheitsgründen kaum zu. „Dafür hätten wir uns beim Mannschaftsessen wohl schon eine gemeinschaftliche Lebensmittelvergiftung einhandeln müssen“, hat die Trainerin diese Idee wieder verworfen.

So bleibt ihr nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, daß sich die eine oder andere Spielerin doch noch gesund meldet. Geregelter Trainingsbetrieb war kaum möglich, denn am Dienstag fehlten gleich fünf von acht Feldspielerinnen: Sandra Koslowski, Jeanette Marquardt (beide fiebrige Grippe), Stephanie Struppek (Handverletzung), Dana Kretschmann (Fuß umgeknickt) und Birgit Walter (Examen). Der kleine Kader, so scheint es, könnte nach der ansatzweise überwundenen Finanzkrise nun das nächste große Problem für den VfL Oldesloe werden. Vorsichtshalber hat Zsuzsa Nyari schon bei der zweiten Mannschaft (Kreisliga) wegen Verstärkungen angefragt. Möglich, daß die ehemalige VfL-Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg am Sonnabend ihr Zweitliga-Comeback feiert. „So schlimm war die Personalnot noch nie“, sagt Jens Willhöft.

Der ehemalige Torwarttrainer der Frauen (heute bei den Bezirksliga-Männern aktiv) gehört als steilvertretender Spartenchef zum neuen Fünfer-Gremium, das sich hinter den Kulissen mit den Bundesliga-Beauftragten Jürgen Dorn und Holger Orlowski um Sponsorenbetreuung, Haushaltsplanung und Zukunftsperspektiven für den Zweitliga-Spielbetrieb kümmert.

Willhöft wird am Sonnabend nach dem Spiel zum zweitenmal die Pressekonferenz leiten. Diese Aufgabe hat er vom bisherigen Manager Wilfried Koslowski übernomminen, dessen Zeit beim VfL Oldesloe nach drei Jahren abgelaufen zu sein scheint. Von einem Rauswurf mag beim VfL Oldesloe offiziell zwar niemand reden, aber Koslowski – so heißt es diplomatisch – lasse seine Aufgaben vorerst ruhen, weil er beruflich und privat stark eingespannt sei. Ein schleichender Abschied?

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 6.2.1999

 

30.01.1999 - SC Empor Rostock - VfL Oldesloe 27:20

Was erscheint zur Zeit wichtig für die Mannschaft des VfL Oldesloe, die - erwartete - Niederlage in Rostock, die finanzielle Situation des Vereins oder die große Schar der verletzten Spielerinnen. Zuerst fiel Nicole Hübner für die gesamte Saison aus, Erzika Bakai verließ den Verein gen Halle - Neustadt, Sandra Koslowski kämpft seit Wochen mit einer schweren Angina, Silke Dumjahn mußte aufgrund einer Meniskusoperation viele Wochen pausieren. Jetzt kommen auch noch Dana und Struppi hinzu, die das Spiel in Rostock nicht beenden konnten. Da waren es nur noch wackere 7 Spielerinnen, davon 2 Torhüterinnen und die Rückserie hat gerade begonnen.

Zurück zum Spiel in Rostock. Das letzte Aufgebot zog sich wacker aus der Affäre. Lange Zeit konnte das Spiel ausgeglichen gestaltet werden. Die aggressive Rostocker Deckung arbeitete wie gewohnt, die Zeitstrafen gingen nach Oldesloe. Die Kraft reichte nicht aus und so gabe es eine Reihe von unnötigen Ballverlusten und auch die 7m-Ausbeute ( drei verworfene Bälle) brachten den VfL in eine ungünstige Situation. So konnte Rostock in der letzten Viertelstunde den Vorsprung ausbauen und hätte nicht Silke Dumjahn einen glänzenden Tag gehabt, wäre das Ergebnis den Spielverlauf nicht mehr gerecht gewesen.

In den letzten Minuten mußte dann Torhüterin Piet Küsel im Feld spielen. Martina Kattner hatte noch eine Matchstrafe erhalten. Trainerin und mitgereiste Fans waren trotz des Ergebnisses nicht unzufrieden, der Einsatz stimmte.

Zur finanziellen Situation noch einige kurze Anmerkungen. Wir hatten eine sehr interessante und erfolgreiche Diskussion mit unseren Sponsoren. Es wurde vom VfL ein Konzept vorgelegt, wie man aus dem "Schlamassel" herauskommen kann. Unsere Partner begrüßten die Vorlage und vergaben einige "Hausaufgaben" an das Gremium. Darum wird sich zur Zeit gekümmert, so daß wir in Kürze wieder zusammentreffen werden und dann konkrete Ergebnisse vereinbaren können. Es tut sich was!!

Sonnabend, 30. Januar 1999

HC Empor Rostock – VfL Oldesloe 27:20 (14:11)

Der viel zu kleine Kader ist das größte Handikap

(sg) Im Osten nichts Neues. Wieder einmal gab es für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe in den neuen Bundeländern nichts zu holen: Mit 20:27 (11:14) unterlagen die Stormarnerinnen beim Zweitliga-Konkurrenten HC Empor Rostock. Doch im Gegensatz zur 19:26-Heimpleite gegen die TSG Wismar konnten die Oldesloerinnen diesmal mit ihrer Vorstellung in der zur Sportstätte umfunktionierten, ehemaligen Fischauktionshalle in Rostock-Marienehe recht zufrieden sein.

Im ausgeglichenen ersten Durchgang führten die Gäste aus dem Kreis Stormarn sogar mit 8:7, bis zur 45. Minute (14:16) hielten der VfL Oldesloe wacker und aussichtsreich mit. Doch dann sollte sich der kleine VfL-Kader von nur sieben Feispielerinnen als größtes Handikap in einer kräftezehrenden und kampfbetonten Partie erwiesen.

Schon vor der Halbzeitpause war Stephanie Struppek unglücklich auf die Wurfhand gestürzt, damit war an ein Weitermachen der einzigen Auswechselspielerin überhaupt nicht mehr zu denken. Als dann auch noch die treffsichere Dana Kretschmann (5 Tore/davon ein Siebenmeter) unglücklich mit dem Fuß umknickte, mußte Torfrau Petra „Piet“ Küsel für einige Minuten als Linksaußen agieren. Wohlweislich trägt sie seit geraumer Zeit die nachträglich aufgeklebte Ziffer zwölf auf ihrem Torwartrikot, so fungiert sie offziell als Feldspielerin.

„Der Kräfteverschleiß und die vielen Zeitstrafen waren unsere größten Probleme“, sagte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari, die mit dem Einsatzwillen und dem spielerischen Geschick ihres Teams aber zufrieden war. Acht Zwei-Minuten-Strafen kassierten die Stormarner Gäste insgesamt in Rostock, zuviel für den Oldesloer Geschmack, zumal die Hansestädterinnen in ihrer aggressiven Abwehr nicht mit Härten sparten.

Hart werden könnte für den VfL Oldesloe die Fortsetzung der Rückrunde. Sollten sich die Verletzungen von Dana Kretschmann und Stephanie Struppek als schwerwiegend erweisen, bleibt Trainerin Nyari wohl keine Wahl, als bei der zweiten Mannschaft um „Aushilfen“ zu bitten. Allerdings, das zweite Team des VfL Oldesloe spielt in der Kreisliga.

Die Treffer für den VfL Oldesloe in Rostock erzielten: Jeanette Marquardt (5), Dana Kretschmann (5/ein Siebenmeter), Roswitha Bein (4/1), Eike Lange (3), Birgit Walter (2) und Martina Kattner (1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 1.2.1999

Sonnabend, 30. Januar 1999

In Rostock gab es bisher wenig zu holen

(sg) Eigentlich könnten sich die Handball-Frauen des VfL Oldesloe die heutige Fahrt nach Rostock fast ersparen. Gewonnen haben sie beim derzeitigen Tabellenzweiten HC Empor in der zweiten Bundesliga noch nie. Nur ein einziges Mal, 1991, triumphierte der VfL Oldesloe in der Hansestadt (allerdings in anderer Halle) und besiegelte damals den Bundesliga-Abstieg des Rostocker Traditionsvereins. Vielleicht ist das der tiefere Grund, warum der HCE gegen Bad Oldesloe stets hochmotiviert zur Sache geht. Denn vergessen ist dieser Abstieg nicht: Trainerin ist heute wie damals Ute Lemmel. Und mit Beate Liermann (31) und Petra Weidemann (34) haben auch die beiden HCE-Spielmacherinnen diese Schlappe miterlebt. Die Siegchancen dürften auch heute (16 Uhr) nicht sonderlich günstig sein. Zum einen muß VfL-Trainerin Zsiizsa Nyari weiter mit nur sieben Feldspielerinnen auskommen, zum anderen patzte Rostock in der Vorwoche bei Schlußlicht Kiel (21:21) und will diese Scharte auswetzen.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 30.1.1999

 

23.1.99 - VfL Oldesloe - TSG Wismar 19:26

Irgendwie kam mir die Fahrt nach Wismar gar nicht so weit vor wie bisher, das Ergebnis des Spieles lautete wie ein normales Ergebnis, wenn der VfL in der dortigen Halle spielt, aber auf dem Spielplan stand ein Heimspiel für den VfL. Ein Kompliment an die Fan-Clubs aus Wismar, sportlich fair wurde ihre Mannschaft nach vorn "gepeitscht", man spürte, daß dort die Chemie stimmt zwischen der Mannschaft und den Fans. Und so konnten man bei der anschließenden Pressekonferenz kaum ein Wort verstehen, Im Eingangsbereich wurde spontan eine Fete gefeiert, jede Spielerin enthusiastisch begrüßt und dann ging es zurück, den Rest kennt die Geschichte, wir werden es bei der TSG Wismar auf der Homepage lesen können.

Zum Spiel könnte man viel sagen, aber wer verliert schon gern so deutlich in eigener Halle. Die TSG spielte bärenstark in der Abwehr mit einer glänzenden Marsha Bratenkova im Tor. Die Abwehr provozierte den VfL zu unüberlegten Handlungen und konnte so starke Tempogegenstöße laufen. Ich kann mich kaum an eine Mannschaft des VfL erinnern, die so häufig neben das Tor geworfen hat und ich habe noch nie ein Spiel gesehen, in dem eine Torhüterin innerhalb von zehn Minuten zwei Tore macht als Abwurf gegen eine zu weit vor dem Tor postierte Torhüterin des VfL. Das war phantastisch, auch wenn es gegen die eigene Mannschaft ging.



Nach 45 Minuten sah es so aus, als würde der VfL mit einem Debakel ins Wocheende gehen, aber dann erwachte der Kampfgeist, Wismar ließ einige Spieler spielen, die sonst nicht so häufig eingesetzt werden und so wurden es am Ende nur 7 Tore Differenz.

Unsere Torhüterinnen hatten auch noch einen rabenschwarzen Tag erwischt, lediglich Steffi Struppeck erhielt positive Worte von der Trainerin.

Die Situation in Bad Oldesloe, in der Presse als Finanzkrise bezeichnet, ist ein wenig besser geworden. Der Vorstand des Gesamtvereines hat der Bundesligamannschaft einen zinslosen Kredit gewährt, so daß alle Verpflichtungen gegenüber den Spielerinnen bis Ende Januar abgedeckt werden können. Am kommenden Mittwoch findet ein Gespräch statt zwischen Sponsoren und dem neuen Gremium, um diese Situation zu besprechen, denn die Saison ist noch lang. Danach werden wir weiter sehen.

Immerhin ist die Lage in Bad Oldesloe inzwischen auch für den Rundfunk (NDR Kiel) interessant. Am Samstag wurden diverse Interviews gegeben und vieles hinterfragt. Ganz legitim, nur warum kommt man immer dann, wenn es einem Verein nicht so gut geht, es war niemand da, als wir ganz oben um den Aufstieg spielten? Man kann ja mal darüber nachdenken.

Also, das Resümee: das Spiel ganz schnell abhaken, jetzt wieder häufiger trainieren und in Rostock am kommenden Wochenende Revanche feiern, das wäre die richtige Antwort der Mannschaft.

Sonnabend, 23. Januar 1999

VfL Oldesloe – TSG Wismar 19:26 (9:11)

19:26-Niederlage des VfL Oldesloe gegen Wismar
Der erwartete Einbruch

(Sönke Schulenburg) Zum Auftakt der Rückrunde rächten sich für die Handball-Frauen des VfL Oldesloe die „Sünden“ der Vergangenheit. Im Zweitliga-Duell mit dem Tabellendritten TSG Wismar hatten die Gastgeberinnen vor rund 300 Zuschauern nichts zu bestellen. Am Ende schmeichelte den deprimierten Oldesloerinnen sogar noch die 19:26 (9:11)-Niederlage.

Körperlich, vor allem aber nervlich waren die Stormarnerinnen nach gut 40 Minuten restlos am Ende (11:19-Rückstand in der 42. Minute). Schon häufiger hatte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari auf die unzureichende Trainingsbeteiligung ihres gerade zehn Spielerinnen umfassenden Kaders hingewiesen. Erkrankungen, Verletzungen, Examensstreß (Roswitha Bein, Birgit Walter), und nicht zuletzt die jüngst beigelegte Finanzkrise, hatten seit Wochen für eine Reduzierung des Übungsprogramms gesorgt.

Bislang hatten die Oldesloerinnen körperliche und spielerische Defizite stets mit bravourösem Kampfgeist kaschiert. Aber ein- bis zweimaliges Training, das zeigte sich gegen einen Spitzenklub wie die TSG Wismar, reicht offenbar nicht, um konditionelle Probleme ständig zu übertünchen.

Da zudem Sandra Koslowski (fiebrige Grippe) erneut nicht zur Verfügung stand, konnte VfL-Trainerin Nyari nur sieben Feldspielerinnen aufbieten. Und die wurden von Wismars guten Torhüterin Marina Bratenkowa fast systematisch zur Verzweiflung getrieben.

Die 1,86 Meter große Weißrussin vollbrachte zwischen den Pfosten Grandioses. Sie parierte an die 30 Bälle, leitete mit traumhaft präzisen Pässen erfolgreich Gegenstöße ein und glänzte zudem noch als zweifache Torschützin, aus der Distanz von 40 Metern.

Sowohl Petra Küsel als auch Silke Dumjahn hatten das Nachsehen, die VfL-Keeperinnen, die zu allem Überfluß beide keinen guten Tag erwischten, standen zu weit vor dem eigenen Tor. „Das ist immer ein Vabanque-Spiel. Gegenstöße lassen sich so gut unterbinden“, sagte Petra Küsel, „aber wenn die gegnerische Torfrau so zielen kann, sieht man natürlich alt aus.“

Einseitige Schuldzuweisungen in Richtung Oldesloer Torhüterinnen verbaten sich jedoch: Die stets anfällige VfL-Deckung trug einen gehörigen Teil zum Erfolg der Gäste bei, der unerwartet deutlich ausfiel, denn auch die TSG Wismar trat mit Personalsorgen an: Neben Torjägerin Antonina Lissewitsch (Schwangerschaftspause) fehlte die angestammte Spielmacherinnen Leila Fust (Blinddarm-Operation) sowie deren verletzte Vertretern Mirka Obst.

Doch mit der ausgezeichneten Torfrau und der lautstarken Unterstützung von rund 50 Fans im Rücken drohte sich das Rumpfteam aus der Hansestadt in einen wahren Spielrausch zu spielen, zwischenzeitlich führte die TSG Wismar schon 24:13 (52. Minute). Katerstimmung herrschte dagegen im VfL-Angriff. Verzweifelt trommelten Roswitha Bein, Jeanette Marquardt und Martina Kattner mit den Fäusten auf den Hallenboden, weil sie wiederholt an TSG-Keeperin Bratenkowa scheiterten. „Wir hatten genug Chancen, um das Spiel spannend zu gestalten“, monierte VfL-Trainerin Nyari die mangelhafte Trefferquote. Doch sie übte auch Selbstkritik: „Ich hätte unsere Abwehr eher umstellen müssen.“

Immerhin: Für Stephanie Struppek, die dank intensiver medizinischer Betreuung von Physiotherapeut Malte Gericke binnen nur einer Woche ihre Knieverletzung auskuriert hatte, war es kein völlig verlorener Abend. Der Nachwuchsspielerin (zwei Tore) gelang das Kunststück, Wismars Keeperin mit einem Heber zu überwinden, und das gelang sonst niemand.

Die Treffer für den VfL Oldesloe erzielten: Jeanette Marquardt (6/3), Birgit Walter (5), Martina Kattner (3), Stephanie Struppek, Dana Kretschmann (je 2), Roswitha Bein (1).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 25.1.1999

 

Sonnabend, 23. Januar 1999

Zum Rückrundenauftakt erwartet der VfL Oldesloe die TSG Wismar
Vereinsdarlehen beendet Finanzkrise

(sg) Frohe Kunde für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe: Vor dem heutigen Heimspiel gegen die TSG Wismar (19.30 Stormarnhalle) ist eine kurzfristige Lösung der Finanzprobleme in Sicht. Mit einem zinslosen Darlehen hilft der Gesamtvorstand des VfL Oldesloe dem in Nöte geratenen Zweitliga-Handball aus der Patsche. In Kürze dürften nun die seit Oktober ausstehenden Aufwandsentschädigungen und Fahrgelder auf den Konten der Spielerinnen eingehen.

Dieses Ergebnis erbrachte eine Vorstandssitzung, bei der die Bundesliga-Beauftragten Jürgen Dorn und Holger Orlowski sowie VfL-Manager Wilfried Koslowski das oberste Vereinsgremium über die aktuellen Probleme informierten. „Wir haben uns ein genaues Bild machen können. Die Situation ist ernst, aber nicht dramatisch, die Schwierigkeiten sind lösbar“, sagte der VfL-Vorsitzende Jan Rambke, der die Höhe des Darlehens allerdings nicht preisgeben wollte.

Auch über die Höhe der Deckungslücke im Saisonetat haben die VfL-Verantwortlichen weiterhin Stillschweigen vereinbart. Sicher ist nur, daß sie im fünfstelligen Bereich liegen dürfte. Mit Hilfe von Gönnern und Sponsoren soll der Etat schon demnächst nachträglich aufgestockt und das Darlehen zurückgezahlt werden. Ein Fünfer-Gremium, das sich neuerdings zusammen mit Manager Koslowski um die Sponsorenbetreuung kümmert, hat bereits vielversprechende Vorgespäche geführt. In der kommenden Woche steht nun ein Sponsorentreffen in größerer Runde auf dem Programm.

Angesichts dieser intensiven Bemühungen geht der VfL-Vorsitzende Rambke davon aus, daß die finanziellen Schwierigkeiten schon bald der Vergangenheit angehören werden. „Wir wollen auch in Zukunft erstklassigen Zweitliga-Handball, er hat seinen festen Platz in Bad Oldesloe“, sagte Rambke. Seit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga vor acht Jahren unterstützt der VfL-Vorstand die Handballerinnen kontinuierlich. So steht der Gesamtverein auch in dieser Serie wieder mit der vom Deutschen Handball-Bund (DHB) geforderten Bürgschaft in Höhe von 25.000 Mark dafür gerade, daß die Mannschaft am Spielbetrieb teilnimmt. Eine vorzeitiger Rückzug hätte den Verlust der Bürgschaft zur Folge.

Während sich für die wirtschaftlichen Probleme Lösungen abzeichnen, stehen die Zweitliga-Handballerinnen heute abend im ersten Rückrundenspiel sportlich auf dem Prüfstand. Der Tabellendritte TSG Wismar hatte das Hinspiel knapp und ein wenig glücklich mit 25:24 für sich entschieden. Der VfL Oldesloe hat seinen Fehlstart (0:6 Punkte) aber inzwischen vergessen gemacht und sich auf den vierten Rang vorgekämpft. Ein möglicher Vorteil für die Stormarnerinnen: TSG-Rückraumspielerin Antonina Lissewitsch, die vor ihrer Hochzeit unter ihrem Mädchennamen Tschibangu eine der erfolgreichsten Torjägerinnen der zweiten Bundesliga war, legt derzeit eine Schwangerschaftspause ein und steht ihrem Team nicht mehr zur Verfügung. Beim VfL Oldesloe hofft Trainerin Zsuzsa Nyari darauf, daß Sandra Koslowski ihre Grippe auskuriert und Stephanie Struppek ihre Knieverletzung überwunden hat.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 23.1.1999

 

16.1.99
VfL Oldesloe - TSV Nor Harrislee 25:18

Die Hinrunde ist abgeschlossen und der VfL befindet sich exakt dort, wo die Trainerin die Mannschaft am Ende sehen möchte. Platz 4 mit der Chance, noch etwas nach oben zu blicken und mit geringem Abstand zu einigen Verfolgern. Platz 4 nach einem schlimmen Saisonstart mit 0:6 Punkten und mit einem Minikader. Gestern beim Landesderby startete die Mannschaft mit einer Auswechselmöglichkeit für das Feld, aber auch dieses wurde bald zerstört, als sich Steffi Struppek nach wenigen Minuten am Knie verletzte und ausscheiden mußte. Sandra Koslowski saß mit Fieber auf der Bank und konnte nicht spielen und das Thema Erzika Bakai wurde für alle Seiten positiv gelöst, sie unterschrieb einen Vertrag bei Halle-Neustadt in der 1. Bundesliga.

Dieser Minikader zeigt wieder einmal Moral. Es wurde kaum trainiert, Prüfungen, schlechtes Wetter und die finanziellen Probleme im Verein ließen ein normales Programm nicht zu. Trotzdem hatte Harrislee zu keinem Zeitpunkt den Hauch einer Chance, hier in Oldesloe zu punkten. Ein deutliches Plus auf der Torhüterseite - Silke Dumjahn hat nach ihrer Meniskusoperation gleich mit einer Klasseleistung gezeigt, wo in diesem Jahr die Stärken in der Mannschaft liegen - brachte den VfL immer wieder zu schnellen Gegenstößen. Auch lautstarke Motivationsversuche auf Gegners Seite halfen nicht, zur Halbzeit stand es bereits 14:8. Zeitweilig waren es 10 Tore Differenz und am Ende wurden noch viele viele Chancen nicht genutzt, weil sie einfach körperlich am Ende waren. Zsuzsa war happy und stolz auf ihre Spielerinnen, sie hatte eine solche Energieleistung eigentlich nicht erwartet.

In Sachen Finanzierung der Saison gab es nach dem Spiel ein Informationsgespräch zwischen Mannschaft und dem neuen Team. Die Spielerinnen wurden über den Stand der Bemühungen informiert. Es wurde vereinbart, daß am kommenden Donnerstag beim Training ein konkretes Ergebnis bekanntgegeben wird. Mit dabei war auch VfL-Vorsitzender Jan Rambke, der den Standpunkt des Gesamtvorstandes des VfL Oldesloe darlegte. Weitere Informationen können jetzt noch nicht veröffentlicht werden, aber die Situation sieht schon ein wenig freundlicher aus als vor einigen Tagen.

Viele Zuschauer überraschten den Bundesligabeauftragten Jürgen Dorn mit kleinen Geldspenden, viele nannten Firmen, die eventuell helfen könnten. Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst und werden sie in den kommenden Tagen abarbeiten. Ein Dank an alle, die uns in dieser schwierigen Zeit unterstützen.

Sonnabend, 16. Januar 1999

VfL Oldesloe – TSV Nord Harrislee 25:18 (14:8)

„Der Wille versetzt Berge“
VfL Oldesloe bleibt Landes bestes Frauenteam

(Sönke Schulenburg) Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe bleiben die Nummer eins in Schleswig-Holstein. Zum Abschluß der Hinrunde in der zweiten Bundesliga Nord gewann das VfL-Team von Trainerin Zsitzsa Nyari das Landesderby gegen den TSV Nord Harrislee mit 25:18 (14:8) und behauptete sich auf dem vierten Tabellenplatz.

Rund 300 Zuschauer in der Stormarnhalle sahen eine großartige Energieleistung der Gastgeberinnen, allerdings auch einen kämpferisch enttäuschenden TSV Nord Harrislee. Weder Finanzmisere noch Verletzungspech schien den Oldesloerinnen etwas anhaben zu können. Mit nur sechs Feldspielerinnen, also ohne die Chance zum Auswechseln, dominierte das Rumpf-Team des VfL die Partie souverän. Grund für die zahlenmäßige Unterlegenheit war eine Grippe von Sandra Koslowski (saß mit Fieber auf der Bank) und eine Verletzung von Stephanie Struppek, die sich schon nach fünf Minuten das Knie verdrehte.

Doch die Personalnöte schweißten das VfL-Team zusammen. Herausragend: Mannschaftsführerin Birgit Walter, die sich mit acht sehenswerten Toren als ungewöhnlich treffsicher erwies. Und hätte sie nicht noch Pech bei zwei Lattenwürfen gehabt, hätte ihre persönliche Erfolgsquote sagenhafte 100 Prozent betragen. Selbst VfL-Trainerin Nyari staunte über Walters Variationsreichtum: „Ich wußte nicht, in welche Ecke sie wirft.“ In bester Torlaune präsentierte sich auch Jeanette Marquardt, die es ebenfalls auf acht Treffer brachte.

Gäste-Trainer Peter-Heinrich „Heie“ Jacobsen zeigte sich von der leidenschaftlosen Vorstellung seiner Mannschaft, besonders der Routiniers Petra Schulz und Brit Nielsen, schwer enttäuscht. Der „Dinosaurier“ unter den Frauentrainern Schleswig-Holsteins, seit 29 Jahren im Amt, strich verärgert das gemeinsame Essen im Anschluß an eine Auswärtspartie, sonst ein Ritual beim TSV Nord Harrislee. Jacobsen sah in seinen beiden Torhüterinnen Uta Petersen und Eileen Japsen eine „Achillesferse“. „Da haben sie stundenlang per Video die Wurfbilder der Oldesloerinnen studiert, und stehen doch in der falschen Ecke.“

Was Jacobsen, der nach zweimaligem Bundesliga-Aufstieg (1991 und 1994) vor drei Jahren einen erfolgreichen Neuaufbau mit jungen Talenten gestartet hat, innerlich besonders aufgebracht hat, war die unbestrittene Überlegenheit des VfL Oldesloe in kämpferischer Hinsicht. Nach Jacobsens Philosophie hätte sich sein Team eigentlich dieses Prädikat verdienen müssen, denn beim TSV Nord Harrislee gibt es mangels Sponsoren nur geringfügige finanzielle Unterstützung, Eigenmotivation heißt das Zauberwort. Doch ausgerechnet die „Besserverdiener“ vom VfL Oldesloe, die seit Monaten auf vertraglich zugesicherte Aufwandentschädigungen warten, erteilten dem Rivalen von der dänischen Grenze eine Lehrstunde in Sachen Engagement. „Der Wille versetzt Berge, das hat der VfL Oldesloe heute bewiesen. Meine Mannschaft hat das Spiel offenbar schon vorher als Sieg abgehakt, anders kann ich mir diese Vorstellung nicht erklären“, so Jacobsen, sonst nie um Erklärungen verlegen.

Seine Kollegin Zsuzsa Nyari hörte den weitschweifigen Analysen still schmunzelnd zu. „Es stimmt, wir haben mit viel Herz gespielt“, sagte sie zufrieden. Das ist auch dem VfL-Vorsitzenden Jan Rambke nicht entgangen. Der Vorsitzende des rund 3500 Mitglieder zählenden Gesamtvereins weilte unter den Zuschauern, nahm nach dem Sieg an einem Krisengespräch mit Spielerinnen und dem neuen Manager-Quintett in der Kabine teil, um sich persönlich ein Bild vom Ausmaß der Finanzmisere zu machen. „Ich bin froh, daß unser Bundesliga-Handball organisatorisch auf eine breitere Basis gestellt wurde“, begrüße Rambke das Engagement von Silke Schwöbken, Knut Kupper, Jork Reppin, Jens Willhöft und Peter Stäcker.

Über die Höhe der Deckungslücke im Etat wird öffentlich weiter Stillschweigen bewahrt. Doch am Mittwoch sind die Bundesliga-Verantwortlichen Jürgen Dorn, Holger Orlowski sowie Manager Wilfried Koslowski beim Gesamtvorstand zu Gast, um über die konkreten Probleme zu berichten. Hintergrund: Der Gesamtverein bürgt mit 40.000 Mark für den Bundesliga-Spielbetrieb. Im Falle einer Abmeldung des Teams würde der Deutsche Handball-Bund (DHB) dem VfL Oldesloe diese Summe abfordern.

Daß dieser Fall nicht eintritt, da sind alle Beteiligten guten Mutes. Es gebe erste, positive Signale von den Sponsoren, verlautete aus dem neuen Managerkreis. Der in die Kritik geratene Manager Wilfried Koslowski sieht nach eigenen Angaben keine Probleme, seine Aufgaben künftig aufzuteilen. Er stellte zwei neue Sponsoren in Aussicht. Koslowski, sichtlich angespannt, sparte nicht mit Selbstkritik. „Sportlich sind wir Zweitliga-tauglich, organisatorisch waren wir es zuletzt nicht.“

Die weiteren Oldesloer Treffer gegen den TSV Nord Harrislee erzielten: Dana Kretschmann (4), Roswitha Bein (3/davon ein Siebenmeter) und Eike Lange (2).

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 18.1.1999

 

10.1.99
Manager-Quintett will Oldesloer Finanzkrise meistern
VfL Bundesliga-Frauen unterlagen bei der SG Niederndodeleben mit 22:25


Sportlich leisteten sich die Oldesloer Frauen wider einmal einen Fehlstart ins neue Jahr. Bei allem Ärger über diese vermeidbare Niederlage - vor allem über eine Reihe von höchst zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheidungen - gibt es für den Tabellenfünften aber auch Lichtblicke.

So soll die Bewältigung der seit Wochen andauernden Finanzkrise jetzt verstärkt in Angriff genommen werden. Angesichts des drohenden Aus haben sich die Spielerinnen mit Freunden, Förderern und verantwortlichen zusammengesetzt, um Lösungen zu erarbeiten. Erste Maßnahme: Manager Willi Koslowski, der unter anderem wegen Zeitmangels aus beruflichen Gründen stark in die Kritik geraten war, wird ab sofort bei der Sponsorenbetreuung von einem Quintett erheblich entlastet.

So haben Jens Willhöft, Jork Reppin und Knut Kupper aus der Bezirksliga-Mannschaft ihre Bereitschaft erklärt, sich um dringende Aufgaben zu kümmern. Peter Stäcker und die ehemalige Torhüterin Silke Schwöbken komplettieren das neue Manager-Quintett, dessen vordringlichste Aufgabe darin bestehen dürfte, die Deckungslücke im laufenden Etat zu stoppen. An Unterstützung für den Bundesliga-Handball, da sind alle beteiligten guten Mutes, mangelt es in Bad Oldesloe nicht - sie muß allerdings schleunigst organisiert werden. Von einer Amtsenthebung des bisherigen managers sprach niemand. Dennoch scheint klar, daß Wilfried Koslowski nach einem Berufswechsel nicht mehr soviel Zeit in die Vereinsarbeit investieren kann.

Die Zeit lief den Oldesloerinnen beim Spiel in Magdeburg davon. Zwar kamen sie in der Schlußphase mehrfach bis auf einen Treffer heran (21:22), doch jedesmal, wenn sich der VfL Oldesloe anschickte, den Ausgleich zu markieren, wurden die Gästeangriffe abgepfiffen. "Das waren schon sehr mehrwürdig einseitige Entscheidungen", haderte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari mit dem Schiedsrichtergespann. Acht Oldesloer Zeitstrafen standen in der recht fairen Partie fünf Magdeburger Zeitstrafen gegenüber.

(aus Ahrensburger Zeitung / Sönke Schulenburg vom 12.1.99)

10.1.99
Die männliche F-Jugend des VfL Oldesloe traf den deutschen Meister THW Kiel

Wovon viele Handballfans träumen wurde Wirklichkeit für die kleinsten männlichen Handballer des VfL Oldesloe. Am vergangenen Sonntag waren sie als Gäste des THW Kiel in der berühmten Ostseehalle und erlebten live, wie der Deutsche Meister auch das sechste Spiel in der Championsleague gegen Kaustik Volgograd mit 30:25 gewinnen konnte.

Aber alles der Reihe nach. Begonnen hatte alles damit, daß in Bad Oldesloe eine Filiale der Handelskette Plaza eröffnet wurde. Schon vor diesem Ereignis begann der Konzern, auch eine Sportsponsorschaft für die Handballdamen des VfL Oldesloe zu übernehmen. So wurde dann auch eine Delegation dieser Mannschaft zur Eröffnung des Warenhauses geladen und wie gehabt, ich war dabei und verantwortlich für die Fotos. So durfte ich dann feststellen, das die verantwortliche Person aus der Geschäftsleitung mir nicht ganz unbekannt war aus vergangenen schönen Schulzeiten und wir uns viele Jahre nicht mehr gesehen hatten. Nach einigen Worten kam die Frage, "hast Du mal wieder Lust, den THW live zu sehen?" Was 'ne Frage für einen THW Fan.

Dann kam mir die Idee, etwas für die Kleinen zu tun, auch aus persönlichem Interesse, schließlich beginnt "Sohnemann" gerade, diese Sportart zu erlernen und der hatte auch seit einiger Zeit aus gegebenem Anlaß ( sein Name ist Magnus!?!) viele Spiele des THW im Fernsehen verfolgt. Es folgte ein Brief mit einer "unverschämten" Bitte und eine tolle Antwort von Plaza und dem THW, man könne sich dieser "starken Truppe" nicht widersetzen und die Mannschaft sei geschlossen eingeladen, dem Spiel gegen Volgograd beizuwohnen.

Adrenalin pur, die Jungs konnten kaum noch schlafen und dann der Schreck am Samstagabend vor dem Spiel, der THW hatte bereits gespielt und gewonnen. Tränen liefen, Telefondrähte glühten und dann die Aufklärung, es war das Hinspiel, das Spiel am Sonntag wird wie geplant ausgetragen.

So trafen wir uns rechtzeitig, fuhren gemütlich nach Kiel, die Karten lagen bereit und unsere Plätze waren die direkt hinter dem Tor. Die Kinder fühlten sich sofort pudelwohl, die große Halle hinderte sie nicht, sofort auf das Spielfeld zu laufen, herumzutoben und dann den Spielern beim "Warmmachen" zuzuschauen. Das Maskottchen (eine Person, verkleidet als Zebra) wurde bedrängt und verfolgt, alles wuselte herum, auf den Plätzen hielt es niemand, bis das Licht ausging und eine unheimlich schöne Szene begann, der THW lief auf. Tausende von Wunderkerzen, Feuerzeugen und Streichhölzern wurde gezündet und jeder einzelne Spieler wurde mit ohrenbetäubendem Lärm begrüßt. Dieses muß man live erlebt haben, es war für uns alle unbeschreiblich. Und dann wird die Mannschaft des VfL auch noch persönlich begrüßt, der THW hat ein Herz für Kinder und hat aus diesem Grund die Mannschaft des VFL Oldesloe nach Kiel eingeladen!!!!! Eine Riesensache.

Über das Spiel gibt es nicht viel zu berichten, für beide Teams ging es um nichts mehr und so entwickelte sich ein munteres Spiel mit tollen Szenen, vielen und schönen Toren und der THW gewann verdient. Die Kinder haben davon teilweise nichts mitbekommen, sie waren so überwältigt von der Atmosphäre in der Halle und den Zuschauern, die jedes Tor des THW mit "hey Magnus hey" bejubelten, wenn, wie in diesem Fall, Magnus Wislander ein Tor geworfen hatte. Schrecksekunde nach der Halbzeit, unser Kleinster war mit dem Zebra mitgegangen und dann wurde einfach die 2. Halbzeit angepfiffen und er stand ganz allein in der Halle, nur auf der anderen Seite. Aber sein Trainer Jens kämpfte sich dorthin und brachte den kleinen Axel wieder in die Arme seiner Mutter Kerstin: "er war doch so ein liebes Zebra!!!"

Nach Spielschluß stürmten unsere Kids wieder auf die Spielfläche, galt es doch, möglichst viele Autogramme zu ergattern. Die Halle leerte sich, nur noch einige Ordner und die Kinder der THW-Spieler und die Mannschaft des VfL Oldesloe waren noch in der Ostseehalle. Die hatten sich in der Zwischenzeit ihre Trikots mit "Kinder stark machen" übergezogen. Das Licht wurde heruntergefahren und dann kamen sie wieder, die Stars der Bundesliga, die deutschen Meister. Fünf Minuten Auslaufen und Stretching, natürlich begleitet von den Kids und dann der Höhepunkt des Tages für die jungen Spieler und Spielerinnen vom VfL Oldesloe. Ein gemeinsames Foto in der Ostseehalle und ich muß wirklich sagen, es war toll, wie sich die Handballer des THW verhalten haben, sie haben alles mitgemacht, Autogramme gegeben, herumgeflachst, mit den Kindern zusammen nach "Wolle" Schwenke gerufen, der mit seinem Radiointerview nicht fertig wurde und viele Minuten ausgeharrt, bis wirklich alle Spieler zusammenwaren. Dann konnten die Bilder geschossen werden.

Umziehen und rausgehen mußten noch folgen und das dauerte, zu stark waren die Eindrücke der letzten Stunden. Ein Blick zurück, jetzt war der THW ganz allein mit sich beschäftigt und dann ging es sofort weiter, ein Besuch bei Mr. McDonald rundetete die ganze Geschichte ab.

Jetzt werden noch fleißig Bilder getauscht, mit Originalautogrammen versehen und für die Zukunft hat der THW Kiel einige zusätzliche Fans gewonnen, es wird also Zeit daß die Ostseehalle ausgebaut wird!

Wir vom VfL bedanken uns ganz herzlich bei Plaza und beim THW Kiel und sind froh, dieses auch öffentlich tun zu können. Ich denke, ein solches Verhalten verdient es, daß man es weitererzählt.

Sonnabend, 9. Januar 1999

Finanzprobleme weiter ungelöst
Oldesloer Frauen warten noch immer auf ihr Geld

(sg) Neues Jahr, alte Sorgen. Eigentlich hatten die Verantwortlichen für den Bundesliga-Handball im VfL Oldesloe gehofft, daß die Finanzmisere zum Jahreswechsel weitgehend überwunden sei. Doch weit gefehlt. Als sich das Frauenteam am Montag zum ersten Training nach der Weihnachtspause traf, beklagten die Spielerinnen, die seit Oktober auf zugesagte Aufwandsentschädigungen und angefallene Fahrgelder warten, daß seitens der Marketing-Gesellschaft OSM noch keine Zahlungen erfolgt sind. Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beim HC Niederndodeleben/Magdeburg herrscht daher gereizte Spannung.

Vergeblich warteten die Spielerinnen bislang auf ein klärendes Wort von Manager Wilfried Koslowski, der öffentlich vor einigen Wochen zur Jahreswende eine Problemlösung in Aussicht gestellt hatte. Hinter vorgehaltener Hand wächst spürbar die Kritik am Manager, der sich rar gemacht hat. Beruflich ist Koslowski sehr viel unterwegs und für die Spielerinnen kaum noch zu erreichen. Auch die „Ahrensburger Zeitung“ versuchte vergeblich, eine Stellungnahme von ihm zu erhalten.

„Die Situation ist vertrackt. Zwar hatten wir im Januar regelmäßig gewisse Zahlungsprobleme, aber diesmal wird es extrem schwer, sie zu lösen“, mag der Bundesliga-Beauftragte und OSM-Hauptgesellschafter, Jürgen Dorn, noch keine Entwarnung geben. Die Hoffnungen des pensionierten Prokuristen ruhen vor allem darauf, daß die Sponsoren dem notleidenden Bundesliga-Handball unter die Arme greifen. Signale dafür gibt es aber kaum, für die Sponsorenbetreuung ist bisher in erster Linie der Manager zuständig.

Altschulden aus der Saison 1997/98 und Fehler beim Abschluß neuer Leasing-Verträge für die Fahrzeuge haben offensichtlich zu der Deckungslücke im Etat geführt. Angesichts dieser finanziell angespannten Situation erscheint es Spielerinnen und treuen VfL-Anhängern im nachinein umso unverständlicher, warum mit Erzika Bakai unmittelbar vor Saisonbeginn noch eine teure Ausländerin verpflichtet wurde.

Von der ehemaligen kroatischen Nationalspielerin, die sportlich enttäuschte, hat sich der VfL Oldesloe inzwischen getrennt. Allerdings hat sie den Aufhebungsvertrag nicht unterschrieben, bevor sie zu Weihnachten in ihre Heimat gereist ist, möglicherweise droht noch ein Rechtsstreit. „Wir wissen nicht einmal, wo Erzika steckt“, sagte Trainern Zsuzsa Nyari.

Die Spielerinnen versuchen sich trotz der Misere auf Handball zu konzentrieren. „Auf ewig kann dieser Zustand aber nicht andauern“, mahnte Mannschaftsführerin Birgit Walter Zukunftsperspektiven an. Dafür hat Jürgen Dorn volles Verständnis. „Natürlich haben die Spielerinnen ein Recht darauf, daß die Zusagen eingehalten werden.“ Nur, wie sich das bewerkstelligen läßt, weiß im Moment offenbar niemand so recht. Eines scheint aber sicher: Sollte sich bis Ende Januar keine Lösung abzeichnen, dann droht dem Bundesliga-Handball das Aus. „Das Abmelden der Mannschaft wäre die letzte Konsequenz. Soweit wird es aber hoffentlich nicht kommen“, so Dorn.

AHRENSBURGER ZEITUNG vom 9.1.1999

 

9.1.1999

Das Jahr 1998 neigt sich dem Ende zu. Anders als im vergangenen Winter ist man beim beim VfL mit der aktuellen Plazierung der Mannschaft zufrieden. Platz 5 lautet der Platz im oberen Drittel, mit Tuchfühlung zum Vierten, dem starken Aufsteiger aus Celle und der TSG Wismar, die zur Zeit auf Platz 3 rangiert. Da ist alles offen im Kampf um Plazierungen. Ganz oben wage ich die die Prognose, am Ende sieht es so aus, wie es zur Zeit ausschaut - der VfL Oldenburg wird sicherer Meister, HCE Rostock geht in die Relegation und kann mit einem Quentchen Glück den Aufstieg schaffen.

So sieht es aus zur Jahreswende. Aber es gibt ja nicht nur die sportliche Seite. De andere Bereich ist zur Zeit nicht so ermutigend, ich spreche von der finanziellen Situation bei der OSM, die für die Mannschaft vom VfL zuständig ist. Hier hat das "Fiasko" der vergangenen Saison, als ein zu großer und zu teurer Kader ohne nennbare Erweiterung der finanziellen Mittel, zu einer gewissen Finanzlücke geführt. Diese ist nicht so erheblich, daß es demnächst keinen Handball in Bad Oldesloe mehr geben wird, aber sie stört einen reibungslosen Ablauf erheblich. Die Spielerinnen möchten ihre Aufwandsentschädigungen nicht erst einige Monate später, sondern regelmäßig erhalten. Auch Vereinbarungen mit anderen Beteiligten, ob jetzt die medizinische Abteilung oder das Autohaus, zuständig für die Leasingautos, müssen eingehalten werden, auch dort wird mit geschlossenen Verträgen geplant!!

Leider gibt es zur Zeit von den verantwortlichen Personen kaum Auskunft. Dies führte wiederum zu Irritationen in der Presse. Man reagierte gereizt auf Veröffentlichungen in der Bild-Zeitung und im Hamburger Abendblatt. Unbedachte Äußerungen in einer Pressekonferenz reizten dann die Stimmung bei Sponsoren noch unnötiger an. Positiv ist zur Zeit wirklich die Einstellung der Mannschaft zu nennen, trotz immenser Belastung durch Prüfungen und oben geschilderter Vorgänge zeigt sie Flagge und tolle Moral auf der Platte. Mannschaftsführerin Birgit Walter überbrachte dann vor dem Marnespiel die Botschaft, daß diese Mannschaft sich nicht kleinkriegen lassen wird und die Saison zu Ende spielt, egal was da nun passiert!

Aber zur Zeit reagiert jeder sensibel. Dabei müßten die verantwortlichen Köpfe gerade jetzt eng zusammenarbeiten. Vielleicht tun sie es, sie wissen auf jeden Fall, was zu tun und zu erreichen ist. Leider hat man dann zum Jahresende ein wenig die Personen vergessen, die ehrenamtlich Woche für Woche dafür sorgen, daß die Halle in dem Zustand ist, der Bundesliga-Handball ermöglicht. Man hat an den Hausmeister Raap und seine Frau gedacht, aber wo blieben Kassierer oder Aufsicht oder Hallensprecher oder oder!! Das ist eigentlich das wichtigste Ereignis für diese Personen, so etwas darf man sich nicht erlauben!! Aber ich denke, es entstand aus einer unglücklichen Verkettung von Umständen. Nur, solche Sachen gehören auch zur Planung einer Saison.

Personell wird es kleine Veränderungen geben. Ob Erzika Bakai noch im neuen Jahr für den VfL an den Start geht, ist ungewiß. Da liefen Verhandlungen, wir werden es erleben. Silke Dumjahn geht es wieder gut, sie beginnt im neuen Jahr wieder mit dem Training und Struppi darf ohne negative Auswirkungen in der zweiten Mannschaft bei Dieter Kunze spielen, dort wird sie ganz dringend benötigt. Wir können nur hoffen, daß keine ernsthaften medizinischen Probleme auftreten, denn die Versorgung auf diesem Gebiet wird nur sporadisch möglich sein.

Unsere kommenden Gegner heißen Niederndodeleben am 10.1.99 und dann das erste Heimspiel im Jahr 99 in der Stormarnhalle gegen den TSV Nord Harrislee. Bis dahin werden wir schlauer sein, sowohl im sportlichen als auch im finanziellen Bereich. Kommen Sie gut ins neue Jahr, feiern Sie ordentlich, vielleicht geht auch der eine oder andere Wunsch in Erfüllung. Halten Sie uns die Treue, sowohl in der Stormarnhalle als auch im Internet. Wir werden bemüht sein, über alles zu berichten, deshalb auch heute einige für den VfL nicht ganz so positive Anmerkungen.

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