Zweite Bundesliga: VfL-Handballerinnen können nach 22:23 ihre Hoffnungen begraben - Wieder eine Halbzeit "verschlafen"

Die Handballerinnen des VfL oldesloe können ihre Ambitionen, in die erste Bundesliga aufzusteigen, für diese Saison wohl endgültig zu den Akten legen. Eine Woche nach dem verpatzten Jahresauftakt (19:27 bei TSG Wismar) mißriet ihnen auch der Start in die Rückrunde der zweiten Bundesliga. Bei der SG Niederndodeleben/Magdeburg bezog das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari eine 22:23 Niederlage. Damit sind die Stormarnrinnen auf den fünften Tabellenplatz zurückgefallen. Zu glauben, der VfL könne beispielsweise die fünf Minuspunkte noch aufholen, die TSG Wismar besser im Rennen liegt, dazu gehört eine gehörige Portion Optimismus. Schon gar, wenn man die Leistungen zugrundelegt, die der VfL in diesem Jahr gezeigt hat.

"Meine Mannschaft hat die erste Halbzeit wieder verschlafen", kommentierte Zsuzsa Nyari die Vorstellung ihrer Schützlinge bis zur 36. Minute. Die anfängliche 4:2 Führung der Anhalterinnen, die keineswegs stärker als beim 24:19 Sieg des VfL zu Saisonbeginn spielten, konnten die Oldesloerinnen bis zur 18. Minute (7:7) egalisieren. Aber das spornte die Mannschaft nicht etwa zu größeren Anstrengungen an. Vielmehr offenbarte sie weiter große Deckungslücken, so daß der Gastgeber bald wieder mit 13:10 (29.) führte. Auch nach der Pause spielten die Oldesloerinnen zunächst im alten Trott weiter. Erst nach dem 13:17 in der 36. Minute wachte das Team auf. Von dem Zeitpunkt an zeigte es den Einsatz und Kampfgeist, den seine Trainerin und die treuen Fans von Anfang an erwartet hatten.

Aber die Aufholjagd zu der die Stormarnerinnen nun ansetzten, war letztlich nicht von Erfolg gekrönt. Dabei war auch eine gehörige Portion Pech im Spiel. Nicht zuletzt fühlten sich die Oldesloerinnen von dem SchiedsrichterGespann aus Neubrandenburg ungerecht behandelt Darunter hatte vor allem Spielmacherin Roswitha Bein zu leiden, der buchstäblich jede Aktion abgepfiffen wurde.

Bitter war auch, daß die Schiedsrichter in der letzten Minute, als noch ein Remis möglich war, dem VfL einen klaren Freiwurf vorenthielten. "Aber die Unparteiischen tragen nicht die Schuld an unserer Niederlage. In Normalform und mit einer durchgehend guten Einstellung hätten wir das Spiel unbedingt für uns entscheiden müssen", wollte Zsuzsa Nyari die Ursachen für die Niederlage nicht vom Team wegschieben.

Stormarner Tageblatt vom 19.1.98

Erster Sieg für Oldesloer Handballerinnen im neuen Jahr: 32:20 gegen Bad Schwartau - Mit Marion Werner aufwärts?

Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe haben den ersten Sieg in diesem Jahr unter Dach und Fach. Gegen den VfL Bad Schwartau gewannen die Stormarnerinnen mit 32:20 . Ob die Oldesloerinnen auf Dauer wieder in die Erfolgsspur zurückgelinden, bleibt offen. Der schwache Gegner war dafür kein Maßstab. Hoffnung aber gibt das gute Heim-Comeback von Marion Werner.

Die Handballerinnen des VfL Oldesloe können doch noch gewinnen: Nach den deprimierenden Niederlagen in Wismar und Magdeburg/Niederndodeleben, mit denen sie sich - zumindest vorerst - aus der Spitzengruppe der zweiten Bundesliga Gruppe Nord katapultierten, gelang den Schützlingen von Trainerin Zsuzsa Nyari gegen den VfL Bad Schwartau mit 32:20 endlich der erste Sieg im neuen Jahr. Bäume allerdings haben die Oldesloerinnen auch am Sonnabend in der mit rund 350 Zuschauern erstaunlich gut besetzten Stormarnhalle über weite Strecken nicht ausgerissen. Auch kann der Erfolg kaum Aufschluß über die weiteren sportlichen Perspektiven der Kreisstädterinnen in dieser Saison geben. Dafür war der Gast aus Ostholstein zu hausbacken.

Gegenüber der Hinrunde, als sie den Stormarnerinnen mit 13:30 unterlagen, hat sich der Aufsteiger zwar ein Stück verbessert, aber ein echter Prüfstein für Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel sind sie noch immer nicht. Dennoch gewann Zsuzsa Nyari dem Erfolg ihres Teams viel Positives ab: "Ich freue mich vor allem über die Höhe des Sieges. Das wird uns ein Stück unseres Selbstvertrauens zurückgeben."

Natürlich hatte auch sie die vielen Fehler registriert, die ihre Mannschaft vor allem bis zur 38. Minute wie am Fließband produzierte. "Aber es war für mich angenehm zu sehen, daß meine Spielerinnen diesmal nicht den Kopf hängen ließen, sondern unverdrossen weiterspielten und kämpften und schließlich auch zu besserer Form fanden", analysierte sie Fortschritte in der Einstellung ihrer Schützlinge.

Die begannen die Partie außerordentlich nervös. Auch eine schnelle 6:2 Führung (10.) sorgte nicht für Sicherheit. Fortan war vieles nur Stückwerk. Immerhin funktionierte die Deckung bis zur Pause, so daß allen Unzulänglichkeiten zum Trotz eine klare 12:6 Halbzeitführung heraussprang. Acht Minuten verliefen auch im zweiten, SpielabI schnitt noch im selben Trott. Der Gast konnte dabei sogar den Rückstand auf 10:14 verkürzen Dann aber platzte bei den Oldesloerinnen endlich der Knoten. Nach langer Verletzungspause drehte vor allem Marion Werner bei ihrem ersten Einsatz vor eigenem Publikum auf. Sie avancierte mit sieben Treffern zur erfolgreichsten Werferin im Team. Aber auch ihre Mitspielerinnen wußten sich nun gegen einen immer konfuser reagierenden Gegner zu steigern, so daß auftretende Lücken in der Abwehr nicht weiter ins Gewicht fielen.

Stormarner Tageblatt vom 26.1.98

Spaß an spektakulären Aktionen
Handball: VfL Oldesloe besiegte TSV Nord Harrislee deutlich 27:17

Zeichensprache ersetzte die verbale Kommunikation auf dem Handballfeld Worauf es beim 27:17 (14:10) gegen den TSV Nord Harrislee ankam, wußten die Zweitliga-Spielerinnen des VfL Oldesloe längst ohne Worte. In der Schlußphase ging es nicht mehr um Sieg oder Niederlage, sondern um Spaß an spektakulären Aktionen: So verabredeten sich Dana Kretschmann und Marion Werner per Fingersprache, wo der Ball für den nächsten Kempa-Versuch hingespielt werden soll. Der Kempa-Trick mißlang zwar, aber die rund 250 Zuschauer honorierten den Oldesloer Spielwitz, der einige sehenswerte Treffer zur Folge hatte, mit langem und zufriedenen Beifall.

Selbst Gästetrainer Peter Heinrich "Heie" Jacobsen zollte den in allen Belangen überlegenen Stormarnerinnen großes Lob. "Glückwunsch, ihr habt uns als würdige Nummer eins im schleswig-holsteinischen Frauen-Handball abgelöst", gratulierte er seiner Kollegin Zsuzsa Nyari nach der Begegnung, "erstaunlich, daß ihr in der Tabelle nicht weiter oben steht."

Mitschuld daran trägt auch der TSV Nord Harrislee, der das Hinspiel im Oktober noch mit 25:24 gewonnen hatte. Aber damals fehlte beim Tabellenfünften VfL Oldesloe Spielmacherin Roswitha Bein, weil der Hamburger Verband plötzlich Bedenken gegen seine von ihm ausgestellte Spielberechtigung angemeldet hatte. Dieser Rechtsstreit wurde inzwischen auf höchster Ebene zugunsten des VfL Oldesloe entschieden, wie VfL-Manager Wilfried Koslowski mitteilte: "Wir haben vergangene Woche den endgültigen Bescheid per Post vom Deutschen Handball-Verband bekommen."

Die "Post" ließ nun im Rückspiel Jeanette Marquardt abgehen: Die 28jährige Erzieherin wirbelte auf allen Positionen. Ob von Linksaußen, vom Kreis oder aus dem Rückraum - mit acht Treffern gegen den TSV Nord Harrislee avancierte die Allrounderin wieder einmal zur erfolgreichsten VfL-Torschützin. Sie schraubte ihr persönliches Torkonto damit auf 103 Treffer (in 19 Spielen). Sehr treffsicher diesmal auch Anja Kramer, die fünf Tore zum Erfolg beisteuerte.

Ein Sonderlob von VfL-Trainerin Nyari verdiente sich VfL-Torhüterin Silke Schwöbken, die 60 Minuten lang zwischen den Pfosten stand. Obwohl sie einige unnötige Treffer von den Außenpositionen kassierte, war sie vor allem im zweiten Durchgang der große Rückhalt der defensiven VfL-Deckung. Vergeblich versuchten die Gäste, sie mit Rückraumschüssen in den Winkel zu düpieren Schwöbken stand stets schon fangbereit in der richtigen Ecke. Und die zweite VfL-Torfrau Meike Schlick glänzte bei zwei Kurzauftritten - beide Male parierte sie einen Siebenmeter von Petra Schulz.

"Im zweiten Durchgang haben wir bei 37 Angriffen nur sieben Tore erzielt - eine sehr schlechte Quote", gewährte Gästetrainer Jacobsen Einblick in seine Aufzeichnungen. Jacobsen, der in dieser Saison weitgehend auf junge Talente aus unteren Spielklassen vertrauen muß, haderte nicht mit seinen Keeperinnen, obwohl beide deutlich überfordert waren. "Leider war jeder Schuß ein Treffer", stellte er sachlich fest. Den wohl schönsten steuerte Marion Werner per Gegenstoß und Heber zum 26:17 bei, nachdem sie zuvor wieselflink Gegenspielerin Schulz schwindelig spielte.

Ahrensburger Zeitung vom 9.3.98

26:26 Remis beim Zweitliga-Spitzenreiter
VfL in Halle mit toller Steigerung

Nach dem mühevollen Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten aus Braunschweig hatten die Fans der Zweitliga Handballerinnen des VfL 0ldesloe dem Gastspiel der Stormarnerinnen bei Spitzenreiter SV Union Halle/Neustadt mit sehr gemischten Gefühlen entgegengesehen. In der Verfassung, in der sich die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari zuletzt in der Stormarnhalle vorgestellt hatte, so fürchteten sie, drohte eine herbe Schlappe. Aber die Befürchtungen erwiesen sich als gegenstandslos. Die Oldesloerinnen wußten sich um mehr als 100 Prozent zu steigern und machten mit einem 26:16 Unentschieden deutlich, daß sie an ihren guten Tagen auch mit den besten Teams der Liga mithalten können.

"Vor allem die kämpferische Einstellung meiner Spielerinnen hat mir gefallen", stellte Zsuzsa Nyari zufrieden fest. Ihre ausführlichen Gespräche unter der Woche waren ganz offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Danach sah es zunächst allerdings nicht aus. Anfangs schien der Tabellenführer aus Sachsen-Anhalt den VfL Überlaufen zu wollen. 4:0 stand es nach sieben Minuten und niemand der rund 300 Zuschauer gab noch einem Pfifferling auf die Stormarnerinnen.

Aber nur vier Minuten später rieben die sich verwundert die Augen: Mit einem energischen Zwischenspurt hatte der VfL auf 4:4 gleichgezogen. Fortan lieferten sich beide Teams einen gleichwertigen Kampf. Bis zum 16:16 in der 36. Minute gelang es keiner der beiden Seiten mehr, sich vom Gegner abzusetzen. Dann schien sich die Waage zugunsten der Oldesloerinnen zu neigen. Bis auf 21:17. zogen sie bis zur 42. Minute davon. Vor allem Marion Werner, Dana Kretschmann und Anja Kramer liefen zu Hochform auf. In der Abwehr konnte sich der VfL auf Silke Schwöbken verlassen, die eine ganze Serie von Glanzparaden zeigte.

Aber der Spitzenreiter fightete entschlossen zurück. Bis zur 53. Minute hatten die, Gastgeberinnen wieder auf. 24:24 gleichgezogen. Ballverluste durch technische Fehler und überhastete Würfe hatten zu diesem Rückschlag geführt. Die Nervosität steigerte sich verständlicherweise in der Schlußphase noch und als Halle 90 Sekunden vor dem Abpfiff mit 26:24 führte schien Hopfen und Malz verloren.Doch die kämpferische Moral des VfL-Teams war noch immer in Takt. Marion Werner und Dana Kretschmann setzen noch einmal nach und sicherten mit ihren Treffern; den Oldesloerinnen den verdienten Lohn für eine großartige Leistung.

Stormarner Tageblatt vom 30.3.98

VfL-Handballerinnen gewannen bei GutsMuths Berlin mit 24:22
Sieg zu keiner Zeit gefährdet

"In diesem Spiel war ich mit meiner Mannschaft wirklich zufrieden", sagte Zsuzsa Nyari, Handball-Trainerin der Zweitliga-Frauen des VfL Oldesloe. In der Partie beim Tabellennachbarn SG GutsMuths/BSV Berlin setzten sich die Stormarnerinnen mit 24:22 (13:10) durch und haben mit inzwischen 31:13 Punkten das bislang auf Platz Vier rangierende Team aus der Bundeshauptstadt hinter sich gelassen.

"In der vergangenen Saison hatten wir ein paar ähnliche Spiele, aber die haben wir am Ende verloren", so die Trainerin. "Aber diesmal habe ich die ganze Zeit über gewußt, daß wir gewinnen würden." Lediglich in der ausgeglichenen Anfangsphase taten sich die Gäste aus Schleswig-Holstein schwer und ließen die Gastgeberinnen in Front gehen. Allerdings nicht für lange, denn nach dem Ausgleich zum 4:4 in der 10. Minute setzten sich die Oldesloerinnen ab und lagen bis zum Schlußpfiff vorn. "Fünf Minuten vor der Halbzeit hatten wir beim 12:8 eine Sechs-Tore-Führung herausgespielt. Das war ein gutes Polster."

Garant für die Überlegenheit der Stormarnerinnen war die überragende Torhüterin Silke Schwöbken, die allein zwei Sieben-Meter parieren konnte. Aber auch die taktische Marschroute der Oldesloerinnen zahlte sich aus. "Die starke Berliner Rückraum-Spielerin Katarina Hartenstein wurde von Martina Kattner in Manndeckung genommen, und sie ihre Sache sehr, sehr gut gemacht", lobte die VfL-Trainerin.

In der zweiten Halbzeit kamen die VfL-Frauen gut aus den Startlöchern und bauten ihre Führung souverän auf 17:12 und 18:13 aus. "Aber dann wurden die Berlinerinnen in ihrer Abwehr offensiv und haben erst 4:2, später dann 3:3 gedeckt", erzählt Zsuzsa Nyari. "Damit kamen wir anfangs nicht gut zurecht." Folge: Zwei Minuten vor Schloß waren die Gastgeberinnen auf 22:21 herangekommen. Allerdings reichte das nicht mehr zur Wende, denn in den letzten Minuten setzten sich die Oldesloerinnen mit zwei weiteren Treffern noch mit 24:22 durch.

Stormarner Tageblatt vom 6.4.98

29:18 bei MTV VJ Peine: Sieg der Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen beim Abstiegskandidaten stand zu keinem Zeitpunkt in Frage - Trainerin Zsuzsa Nyari konnte ihre Stimmbänder schonen

Je länger die Saison dauert, desto besser kommen die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe in Form. Auch die kurze Pause über die Osterfeiertage hat die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari nicht aus dem Tritt gebracht. Beim stark abstiegsgefährdeten MTV VJ Peine konnten die Stormarnerinnen nahtlos an die guten Leistungen anknüpfen, mit denen sie vor den Ferien die SG GuthsMuths Berlin vom vierten Rang und den SV Halle/Neustadt von der Tabellenspitze verdrängt hatten. An ihrem 29:18 Erfolg bei den Niedersachsen bestand zu keinem Zeitpunkt auch nur der leiseste Zweifel.

Die ungarische Trainerin war mit der Leistung ihrer Schützlinge hochzufrieden. "Ich habe erstmals in dieser Saison in der Halbzeitpause nichts Kritisches anmerken müssen. Alle hatten sich hundertprozentig an die Absprachen gehalten", freute sich Zsuzsa Nyari. Auch während der Begegnung konnte die Trainerin ihre Stimmbänder diesmal schonen. "Mehr als Spielerwechsel, um allen Akteurinnen angemessene Spielanteile zu sichern, mußte ich nicht anordnen", kommentierte sie nach dem Abpfiff das flüssige Spiel des VfL.Natürlich blieben auch Ballverluste, Fehlabgaben und ein paar überhastete Wurfversuche nicht aus, aber dem standen viele gelungene Spielzüge gegenüber. Auch das Tempospiel, seit jeher Hauptwaffe im Spiel der Stormarnerinnen, klappte über weite Strecken vorzüglich.

Der VfL ging bereits in der ersten Minute durch Treffer von Eike Lange und Birthe von Jagow mit 2:0 in Führung und geriet nicht ein einziges Mal in Rückstand. Letztmalig waren die Peinerinnen in der siebten Minute bei einem Zwischenstand von 3:4 auf Tuchfühlung zum Gegner. Von dem Zeitpunkt an setzte sich der VfL kontinuierlich vom Abstiegskandidaten ab. Großen Anteil daran hatten Birthe von Jagow, die mit neun Treffern mit großem Abstand erfolgreichste Werferin

Stormarner Tageblatt vom 20.4.98

Eine Gala-Vorstellung, nur der Sieger fehlte
VfL Oldesloe - Teutonia Riemke 25:25

"Eine Sauerei", fluchte Handball-Manager Willi Koslowski und gab den Schiedsrichtern die Schuld. Aber auch die beiden Zweitliga-Trainerinnen Zsuzsa Nyari (VfL Oldesloe) und ihre Kollegin Sylvia Schmidt (Teutonia Riemke) waren mit dem 25:25 (14:12) alles andere als zufrieden. Das Unentschieden half weder dem Tabellenvierten VfL Oldesloe, der in eigener Halle so gerne einmal eine Spitzenmannschaft schlagen wollte, noch dem Tabellendritten aus Bochum, der nun kaum noch Chancen auf einen der beiden Aufstiegsplätze hat.

Die temporeiche, äußerst kampfbetonte Partie ohne Sieger steckte voller Dramatik, so daß es eine Weile dauerte, bis die erste Erregung bei Spielern, Verantwortlichen und den gut 350 Zuschauern verflogen war. So erboste das SchiedsrichterGespann Kaiser/Kaiser den VfL-Anhang in den letzten 60 Sekunden mit einer roten Karte für Roswitha Bein (grobes Foul an Ruta Biziene), mit einer Zeitstrafe für Martina Kattner (wegen Meckerns) und mit der entscheidenden Freiwurf-Entscheidung zugunsten von Teutonia Riemke. VfL-Torfrau Silke Schwöbken, die zum VfL Bad Schwartau wechselt, wehrte 28 Sekunden vor Schluß beim Stand von 25:24 für den VfL Oldesloe einen wuchtigen Wurf ab. Weil aber Jeanette Marquardt mit einem Fuß im Kreis stand, als sie den Ball von ihrer Torhüterin fing, erhielten die Bochumerinnen trotz aller Proteste noch einen Freiwurf zugesprochen. Diese allerletzte Chance nutzten die Gäste zum 25:25. Daß die herausragende litauische Gäste-Spielmacherin Biziene anschließend noch eine Zeitstrafe erhielt, diente wohl mehr dazu, die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen.

"Leider konnten die Schiedsrichter das hohe Tempo nicht mithalten", ärgerte sich VfL-Trainerin Nyari über die Unparteiischen, aber auch über "Dummheiten" ihrer Spielerinnen in der hektischen Schlußphase.. Der VfL Oldesloe, der in Dana Kretschmann, Kattner und Marquardt die erfolgreichsten Torschützinnen (je 5 Tore) hatte, blieb im sechsten Spiel in Serie unbesiegt. Doch der langersehnte Wunsch, endlich ein Spitzenteam in eigener Halle zu schlagen, blieb den Oldesloerinnen verwehrt. Eine Gelegenheit dazu gibt es noch: Am 9. Mai, dem letzten Spieltag, erwarten die Stormarnerinnen den Spitzenreiter TSG Wismar. Das komplette TSG-Team weilte in der Stormarnhalle zum Zuschauen und profitierte als einzige Mannschaft von dem 25:25.

Ahrensburger Zeitung vom 27.4.98

Saison-Finale in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen
Invasion aus Wismar nach Oldesloe zur Meisterfeier

Die letzten 60 Minuten der Saison in der zweiten Bundesliga stehen sowohl für die Schwartauer als auch für die Oldesloer Handballfrauen an. Während der Aufsteiger seinen Klassenerhalt bei Holstein Kiel feiert, gastiert in der Oldesloer Stormarnhalle Spitzenreiter TSG Wismar. Das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari verpaßte zwar den angestrebten Aufstieg in die erste Liga, kann aber zum Zünglein an der Waage im Duell Wismar kontra Halle werden. Die Union-Sieben aus Sachsen-Anhalt, punktgleich mit Wismar auf Rang zwei der Tabelle, greift dabei tief in die Mannschaftskasse, setzt für Oldesloe ein Faß Bier und eine Stiege Sekt aus.

Die Oldesloer Liste der zu verabschiedenden Handballerinnen wird immer länger. Linksaußen Marion Werner wird nach sieben Jahren ihr letztes Spiel im Vfl-Dress bestreiten. Die ehemalige Junioren-Nationalspielerin hat in dieser Woche einen Vertrag beim Erstligisten Buxtehuder SV unterschrieben, was Nyari bedauerte. Bis zuletzt hatte sie gehofft, daß Werner dem VfL erhalten bleibt. "Mich reizt der Sprung in die erste Liga", erklärte die 24jährige. Außer Werner werden auch Silke Schwöbken (zum VfL Bad Schwartau), Birthe von Jagow und Anja Kramer (Hessen Hersfeld) verabschiedet. Als Neuzugang steht bislang lediglich Torhüterin Silke Dumjahn (Buxtehuder SV II) fest.

Nach dem Spiel gegen den Tabellenführer wollen die Stormarnerinnen mit ihren Anhängern Abschied und den Saisonausklang feiern. Zu dieser Partie haben sich auch zahlreiche TSG-Fans angekündigt, die aus Wismar mit drei Charterbussen anreisen. Die Gäste wollen in Bad Oldesloe die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg feiern. Dafür benötigt der Spitzenreiter aber unbedingt noch einen Sieg in der Stormarnhalle.

Lübecker Nachrichten vom 9.5.98

TSG Wismar gewann vor mehr als 500 Zuschauern in der Stormarnhalle mit 31:24 - VfL ging nach Aufholjagd Puste aus

Meister der zweiten Bundesliga Gruppe Nord im Frauenhandball konnte der VfL Oldesloe im letzten Saisonspiel nicht mehr werden. Wohl aber Meistermacher für den SV Union Halle/Neustadt. Dafür aber hätte es eines Punktgewinns gegen die TSG Wismar bedarft. Doch daraus wurde nichts: Trotz großen Kampfgeistes unterlagen die Stormarnerinnen den Mecklenburgerinnen mit 24:31.

Das Endergebnis war deutlich: Titelanwärter TSG Wismar behielt am letzten Spieltag in der zweiten Bundesliga der Handballfrauen beim VfL Oldesloe mit 31:24 die Oberhand. Allerdings ist die Saison damit noch nicht gelaufen. TSG Wismar und der SV Union Halle/Neustadt (28:19 Sieger gegen Riemke) sind nach Abschluß der Runde punktgleich an der Spitze.

Der Vergleich der Tordifferenzen mit deutlichem Plus für Wismar kann als Entscheidungskriterium nicht herangezogen werden, da Halle durch den kampflosen Sieg gegen Schlußlicht Wandsbek 72, der mit 0:0 Toren bewertet wurde, im Nachteil war. Und den direkten Vergleich, auch dabei lag der Vorteil auf Seiten der Wismarer, mag der DHB aus unerfindlichen Gründen nicht gelten lassen. Der ist zwar in den Durchführungsbestimmungen, die den Teams vor Saisonbeginn an die Hand gegeben wurde, vorgesehen, nicht aber in der Spielordung.

So war der verdiente Erfolg der Mecklenburgerinnen entgegen allen Erwartungen und zur Enttäuschung ihrer vielen Fans, die unter den gut 500 Besuchern in der Stormarn halle gegenüber den VfL Anhängern deutlich in der Mehrheit waren, noch nicht das Meisterstück. Vielmehr müssen sie sich noch zwei Entscheidungsspielen stellen, am Mittwoch in Halle, am Sonntag dann in Wismar.

In der Verfassung, in der sie sich in den ersten 20 und den letzten 15 Minuten in Oldesloe vorstellten, spricht alles dafür, daß die TSG den Titel holt und den Wiederaufstieg in die erste Liga schafft.

Zunächst überrannten sie den VfL förmlich. Der war von der Verabschiedung der scheidenden Leistungsträgerinnen Marion Werner, Silke Schwöbken, Birthe von Jagow und Anja Kramer vor dem Spiel, wie Trainerin Zsuzsa Nyari vermutete, "seelisch angegriffen". Über 8:2 (7. Minute) zog Wismar dank der vielen Treffer ihrer weißrussischen Nationalspielerin Antonina Tschibangu (13/4) auf 13:6 (23. davon).

Dann aber zeigten die Oldesloerinnen, daß auch sie ihr Handwerk verstehen. Bis zur 31. Minute hatten sie ausgeglichen (13:13) und bis zum 19:19 (42.) hielten sie das Spiel völlig offen. In Bedrängnis aber zog Wismar noch einmal das Tempo an und setzte sich im Schlußspurt wieder klar ab. Dem VfL, der kaum Auswechselmöglichkeiten hatte, ging die Puste aus. Weitere "Höhepunkte" waren zwei rote Karten. Die von Birthe von Jagow (VfL/17.) bezeichneten beide Trainer als zu hart, obwohl die Regeln diese Auslegung - Griff von hinten in den Wurfarm - zulassen. Unstrittig war die für Annika Müller (TSG/44.) nach einer Tätlichkeit gegen Martina Kattner.

Stormarner Tageblatt vom 11.5.98

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