Einen Sieben-Tore-Vorsprung leichtfertig verspielt - Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen verloren Landesderby gegen KSV Holstein Kiel


"Nachdem die zweite Hälfte des Vorjahres für uns nicht befriedigend verlaufen ist, wollen wir jetzt alles nachholen. Wir haben uns vorgenommen, jetzt das Feld von hinten aufzurollen, um am Ende der Saison auf einem guten Mittelplatz zu stehen. " Mit diesen Worten gelobten die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldesloerinnen vor dem Landesderby gegen den KSV Holstein Kiel ihren Fans Besserung.


Die waren im vergangenen Herbst von ihrem Team wahrlich nicht verwöhnt worden. Statt wie in den Vorjahren gewohnt in der Spitzengruppe, fanden sie ihre Lieblinge plötzlich in der Abstiegszone wieder. Dazu gab es für sie im Umfeld allerlei negative Schlagzeilen — Punktabzüge, Pokalausschluß, Rückzug von Trainer/ Manager Claus Schilk und anderes mehr zu verdauen.

Aber die 200 Zuschauer, die zum Landesderby in die Stormarnhalle gekommen waren, waren zur Versöhnung bereit. Schon gar, als sich der VfL Mitte der zweiten Halbzeit in einen wahren Spielrausch gesteigert hatte. Vorangegangen waren die vielleicht besten zehn bis zwölf Minuten, die das Team in dieser Saison bislang abgeliefert hat.

Von einem 10:10-Gleichstand (33. Minute) waren die Oldesloerinnen über 18:11 (44.) bis zur 46. Minute auf 19:13 davongezogen. Da kam richtig Stimmung auf den Rängen auf in Oldesloe eher eine Seltenheit und es schien nur noch die Höhe eines VfL-Sieges offen. Aber so plötzlich, wie der Spielfluß nach dem Wechsel gekommen war, so plötzlich riß der Faden bei den Stormarnerinnen wieder. Drei Minuten waren nach dem 19:13 auf beiden Seiten Funkstille, dann konnte der KSV Holstein Kiel mit sechs Treffern in Folge zwischen der 49. und 55. Minute auf 19:19 gleichziehen. Der Rest war reine Nervensache. Der VfL ging noch zweimal in Führung (20:19 und 21:20), aber das reichte nicht, um das Unheil noch abzuwenden. Als Eike Lange in der 58. Minute eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, schlug der Gast noch zweimal zum 21:22 Endstand zu.

In der Schlußminute hatte der VfL beim verzweifelten und letztlich erfolglosen Bemühen, wenigstens einen Punkt zu retten, noch einen Schock zu verdauen. 40 Sekunden vor Schluß mußte das Spiel für eine knappe Viertelstunde unterbrochen werden. Der Grund: Jeanette Rochelmeyer war bei einer Abwehraktion von Melanie Bernecker unglücklich auf dem Rücken gelandet und blieb dort reglos liegen, bis sie vom herbeigerufen Notarztwagen ins Krankenhaus abtransportiert wurde.

Befürchtungen, sie habe eine schlimme Verletzung erfüllten sich gottlob nicht. Die Torjägerin erlitt "nur" Prellungen und Verstauchungen im Steißbereich.

Nach Birgit Walter, die in der 26. Minute mit einer Knöchelverletzung aufhören mußte, war das bereits der zweite verletzungsbedingte Ausfall im VfL-Team. Damit wird es, da auch Ivonne Grimm ihren Bänderriß noch nicht auskuriert hat, für die Besetzung des Rückraumes langsam eng. Birthe Wede (fünf Treffer) war dort im Spiel gegen die Kielerinnen fast auf sich allein gestellt, denn Jeanette Rochelmeyer hatte auch vor ihrer Verletzung einen rabenschwarzen Tag erwischt.

Die Torjägerin (bislang im Schnitt mehr als sieben Tore pro Spiel) benötigte für ihre zwei Treffer an die 20 Wurfversuche und war darüber hinaus für einige Ballverluste verantwortlich. Spielertrainerin Zsuzsa Nyari hätte für sie besser Lisa Lüken (1) nicht nur in der Defensive, sondern auch in der Offensive eingesetzt. Aber die routinierte Ungarin, mit 9/2 Toren erfolgreichste Werferin im Team, war voll als Spielerin gefordert und hatte kaum Zeit, sich noch um das Coaching zu kümmern.

Stormarner Tageblatt vom 15.1.96

Oldesloer Frauen völlig von der Rolle
Heimpleite gegen Kiel nach 18:11-Führung

Die hiesigen Frauenmannschaften gingen in der zweiten Handballbundesliga leer aus: Die 16:22 Niederlage des Aufsteigers Oldenburger SV beim Tabellenzweiten Berliner VB war zu erwarten, doch die Heimpleite des VfL Oldesloe gegen Holstein Kiel (21:22) ist nach einer 18:11 Führung geradezu sensationell.

Aber nicht nur die Niederlage schockte das VfL-Team: In der Schlußminute mußte die Begegnung für zehn Minuten unterbrochen werden, weil Jeanette Rochelmeyer nach einem (ungeahndeten) Foul so unglücklich auf den Boden geknallt war, daß der Verdacht einer schweren Rückgratverletzung bestand. Sie blieb bis zum Eintreffen des Rettungswagens auf dem Spielfeld liegen. Im Krankenhaus kam die Entwarnung: Nach dem Röntgen wurde sie mit Prellungen nach Hause entlassen.

Weniger glimpflich verlief die Restspielzeit: Die letzten 20 Sekunden rannten den Gastgeberinnen vor rund 200 Zuschauern wie Sand durch die Finger. Fassungslosigkeit, Tränen und ungläubiges Kopfschütteln nach dem Schloßpfiff. "Ich weiß nicht, wie so etwas passieren kann", sagte Lisa Lüken, die in der ungewohnten Rolle vor der Abwehr Probleme hatte. "Das ist peinlich", schämte sich Kreisläuferin Eike Lange. Oldesloes überragende Spielertrainerin Zsuzsa Nyari, die ihre gesamte Cleverness in die Waagschale sowie neun Treffer geworfen hatte saß minutenlang selbstvergessen auf der Bank, ließ ihren Tränen freien Lauf. Später fand sie kritische Distanz: "Beim 18:11 sind wir sehr nachlässig geworden, dann haben wir plötzlich Nerven gezeigt", analysierte sie. die fatale Viertelstunde, die Holstein Kiel genügte, um beide Punkte zu entführen.

Auffällig waren die Schwächen im VfL-Rückraum, denn nur von Birthe Wede (5) ging Gefahr aus, das frühe Aus von Birgit Walter (Bänderdehnung) und das Fehlen von Ivonne Grimm (Bänderriß) wirkte sich aus. Zumal Torjägerin Jeanette Rochelmeyer (2) einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Bei Holstein überzeugte die Ex-Oldesloerin Melanie Bernecker (8).

Lübecker Nachrichten vom 16.1.96 WERNER HEUER

Handballfrauen des VfL Oldesloe mußten um Sieg gegen Marne zittern

"Wie hoch muß diese Mannschaft führen, um am Ende ein Spiel zu gewinnen?" Diese Frage stellten viele unter den rund 200 Handballanhängern in der Stormarnhalle. Denn auch gegen die HSG Marne/Brunsbüttel blieb das große Zittern des VfL Oldesloe nicht aus. Am Ende gewannen die Stormarnerinnen ihr Zweitliga-Heimspiel knapp mit 20:18 (10:9) und konnten froh sein, daß beide Zähler in Bad Oldesloe blieben. Die Parallelen zur Niederlage gegen Holstein Kiel (21:22) waren so offenkundig, daß sich Zuversicht auf den Rängen nur sehr zögerlich breit machte. Wie schon gegen Kiel, wo der VfL am Ende eine 18:11 Führung verspielt hatte - zeigte sich auch gegen Marne, daß die Stormarnerinnen pro Halbzeit nur Kraft, Konzentration und Nervenstärke für rund 20 Minuten haben. "Leute guckt mal hoch auf die Anzeigetafel", brüllte Marnes Trainer Helge Thomsen nach 21 Minuten seine Spielerinnen stocksauer an. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste, die anfangs viel Pech mit Holztreffern hatten, bereits mit 3:10 im Rückstand.

Dieser Vorsprung gab den Oldesloerinnen allerdings keinerlei Sicherheit, im Gegenteil. Neigte das VfL-Team in früheren Jahren in solchen Situationen stets zu "Zaubereien", lösen sich heute regelmäßig Nachlässigkeiten und Nervenschwächen ab. Das Zittern begann. Nachlassende Kondition, neun torlose Minuten - bis zur Pause (10:9) war der komfortable Vorsprung fast wieder aufgezehrt. Im zweiten Durchgang war den Gastgeberinnen ein fast schon verzweifelter Siegeswillen anzumerken. Mit verkniffenen Gesichtern spornten sich die Oldesloerinnen gegenseitig an. Schließlich waren die Gäste aus Marne mit nur sieben Feldspielerinnen angereist. Die konditionellen Vorteile hätten also eigentlich deutlich auf Seiten der Gastgeberinnen sein müssen, die mit einer voll besetzten Bank aufwarten konnten. Doch mit Birgit Walter und Ivonne Grimm (beide verletzt) fehlten zwei wichtige Rückraumspielerinnen. Und Katrin Behnke und Annette Gerken mochte VfL-Spielertrainerin Zsuzsa Nyari nach der Pause nicht mehr die Verantwortung aufladen, eine ohnehin knappe Partie aus dem Feuer zu reißen.

Eine richtige Entscheidung: Denn wiederum riß beim VfL Oldesloe der spielerische Faden nach knapp 20 Minuten. Bis auf 19:13 (49. Minute) waren die Gastgeberinnen enteilt, ehe das große Zittern zum zweitenmal begann. Bis auf zwei Tore kam Marne noch heran (19:17/58. Minute), ehe Jeanette Rochelmeyer mit ihrem Treffer zum 20:17 für die Erlösung auf Oldesloer Seiten sorgte. "Jeanette hat heute sehr wichtige Tore geworfen", lobte Zsuzsa Nyari die mit sieben Treffern erfolgreichste Schützin. Dabei war Rochelmeyers Einsatz fraglich gewesen, weil sie in der Vorwoche schwere Prellungen davongetragen hatte.

Der Rückrundenauftakt zeigte, daß die konditionellen Defizite beim VfL Oldesloe keineswegs behoben sind. Schon zu Saisonbeginn im September damals noch unter Trainer Claus Schilk - hatten die Stormarnerinnen in jeder Halbzeit nach 20 Minuten einen Leistungsabfall erkennen lassen. Und das Wissen um diese Schwäche schlägt mittlerweile arg auf das Nervenkostüm der Spielerinnen durch. Den VfL Oldesloe und seine Anhänger dürfte in der Rückrunde mehr Spannung erwarten, als ihnen lieb ist.

Für Marnes Trainer Helge Thomsen steht allerdings felsenfest, daß die Stormarnerinnen genügend Potential besitzen, um nicht in Abstiegsnöte zu geraten. "Es ist doch eine Farce, daß hier in Bad Oldesloe vom Klassenerhalt geredet wird", empörte sich Thomsen. Leise Zweifel an seinen Worten scheinen angebracht. Thomsen, der sein Team lautstark kommandiert wie ein Dithmarscher Landwirt einen störrischen Maulesel, verblüffte alle Anwesenden schon nach zweieinhalb Minuten (beim Stand von 0:2) mit einer Auszeit. Seine taktischen Regie-Anweisungen erwiesen sich aber am Ende als nutzlos.

Ahrensburger Zeitung vom 22.1.96

Jeanette Rochelmeyer erlöste VfL-Handballerinnen - Auch beim 20:18 gegen HSG Marne/Brunsbüttel verspielten die Oldesloerinnen deutlichen Vorsprung

Der Spielfilm der Handball - Zweitligabegegnung zwischen den Frauen des VfL Oldesloe und der HSG Marne/ Brunsbüttel in der Stormarnhalle glich dem des Landesderbys der Oldesloerinnen eine Woche zuvor gegen den KSV Holstein Kiel fast auf's Haar: Wieder warfen die Stormarnerinnen in beiden Halbzeiten haushohe Vorsprünge heraus, um dann, je näher es an Halbzeit- oder Schlußsirene ging, noch gehörig unter Druck zu geraten.
Der kleine - aber entscheidende - Unterschied: Während der VfL gegen die Kielerinnen eine bittere 21:22 Niederlage erlitt, behielt er gegen die Dithmarscherinnen, immerhin als Tabellenfünfter nach Oldesloe gekommen, mit 20:18 die Oberhand.

Spielertrainerin Zsuzsa Nyari fiel deshalb nach der Partie ein Stein vom Herzen. "Wir haben vor und in der Partie regelrecht Angst gehabt, uns könnte so ein Debakel wie vor einer Woche noch einmal passieren", räumte sie unumwunden ein. Im Training unter der Woche hatte deshalb das Schwergewicht ihrer Arbeit darin gelegen, für eine solche Situation psychisch gewappnet zu sein.

Das gelang immerhin zum Teil. "Wir haben diesmal in beiden Halbzeiten schon jeweils 20 Minuten an unserem Limit spielen können, also gut sieben/acht Minuten länger als gegen Holstein Kiel", sah die Ungarin Fortschritte, "aber wir müssen weiter daran arbeiten, um künftig wieder volle 60 Minuten konzentriert spielen zu können."

Im Spiel gegen die Marnerinnen erwischte der VfL einen Blitzstart. 4:0 führte er bereits, ehe dem Gegner in der elften Minute der erste Gegentreffer gelang. Bis zur 21. Minute wuchs der Vorsprung auf 10:3 an. Vor allem, weil Torjägerin Jeanette Rochelmeyer wieder traf. Sie hatte nicht nur ihre Rückenverletzung, sondern auch ihr Formtief aus den Holstein - Spiel schnell überwunden.

Aus unerklärlichen Gründen aber riß beim VfL nach der sicheren Führung wieder abrupt der Faden. Bis zur Halbzeit gelang kein Treffer mehr, und durch sechs Tore hintereinander zum 9:10 war der Gast wieder im Geschäft. In der zweiten Halbzeit bot sich den knapp 200 Zuschauern fast das gleiche Bild: Wieder war der VfL bis zur 49. Minute mit 19:13 sicher in Führung gegangen, wieder blieb er anschließend neun Minuten ohne Torerfolg

Stormarner Tageblatt vom22.1.96

Nervosität und zu wenig Biß
Oldesloer Handball-Frauen unterliegen

Ohne große Erwartungen waren die Handball-Frauen des VfL Oldesloe zum Zweitliga-Spiel bei der SG Süd/ Post SV Braunschweig angereist. Gegen den Tabellendritten und Meisterschaftsanwärter hatten die Stormarnerinnen von vornherein nichts zu verlieren - und alles zu gewinnen. Dennoch war das Trainergespann mit Zsuzsa Nyari und Uli Meyer nach der deutlichen 22:32 (9:15)-Niederlage enttäuscht. "Wir hätten ganz unbeschwert aufspielen können. Stattdessen haben wir viel zu viele Chancen vergeben, und jeder unserer Ballverluste wurde natürlich prompt mit einem Tempogegenstoß bestraft", ärgerte sich Herr Meyer.

Gleich zu Beginn der ersten Halbzeit versuchten die Oldesloerinnen Unruhe in das Spiel der Gegnerinnen zu bringen. Mit einer 4:2 Deckung nahmen sie die beiden Braunschweiger Spitzenspielerinnen und ehemaligen russischen National-Handballerinnen Tamila Olexouk und Tatjana Gorb in Einzelbewachung und brachten die Gastgeber damit durcheinander.

Eine Rechnung, die zumindest in der Anfangsphase auf zugehen schien, denn mit 1:0 und 2:0 übernahmen die Gäste aus Oldesloe die Führung. Allerdings war dieser Vorsprung nicht von Dauer, denn bereits in der zehnten Minute lagen die Braunschweigerinnen mit 3:2 vorn. Weitere zehn Minuten später hatten sich die Gastgeberinnen mit 8:5 abgesetzt, bevor sie beim Pausenpfiff sogar mit sechs Toren in Front lagen.

Dennoch hatten die Oldesloerinnen schon in der ersten Halbzeit zahllose Chancen den Anschluß wieder herzustellen. Aber die nervliche Belastung war offenbar zu groß. "Wir hätten dranbleiben können, aber wir haben unsere Möglichkeiten einfach zu leichtfertig verdaddelt", sagte Meyer. Vor allem Tamila Olexouk beeindruckte: So wie sie den Ball in die Hände bekam, war sie nicht mehr zu halten.

Nach dem Seitenwechsel probierten die Stormarnerinnen gegen das starke Team der Niedersachsen eine weitere Deckungsvariante aus. Zusätzlich zu den beiden Russinnen bekam eine dritte Rückraum-Spielerin eine Extrabewachung. Und wie bei Spielbeginn waren die VfL Frauen mit ihrer Taktik erfolgreich allerdings wieder nur kurzzeitig, dann wirkten sich die großen Abwehrlücken durch Torerfolge der Gastgeber aus.

Mit zwei Treffern in Folge brachte Jeanette Rochelmeyer ihre Mannschaft zwar auf 11:15 heran, doch die Gastgeberinnen setzten nach und hatten in der 43. Minute ihren Vorsprung bereits auf 20:13 aufgestockt. Da nützte es dem VfL auch nichts mehr, die Deckung wieder auf 4:2 umzustellen, denn den Braunschweigerinnen gelang es, ihren Vorsprung weiter kontinuierlich auszubauen.

"Die waren einfach besser, im Spiel Eins zu Eins und auch im Abschluß. Das müssen wir neidlos anerkennen", gab Meyer nach dem Abpfiff zu. Dennoch hätte er von der Oldesloer Mannschaft mehr erwartet. "Einige der Spielerinnen hatten sich gegen den Tabellendritten sowieso nichts ausgerechnet, und deren fehlte im Spiel dann auch der nötige Biß."

Vor allem aus dem Rückraum war die Bilanz der VfLDamen ernüchtern: Lediglich ein Treffer gelang zum Beispiel Jeanette Rochelmeyer aus dieser Position, weiteren fünf erzielte sie mit Siebenmetern. Damit gehörte sie zusammen mit Marion Werner, die ebenfalls sechs Treffer verbuchte, zu den erfolgreichsten Oldesloer Spielerinnen.

Stormarner Tageblatt vom 29.1 - Cordula Rassow

Beim 27:17 Sieg ohne Durchhänger
Jeanette Rochelmeyer glänzte beim Erfolg gegen Oldenburg mit zehn Treffern

Die Berg- und Talfahrt der Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga dauert an. Eine Woche nach der derben 22:32 Niederlage bei Süd Braunschweig zeigte sich das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari im Landesderby gegen den Oldenburger SV wieder von ihrer besseren Seite. siegten die Oldesloerinnen mit 27:17 (13:6). Vor rund 350 Zuschauern - so viele waren schon lange nicht - mehr zu einem Punktspiel in der Stormarnhalle. Damit haben sie sich vorerst wieder ein Stück von den Abstiegsplätzen absetzen können. Aber zu Euphorie besteht noch kein Grund. Am nächsten Wochenende kann es leicht wieder andersherum ausgehen. Dann gastieren die Oldesloerinnen bei Spitzenreiter VfL Oldenburg (in Oldenburg).

Aber es gab gestern einige Ansätze im Spiel, die darauf hoffen lassen, daß bald eine Verbesserung der Ausgangslage eintritt. Anders als bei den beiden vorangegangenen Heimspielen, als der VfL nach haushohen Führungen noch verlor (Kiel), beziehungsweise bis zum Schluß zittern mußte (Marne/Brunsbüttel), geriet er gegen den Aufsteiger zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. So lange er auf nennenswerten Widerstand stieß, erlaubte sie sich keinen Durchhänger.

Nachlässigkeiten gab es erst in den letzten zehn Minuten in größerem Maß, als sich die Oldenburgerinnen schon aufgegeben hatten. Ihr sicherer Vorsprung schmolz dadurch aber nur vorübergehend. Der Zehn-Tore-Abstand, den Lisa Lüken in der 49. Minute mit ihrem dritten Treffer zum 24:14 herauswarf, hatte auch beim Abpfiff noch Bestand. In herausragender Form präsentierte sich beim VfL einmal mehr Torjägerin Jeanette Rochelmeyer. Insbesondere in der ersten Halbzeit war sie trotz kurzer Deckung durch ihre frühere Mannschaftskollegin Ivonn Bosza nicht zu bremsen. Von den ersten elf Treffern bis zum 11:5 (25.) gingen nicht weniger als acht auf ihr Konto.

Neben glasharten Schlagwürfen zeigte sie sich dabei auch als sichere Siebenmeterwerferin (vier). Nach dem Wechsel erhöhte sie ihr Konto noch auf zehn Tore. Ihr am nächsten kam Marion Werner (4/1), die zwei Minuten vor Schluß ebenso wie die hitzige Oldenburgerin Petra Brunow ihre dritte Zeitstrafe erhielt und vorzeitig ausscheiden mußte. Birthe Wede, Birgit Walter (je 3), Eike Lange (2) und Martina Kattner besorgten die weiteren Treffer.

Zsuzsa Nyari konzentrierte sich überwiegend darauf, das Spiel ihrer Mannschaft zu dirigieren. Vor der Pause die erste Viertelstunde und nach dem Wechsel erneut die ersten zehn Minuten nur von der Bank, später in gewohnter Manier auf dem Spielfeld. Sie blieb ebenso ohne Torerfolg wie die überwiegend in der Defensive eingesetzte Katrin Behnke und Anneke Janssen, die erst in der Schlußphase einige wenige Spielanteile bekam. Im Tor war Silke Schwöbken von einigen kleinen Patzern abgesehen ein sicherer Rückhalt.

Beim Oldenburger SV, der in dieser Verfassung den Abstieg kaum wird vermeiden können, sprühte Ivonn Bosza gegen ihren alten Club vor Ehrgeiz und war auch erfolgreichste Werferin (8/2).

Stormarner Tageblatt vom 5.2.96

Nach 17:17 bei SC Germania List ist im Abstiegskampf wieder Land in Sicht

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat vor allem in den letzten 20 Minuten des Spiels großartig gekämpft und sich den einen Punkt redlich verdient." Für Zsuzsa Nyari, Spielertrainerin der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe ist nach dem 17:17 (6:9) Unentschieden beim SC Germania List wieder "Land in Sicht". Mit dem Punktgewinn hat sich der VfL zwar noch lange nicht aus der Abstiegszone lösen können, aber wenn er die Leistung aus der sächsischen Hauptstadt konservieren kann, ist das nur eine Frage der Zeit. Schon am kommenden Wochenende in Hastedt, wo die Oldesloerinnen ihr drittes Auswärtsspiel in Folge bestreiten müssen, rechnet die VfL-Trainerin sich gute Chancen auf einen vollen Erfolg aus.
Nach einem Teilerfolg sah es im Spiel beim SC Germania List für die Stormarnerinnen anfangs nicht aus. Der VfL begann übernervös und geriet gegen einen Gegner, der mit drei Siegen in Folge im Rücken außerordentlich selbstbewußt auftrat, schnell ins Hintertreffen. Die Folge: Nach 18 Minuten lagen die Stormarnerinnen schier aussichtslos mit 2:7 zurück.

Die Mannschaft ließ es zwar nicht an Kampfgeist fehlen, aber unnötige Ballverluste durch technische Fehler und überhastete Abschlüsse warfen sie zurück. Dazu zerrten vergebene Siebenmeter insgesamt vergab der VfL vier Strafwürfe - am Nervenkostüm der Spielerinnen.

Für die Wende zum Guten sorgte dann die Einwechslung von Ivonne Grimm. Nach mehr als zweimonatiger Verletzungspause gab sie dem VfL-Spiel in Abwehr und Angriff mehr Sicherheit. Von dem Zeitpunkt an begann eine Aufholjagd. Bis zur Pause hatten die Oldesloerinnen schon auf 6:9 verkürzt und vier Minuten nach dem Wechsel waren sie beim 8:9 erstmalig auf Tuchfühlung zu den Hannoveranerinnen.

Dann warf die dritte Zeitstrafe und damit der Ausschluß für das Spiel von Marion Werner - ihre ersten beiden hatte sie schon nach 20 Minuten kassiert und war danach von ihrer vorgeschobenen Position in der Deckung abgezogen worden - den VfL noch einmal zurück.
Der Gastgeber zog erneut auf 12:9 davon, aber mit unbändigem Kampfgeist arbeiten sich die Oldesloerinnen wieder heran. Beim 13:13 (48.) erreichten sie erstmals den Gleichstand. In der Schlußphase gingen sie sogar zweimal (14:13 und 16:15) in Führung, aber zu einem Sieg reichte es schließlich doch nicht ganz.

Aber auch mit dem Remis war der Gast zufrieden und konnte erhobenen Hauptes die Halle verlassen, um anschließend mit dem befreundeten Gegner noch gemeinsam ein wenig zu feiern.

Stormarner Tageblatt vom 19.2.96

Die Lage wird immer bedrohlicher
VfL-Handballerinnen verloren auch in Hastedt/Entscheidung in letzter Sekunde

Die Lage für die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga spitzt sich zu. Auch beim TSV Bremen-Hastedt gelang im dritten Auswärtsspiel in Folge nicht der erhoffte Sieg. Vielmehr kassierte das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari in der Hansestadt eine bittere 22:23 (9:10 Niederlage und steckt nun tiefer als je zuvor im Abstiegskampf.

In der 58. Minute führten die Stormarnerinnen noch mit 22:21 und hatten mit Ballbesitz die Chance, den Vorsprung noch auszubauen. Aber statt ruhig auf eine klare Chance zu warten, leistete sich das Team wie schon mehrfach zuvor einen unnötigen Ballverlust. Folge: Der TSV Hastedt, dem bei einer Niederlage auch das Wasser bis zum Hals gestanden hätte, schaffte mit einem schnellen Tempoangriff den Ausgleich. Aber noch immer hatte der VfL die vermeintlich bessere Ausgangsposition blieb ihm doch noch eine Minute Zeit, als angreifende Mannschaft den Siegtreffer anzubringen. Doch der Versuch mißlang weil die zweifache Torschützin Katrin Behnke ein Kreisanspiel von Jeanette Rochelmeyer nicht verwerten konnte.

Im Gegenzug bekam Hastedt wenige Sekunden vor Schluß einen Freistoß zugesprochen. Bei dem galt es natürlich für die Oldesloerinnen, die gewaltige Rückraumschützin Birte Tesch im Auge zu haben. Aber durch die Video-Beobachtung vor zwei Wochen wußte Zsuzsa Nyari auch um eine zweite Variante der Bremerinnen in solchen Situationen.

Natürlich schärfte sie ihren Schützlingen noch einmal ein, auch dafür gewappnet zu sein. Doch vergebens: Als der Freiwurf zur Ausführung kam, konzentrierte sich die gesamte VfL-Abwehr auf Birte Tesch. Der Gegner aber wählte die Alternative, spielte Heike Hagelstedt am rechten Flügel frei, die dann in buchstäblich letzter Sekunde ungehindert den Siegtreffer markierte.

Die Niedergeschlagenheit der Oldesloerinnen nach der Schlußsirene war entsprechend groß. Zsuzsa Nyari wird alle Hände voll zu tun haben, ihr Team zu beruhigen und für die nächste Begegnung am kommenden Sonnabend gegen Schlußlicht Neubrandenburg moralisch aufzubauen. Aber die vielfache ungarische Nationalspielerin denkt nicht daran, die Flinte frühzeitig ins Korn zu werfen. "Ich bin nach wie vor überzeugt, daß in unserer Mannschaft genügend Substanz steckt, um den Klassenerhalt zu schaffen, " gibt sie sich optimistisch. Selbst den unerwarteten Sieg von Empor Rostock - vor dem Spiel mit einem Punkt Vorsprung für den VfL am ehesten in Reichweite - gegen den Tabellenzweiten VB Berlin (18:17) gewinnt sie einen positiven Aspekt ab: "Das zeigt mir daß man seine Heimspiele gegen die Berlinerinnen durchaus gewinnen kann," hebt sie auf die Begegnung des Spitzenteams Ende März in der Stormarnhalle ab.

Soll dann aber eine Überraschung tatsächlich gelingen, muß sich ihr Team noch erheblich steigern.

Stormarner Tageblatt vom 24.2.96

Zsuzsa Nyari bleibt Trainerin
Sponsoren wollen weitermachen

Die Zukunft nimmt Gestalt an. Auch wenn die Handballfrauen des VfL Oldesloe den Klassenerhalt mit dem 28:17 über den SV Neubrandenburg längst noch nicht in der Tasche haben, sind die ersten Weichen für die kommende Saison gestellt. Spielertrainerin Zsuzsa Nyari wird über diese Spielzeit hinaus das sportliche Kommando weiterführen. Der VfL Oldesloe schloß mit der 34jährigen Ungarin einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Sie legte dem neuen Manager Wilfried Koslowski bereits eine "Wunschliste" mit Verstärkungen vor.

Welche Spielerinnen gehalten und welche neu verpflichtet werden können, hängt letztlich vom neuen Etat ab. Manager Koslowski zeigte sich aber nach einer Reihe von Vorgesprächen recht optimistisch, das das Gros der Sponsoren auch in der kommenden Saison den Zweitliga-Handball in Bad Oldesloe weiter unterstützen wird.

Die zweite Aufgabe, die der 41jährige Manager in den vergangenen drei Wochen energisch an packte, war eine neue Form der Präsentation bei den Heimspielen. Die ausgegebene Devise "Kämpfen mit Herz" wurde nicht nur von den Spielerinnen auf dem Feld umgesetzt. Viele Zuschauer erhielten Leuchtstoff Ringe mit blinkenden Herzchen auch das Einlaufen der Oldesloer Spielerinnen in die Stormarnhalle wurde neu inszeniert: Licht aus, Spot an - die Handball" Männer des VfL Bad Schwartau ließen grüßen. Koslowski, vorher im Marketingbereich beim VfL Bad Schwartau aktiv, machte keinen Hehl daraus, daß er Anleihen in der Männerbundesliga genommen hatte. "Natürlich habe ich Dinge übernommen, die sich bewährt haben", sagte er, "meine Aufgabe ist es auch, hier mehr Leben in die Bude zu bringen." Das gelang gegen den SV Neubrandenburg: Mit 370 Zuschauern verbuchte der VfL Oldesloe für diese Spielzeit einen neuen Zuschauerrekord. Auch Einladungen an einige Jugendmannschaften aus der Umgebung trugen dazu bei, daß auf den Rängen prächtige Stimmung herrschte. "Diese Unterstützung ist wirklich eine große Hilfe, hoffentlich bleibt das so" dachte Zsuzsa Nyari schon an die kommenden Aufgaben.

Ahrensburger zeitung vom 6.3.96

Kampfgeist heißt das Erfolg
Abstiegsnöte haben das Team beflügelt

Daß Not die Menschen zusammenschweißt, gehört zu jenen gern zitierten Sprichwörtern, von denen man problemlos auch ein gegenteiliges ausfindig machen könnte. Aber für die Handballfrauen des VfL Oldesloe galt diese Weisheit in der Wandsbeker Sporthalle 60 Minuten uneingeschränkt: Mit kompromißlosem Kampfgeist, einer taktisch cleveren Spielweise und einem 27:21 (12:10) Erfolg über den MTV Wandsbek 72 ebneten sich die Stormarnerinnen den Weg zum Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga Nord.

Zumindest ein eminent wichtiger Schritt ist gemacht. Wandsbek fällt in der Tabelle nach dieser Niederlage erstmals in der Saison hinter den Stormarner Klub zurück. Und die Oldesloerinnen, die sich noch zehn Minuten nach dem Schlußpfiff überglücklich in den Armen lagen, haben fürs erste die Abstiegszone verlassen.

"In dieser Form wird der VfL Oldesloe nicht absteigen", zollte auf der Tribüne Ex-Trainer Otto Sternberg (heute Buxtehuder SV) seinen ehemaligen Schützlingen Anerkennung. Was weder Sternberg noch Claus Schilk als VfL-Trainern in den vergangenen beiden Jahren gelungen war, schaffte das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari diesmal mit Bravour: Die gewohnt heimstarken Hamburgerinnen fanden gegen die vor Energie sprühenden Gäste kein Mittel und mußten in der flotten Partie stets einem Rückstand hinterher hecheln.

Auf die zunehmend offensivere Wandsbeker Deckung reagierte der VfL Oldesloe taktisch klug. Obwohl im zweiten Durchgang weder Jeanette Rochelmeyer noch Marion Werner oder Zsuzsa Nyari einen Ball unbedrängt annehmen konnte, verstanden es die Gäste, über Birthe Wede, Martina Kattner und Eike Lange soviel Druck zu erzeugen daß der Wandsbeker Anhang schnell verstummte. Herausragend aus dem starken VfL-Team: Birthe Wede, die als torgefährliche Rückraumschützin mit neun Feldtoren in jeder Situation Verantwortung übernahm.

Zu hören war der Wandsbeker Anhang ohnehin kaum. Die treuen Fans des VfL Oldesloe trommelten und trompeteten was das Zeug hielt und machten die Wandsbeker Sporthalle akustisch zum Heimspiel Keine Nerven trotz höchster Anspannung und ohrenbetäubender Lärmkulisse zeigte Jeanette Rochelmeyer. Von ihren neun Treffern erzielte sie fünf per Siebenmeter, obwohl die Wandsbeker Keeperin Dagmar Rindelaub zu den stärksten der Zweitliga-Zunft zählt.

Eine weniger stabile Psyche offenbarten die Gastgeberinnen, die in wichtigen Phasen gleich drei Siebenmeter verpatzten. VfL-Torhüterin Silke Schwöbken, wieder mit einer starken Leistung, ließ sich selbst durch einen Wurf ins Gesicht (44. Minute) nur für Sekunden außer Gefecht setzen.

Aufstecken taten die Hamburgerinnen nie: Zweimal ließen sie sich durch einen Oldesloer Fünf-Tore-Vorsprung nicht aus dem kampfbetonten Konzept bringen. Bis zur 48. Minute war der VfL-Vorsprung auf 21:19 zusammengeschmolzen -der Ausgang der Partie schien wieder offen. Doch die Gäste, die vor der Winterpause häufig unter schwankender Form, nachlassender Kondition und Nervenschwächen zu leiden hatten, konnten kräftemäßig in der Schlußphase nochmals zulegen -obwohl Spielertrainerin Zsuzsa Nyari im zweiten Durchgang völlig auf Wechsel verzichtete. Eike Lange, Birthe Wede, Jeanette Rochelmeyer und drei Treffer von Martina Kattner besiegelten schließlich die Wandsbeker Heimschlappe.

Martina Kattner, die in der Anfangsphase übernervös wirkte und daher für Birgit Walter und später für Ivonne Grimm Platz machen mußte, dürfte sich dank ihrer starken 30 Minuten nach der Pause für den Stammplatz im rechten Rückraum empfohlen haben. Von Konkurrenzkampf im VfL-Team war in Wandsbek allerdings nichts zu spüren: Jubelnd beglückwünschten die zur Tatenlosigkeit verurteilten Ersatzspielerinnen Katrin Behnke und Lisa Lüken ihre Kameradinnen. Mit Tränen in den Augen und "la Ola" dankte der VfL seinem Anhang für die lautstarke Unterstützung. Der Abstiegskampf - so scheint es - hat Mannschaft und Fans enger denn je zusammengeschweißt.

Ahrensburger Zeitung vom 11.3.96

Oldesloer Frauen glanzlos, aber doch erfolgreich

Die Anspannung wich der Erleichterung: Beim 24:20 (12:8) Sieg über Union Halle-Neustadt konnten sich die Handballfrauen des VfL Oldesloe eine konfuse Schlußphase leisten, ohne die ersehnten Punkte im Kampf gegen den Abstieg aus der zweiten Handballbundesliga ernsthaft zu gefährden.

Marion Werner besiegelte mit ihrem sehenswerten Tor zum 22:14 (47. Minute) den dritten Oldesloer Erfolg in Folge, der den Sprung auf Platz neun und den Klassenerhalt erheblich näher brachte. Offenbar geblendet von diesen rosigen Aussichten fehlte es dem VfL in der glanzlosen Schloßphase an Konsequenz und Konzentration. Während rund 250 Anhänger vergeblich auf einen Kantersieg hofften, nutzten die Gäste die letzten Minuten zur Ergebniskorrektur.

"Was soll's. Wir haben heute beide Punkte erkämpft nur das zählt am Ende", sagte VfL-Spielertrainerin Zsuzsa Nyari, die kurz vor Schluß eine Auszeit sogar dazu nutzte, ihrem Team mit Zettel und Schreiber die Funktionsweise einer offensiven Deckung zu erklären.

Anders als beim 27:21 Sieg in Wandsbek wechselte Nyari sehr viel. So tauschten die "Angreiferinnen" Eike Lange und Jeanette Rochelmeyer regelmäßig mit den "Verteidigerinnen" Birgit Walter und Ivonne Grimm die Plätze auf der Bank. Mit diesen taktischen Wechseln beraubte sich der VfL Oldesloe zwar weitgehend der Möglichkeit des Gegenstoßes, doch gegen den schwachen Gast gelangen aus den Positionsangriffen genügend Treffer. Die Akzente setzten vor allem Birthe Wede (8) und Linksaußen Marion Werner (6), die nur durch Fouls zu bremsen waren.

Lübecker Nachrichten vom 19.3.1996 - WERNER HEUER

Mit viertem Sieg Abstiegssorgen vertrieben
VfL Oldesloe - Empor Rostock 24:18

Wahre Wechselbäder der Gefühle bescherten die Handballfrauen des VfL Oldesloe sich, dem Abstiegskonkurrenten HC Empor Rostock und den gut 300 Zuschauern in der Stormarnhalle. Mit 24:18 (7:12), dem vierten Sieg in Folge, ebneten die Oldesloerinnen den Weg zum Klassenerhalt. Die Abstiegssorgen dürften damit gebannt sein, wenngleich sie in der ersten Halbzeit kräftig Nahrung erhielten.

Denn nichts deutete 30 Minuten lang auf den souveränen Sieg der Gastgeberinnen hin. Fahrig, nervös und taktisch wenig clever schien der VfL Oldesloe seinen Kredit selbst beim treuesten Anhänger in der ersten Halbzeit zu verspielen. Einzig Torfrau Silke Schwöbken verhinderte mit zahlreichen Paraden einen noch höheren Pausenrückstand. Selbst ein halbes Dutzend Wechsel half den Oldesloerinnen nichts. Fehlwürfe und Fehlpässe wechselten sich ab, gegen die aggressive 6-0-Dekkungsformation der Gäste fand der VfL Oldesloe kein Mittel.

Das sollte sich im zweiten Durchgang grundlegend ändern: Wie verwandelt sprühten die Stormarnerinnen vor Kampfgeist und Konzentration. Mit gefälligen Kombinationen wurden die beiden Rückraumschützinnen Birthe Wede (7 Tore) und Jeanette Rochelmeyer (8/2) geschickter in Szene gesetzt. Auf der Gegenseite schwanden bei Empor Rostock Mut und Kondition.

Stellvertretend verkörperte Ivonne Grimm den Oldesloer Wandel: Nach 25 Minuten, zwei folgenschweren Fehlpässen und ihrer Auswechslung hatte sie noch weinend und wütend neben der Bank gekauert. In der Schlußminute gelang ihr selbstbewußt mit einem Kempatrick (Zuspiel Zsuzsa Nyari) der 24:18 Siegtreffer. VfL-Spielertrainerin Nyari hielt es nach der verkorksten ersten Viertelstunde nicht mehr auf der Bank: Sie wechselte sich für Lisa Lüken ein und lag damit richtig. Als vorgezogene Abwehrspielerin spekulierte die Ungarin mehrfach erfolgreich. So "fischte" sie den Ball in der 48. Minute und erzielte per Tempogegenstoß das vielbejubelte 17:16 - die erste Führung im zweiten Durchgang. Zuvor hatte Ersatztorhüterin Annette Schümann das VfL-Publikum zu frenetischem Beifall getrieben, als sie beim Stand von 15:11 einen Siebenmeter abwehrte. Am Schluß lagen sich nicht nur die VfL-Spielerinnen in den Armen. Auch manche Zuschauer fühlten sich zu Freundentänzchen animiert. "Mensch, und ich wollte vor lauter Arger eigentlich schon in der Pause gehen", brauchte ein Fan mit Vfl-Schal sein Bleiben nicht zu bereuen.

Während der VfL Oldesloe seiner größten Abstiegssorgen nun ledig ist, muß das Team von der Ostsee, das im Laufe der letzten fünf Jahre noch nie in der Stormarnhalle gewinnen konnte, weiter um den Klassenerhalt bangen.

Ahrensburger Zeitung vom 25.3.96

Die Entscheidung gegen die Stormarnerinnen fiel erst 14 Sekunden vor dem Abpfiff - Siegesserie des VfL wurde beendet

Die Erfolgsserie der Handballerinnen des VfL Oldesloe ist gestoppt: Nach zuletzt vier Siegen verlor das Team gegen VB Berlin mit 18:20 (9:8).

Die Bäume sind für die Handballerinnen des VfL Oldesloe im Monat März doch nicht in den Himmel gewachsen. Nach zuvor vier Siegen in Folge wurde das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari am Sonnabend vom Tabellenzweiten der zweiten Bundesliga, VB Berlin, gestoppt. Die Gäste siegten nach einer spannenden Begegnung mit 20:18 (8:9). Die Entscheidung gegen den VfL fiel 14 Sekunden vor dem Abpfiff, als die überragende Rückraumwerferin Katrin Padberg mit dem 20. Treffer die letzten Hoffnungen der Stormarnerinnen zunichte machte.

Die gleiche Spielerin hatte bereits nach Zweidritteln der Spielzeit der Partie eine Wende gegeben. Sie erzielte fünf ihrer sechs Tore in den letzten 17 Minuten. Bis zur 41. Minute hatte es so ausgesehen, als könnten die Oldesloerinnen zur Freude ihrer Fans die Siegesserie fortsetzen. Trotz der Konkurrenz durch den Fußball-Hit und "Wetten, daß..?" im Fernsehen hatten 250 von ihnen den Weg in die Stormarnhalle gefunden.

14:11 führte der VfL zu diesem Zeitpunkt, und er hatte bis dahin eine vorzügliche Leistung geboten. In der ersten Halbzeit dominierten auf beiden Seiten die Abwehrreihen. Den Oldesloerinnen gelang dabei erst in neunten Minute der erste Treffer (durch Marion Werner zum 1:2), aber nach zähem Kampf führten sie zur Pause schließlich mit 9:8. Einziges Manko bis dahin: Der VfL nutzte seine Chancen nicht konsequent genug. Aber auch VB Berlin hätte leicht auf eine höhere Torausbeute kommen können, wäre nicht die Oldesloer Torhüterin Silke Schwöbken erneut in bestechender Form gewesen.

Nach dem Wechsel schien das Spiel zugunsten der Stormarnerinnen zu kippen. Die taktische Umstellung des VfL von einer defensiven 6:0 auf eine 5:1 Deckung machte den Berlinerinnen mächtig zu schaffen. Folge: Der Vorsprung wurde auf 12:8 (36.) und 14:11 (41.) ausgebaut.
Aber dann fingen sich die Berlinerinnen. Vor allem die baumlange Katrin Padberg bekam der VfL nicht mehr in den Griff. Auch ließen beim Gastgeber Konzentration und Kondition nach.

Das kam nicht von ungefähr, hatten doch mit Eike Lange und Ivonne Grimm zwei Leistungsträgerinnen in der Woche aus gesundheitlichen Gründen nicht trainieren können. Dazu gingen Mannschaftsführerin Birthe Wede und Zsuzsa Nyari angeschlagen ins Spiel, und Torjägerin Jeanette Rochelmeyer war nach einer passabler erster Halbzeit plötzlich völlig von der Rolle.

Dennoch kämpfte die Mannschaft aufopferungsvoll und verbissen, konnte aber die Niederlage letztlich doch nicht abwenden. Aber das Team muß sich dessen nicht schämen. "Der VfL Oldesloe ist von Anlage und Leistungspotential beileibe kein Abstiegskandidat", zollte Berlins Trainer Rüdiger Bonnes den Stormarnerinnen Respekt. Auch Spielertrainerin Zsuzsa Nyari ist sicher, die beiden Punkte, die nach ihrer Rechnung zum Klassenerhalt fehlen, noch zu holen.

Stormarner Tageblatt vom 1.4.96

Handballdamen des VfL Oldesloe gewannen gegen die SG Misburg souverän mit 33:24 - Handball-Gala in der Stormarnhalle: Im letzten Heimspiel der Zweitliga - Saison besiegten die Damen des VfL Oldesloe die SG Misburg mit 33:24.

Nach einer wechselvollen Saison - begleitet von Punktabzügen, dem Pokal-Aus am grünen Tisch und dem Rücktritt von Trainer Claus Schilk - verabschiedete sich das Zweitligateam der Handballdamen des VfL Oldesloe vom heimischen Publikum mit einem souveränen Sieg: Das Team von Spielertrainerin Zsuzsa Nyari schlug die SG Misburg im letzten Heimspiel mit 33:24 (19:7). Damit waren die Zuschauer endgültig versöhnt. Sie verabschiedeten die Mannschaft nach dem Schlußpfiff mit lautstarkem Beifall.

Vor den beiden letzten Saisonspielen, die die VfL-erinnen auswärts bestreiten müssen, besitzen die Handballdamen nun ein positives Punktekonto. In der Partie gegen Misburg dominierte der VfL von Beginn an. Durch Tore von Marion Werner (3) und Jeanette Rochelmeyer (2) zogen die Stormarnerinnen bereits bis zur siebten Minute auf 5:1 davon. Kontinuierlich wurde dieser Vorsprung ausgebaut. Zur Halbzeit führte das Nyari-Team mit 19:7. Den schönsten Treffer erzielte die Spielertrainerin persönlich: Mit der Rückhand warf sie das 18:7. "Die Mannschaft hat sich absolut an das Konzept gehalten. In der Deckung standen wir gut und die Torausbeute im Angriff war hervorragend", freute sich Torwarttrainer Jens Willhöft.

In der zweiten Hälfte versäumten es die VfL-Damen allerdings, die Führung weiter auszubauen. Grund: Es wurde experimentiert. Den beruhigenden Vorsprung nahm das Team zum Anlaß, Spielzüge und technische Kabinettstückchen auszuprobieren. In der Folge konnten die Misburgerinnen das Ergebnis etwas freundlicher gestalten und verkürzten den Rückstand bis zur 37. Minute auf zehn Treffer. "Wir haben den Zuschauern einiges geboten. Hervorheben möchte ich Lisa Lüken und Birgit Walter, die wirklich positiv überrascht haben und mit einer überdurchschnittlichen Torausbeute glänzten", lobte Jens Willhöft.

Nicht nur auf dem Spielfeld sorgte die VfL-Handballfrauen für einen versöhnlichen "HeimspieI-Showdown": Die Zuschauer wurden von der Abteilung mit Blumen und T-Shirts beschenkt und nahmen den Dank von VfL-Manager Wilfried Koslowski entgegen. Gleichzeitig versprach Koslowski für die kommende Saison "tolle und interessante Spiele".

Stormarner Tageblatt vom 22.4.96

Oldesloer Handballerinnen setzten Erfolgsserie bei SV Union Halle-Neustadt mit einem 25:20 Sieg fort - Jetzt peilt der VfL noch den fünften Rang an

Je länger die Saison dauert, um so besser kommen die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga in Schwung. Mit 25:20 (10:12) beim SV Union Halle-Neustadt gelang dem Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari bereits der siebte Erfolg im achten Spiel seit Anfang März.

Das Abstiegsgespenst haben die Stormarnerinnen mit dieser Erfolgsserie bereits seit geraumer Zeit endgültig abgeschüttelt. Mit dem Sieg in Halle steht fest daß das Team die Saison, die für sie so niederschmetternd begann - Punktabzüge, Pokal-Aus am grünen Tisch, Rücktritt von Trainer und Manager -, noch mit einem positiven Punktekonto abschließt.

Mittlerweile hat sich die Mannschaft auf den sechsten Rang vorgeschoben. Mit einem Sieg im letzten Saisonspiel am Sonnabend bei KSV Holstein Kiel könnte der VfL sogar noch auf den fünften Rang rücken. Angespornt von Trainerin Zsuzsa Nyari und Manager Wilfried Koslowski sind inzwischen alle Spielerinnen vom Ehrgeiz beseelt, diese Ziel zu erreichen zumal mit dem Rivalen aus de Landeshauptstadt noch eine Rechnung offen ist. Der hatte Mitte Januar das Hinspiel in der Stormarnhalle gewonnen, obwohl der VfL in beiden Halbzeiten haushoch in Führung gelegen hatte.

Konditionelle und nervliche Probleme, die der Mannschaft seinerzeit zum Verhängnis wurden, hat sie mittlerweile nicht mehr. Vielmehr ist sie inzwischen diesbezüglich absolut stabil. Das machte sie auch in Halle deutlich. Dort lief es für den VfL zunächst gar nicht gut. Der Gastgeber setzte sich schnell mit 3:0 (5.) ab und zog über 7:3 (24.) auf 10:6 (22.) davon. Erst dann fingen sich die Oldesloerinnen etwas und konnten bis zum Seitenwechsel auf 10:12 verkürzen.

Die richtige Wende aber trat erst ein, als Zsuzsa Nyari die Deckung von 6:0 auf 5:1 umstellte. Marion Werner engte nun die Kreise der Russin Swetlana Botscharowa ein, so daß der Spielfluß bei Halle ins Stocken geriet. Beim 15:15 (42.) erreichte der VfL erstmalig den Gleichstand. Halle konnte zwar noch bis zum 17:17 mithalten, aber dann zogen die nun auch im Angriff diszipliniert spielenden Stormarnerinnen unaufhaltsam davon. Spätestens beim 22:17 (54.) war die Partie gelaufen.

Da der VfL wegen der frühen Anreise ausgeruht ins Spiel gegangen war, hatte er keine Mühe, den Vorsprung bis zum 25:20 Endstand über die Zeit zu bringen.

Stormarner Tageblatt vom 29.4.96

29:21 Erfolg der Oldesloer Handballerinnen im Landesderby bei KSV Holstein Kiel - VfL noch Fünfter der Abschlußtabelle

Happy-End für die Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga: Mit einem überzeugenden 29:21 (11:8) Erfolg im Landesderby beim KSV Holstein Kiel eroberte sich das Team um Spielertrainerin Zsuzsa Nyari am letzten Spieltag der so wechselhaft verlaufenen Saison noch den fünften Rang in der Abschlußtabelle.

Nicht auszudenken, wo die Mannschaft ohne die Turbulenzen im letzten Herbst hätte landen können. Die vier Punkte, die ihnen
abgezogen wurden, sind ja nur die "halbe Miete". Der Druck, in den die Mannschaft in deren Folge geriet, einschließlich der Ungewißheit, die nach dem Rückzug von Trainer und Manager Claus Schilk herrschte, hat noch viele Minuspunkte gekostet, die es bei normalen Saisonverlauf kaum gegeben hätte.

Allerdings: Für den Meistertitel hätte es kaum gereicht. Dafür war der VfL Oldenburg in diesem Jahr wohl zu stark. Aber bis hin zur Vizemeisterschaft wäre alles dringewesen. Vor der Moral aber, mit der sich die Mannschaft im Endspurt am eigenen Schopfe aus dem Abstiegssumpf gezogen hat, kann man nur den Hut ziehen.

Die prächtige Einstellung des ganzen Teams wurde auch in Kiel noch einmal deutlich. Mit dem Landesrivalen war seit Januar noch eine Rechnung offen. Damals hatte Holstein haushohe Rückstände in beiden Halbzeiten noch in einen Sieg umgewandelt. Dafür gelang am Sonnabend eine eindrucksvolle Revanche.

Der VfL war in allen Belangen die bessere Mannschaft. Er hätte noch höher gewinnen können, hätte er in den letzten zehn Minuten die Deckungsarbeit nicht schleifen lassen, weil die Spielerinnen darauf aus waren, ein paar besonders schöne Tore zu erzielen. Einziger Wermutstropfen war eine rote Karte von Marion Werner nach einem Foul an Melanie Bernecker in der 30. Minute. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung der Schiedsrichter, die es ansonsten nicht gerade gut mit dem VfL meinten. Beirren aber ließen sich die Oldesloerinnen aber auch davon nicht.

Stormarner Tageblatt vom 6.5.96

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