Die Dominanz des Favoriten
Handball-Pokal: VfL Oldesloe - TSV Travemünde 46:17

Für die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe war der Einzug in die zweite Runde des DHB-Pokalwettbewerbs eine Pflichtaufgabe. VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari hatte vor dem Spiel beim zwei Klassen tieferen Oberliga-Vertreter TSV Travemünde gefordert," wer in die Bundesliga aufsteigen will, muß mit einem Oberliga-Klub fertig werden." Und sie sollte Recht behalten: Beim 46:17 Erfolg ließen die Oldesloerinnen nicht einen Moment lang Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen.

Bereits nach zehn Minuten führten die Gäste uneinholbar 15:5 und konnten sich danach Zeit für Experimente nehmen. So ließ Trainerin Nyari eine sehr offensive 4:2 Deckungsformation spielen. Zuletzt, beim Oldesloer Auftaktsieg gegen die SG Niederndodeleben/Magdeburg (24:19) hatte gerade die offensive Deckungsvariante noch einige Schwächen offenbart. "Heute war ich recht zufrieden", sagte Nyari. Grund dazu hatte sie, denn weder Engagement noch Spielwitz kamen den Gästen 60 Minuten
lang abhanden. Mit sehenswerten Treffern begeisterten sie sogar das Travemünder Heimpublikum, daß schnell jede Hoffnung auf die Außenseiterchance ihres Teams fahren lassen mußte.

Ahrensburger Zeitung vom 15.9.97

Klassenunterschied im Nachbarschaftsduell

Oldesloe zeigt Schwartau die Grenzen auf. Mit hängenden Köpfen schlichen sie vom Spielfeld: Die Handballerinnen des VfL Bad Schwartau erhielten in ihrem zweiten Zweitligaspiel ihre zweite Lektion, kassierten in der heimischen Jahnhalle im brisanten Derby gegen den VfL Oldesloe ein bitteres 13:30.

Der heimliche Traum vom Sieg wurde zum unheimlichen Alptraum, und auch Bernd Kunz, Trainer der Schwartauerinnen, rang nach erklärenden Worten: "An Oldesloe können wir uns nicht messen. Jede Spielerin agierte ballsicherer, schneller, fast fehlerlos. Meine Mädels wirkten hingegen wie das Kaninchen vor der Schlange."

Im Nachbarschaftsduell der Vereine für Leibesübungen dokumentierten sich vor 450 Zuschauern die monetären Voraussetzungen und finalen Ansprüche schnell auch auf dem Feld. Oldesloe, das über 200 000 Mark in den Aufstieg investiert,zeigte den Liga-Neulingen, die mit einem Etat von 53 000 Mark die Klasse halten wollen, von Beginn an wer das Maß im Handball-Unterhaus ist. Die Gastgeberinnen hielten bis zum 2:3 (7.) mit, ehe es über sie hereinbrach. Innerhalb von sechs Minuten enteilten die Oldesloerinnen auf 8:2 (13.), bauten die Führung mit zwei sicheren Torhüterinnen Meike Schlick und Silke Schwöbken im Rücken kontinuierlich und konzentriert über die Stationen 12:5 (25.), 19:9 (41.) auf 30:13 aus.

Vor allem die Ex-Schwartauerin Jeanette Marquardt spielte wie entfesselt auf, traf an ihrer alten Wirkungsstätte elfmal. Bezeichnend: In der 40. Minute hatte sie bei ihrem zehnten Wurf den ersten und einzigen Fehlversuch. Auch wenn man den Wechselspielerinnen längere Einsatzzeiten einräumte, war kein Bruch im VfL-Spiel zu erkennen. Ob die erfahrene Rückraumspielerin Anja Kramer (3) oder die auf Rechtsaußen frech aufspielende Yvonn Bosza (3) - alle trugen ihr Scherflein zur Lehrstunde bei. "Wir haben diese Partie keineswegs auf die leichte Schulter genommen, uns sogar besonders darauf vorbereitet", zeigte sich Oldesloes Manager überrascht. "Wir hatten mehr Gegenwehr erwartet."

Der umtriebige Koslowski prophezeite beiden Mannschaften indes eine schwere Saison: "Für uns gilt es vor allem gegen unsere Angstgegner Harrislee und Rostock. Und: Mit zehn bis 14 Minuspunkten wird man am Saisonende aufsteigen", hofft er so am Sonnabend in heimischen Gefilden gegen Wandsbek auf einen erneuten Kantersieg.

Lübecker Nachrichten vom 23.9.97

Mühevoller 27:24 Erfolg der Oldesloer Zweitliga-Handballerinnen gegen Wandsbek 72 - Silke Schwöbken rettete Sieg

Der VfL Oldesloe bleibt in der zweiten Bundesliga Nord in der Saison 1997/98 weiter ohne jeden Punktverlust. Der 27:24 Erfolg vor 350 Zuschauern in der Stormarnhalle gegen den MTV Wandsbek aber wurde erst nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit perfekt. Zuvor hatte der Favorit den Gegner unterschätzt. Matchwinnerin war Torhüterin Silke Schwöbken.

"In diesem Spiel hat sich gezeigt, zu was es führt, wenn man einen Gegner unterschätzt." Auf diesen Nenner brachte Zsuzsa Nyari den dritten Saisonsieg der Handballerinnen des VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord gegen den MTV Wandsbek 72. Mit 27:24 (13:16) behielten die als hohe Favoriten ins Spiel gegangenen Stormarnerinnen zwar am Ende die Oberhand, aber der Sieg hing lange an einem seidenen Faden. Letztlich hatte der VfL den vor allem seiner Torhüterin Silke Schwöbken zu verdanken, wie Gästetrainer Wolfgang Westphal nach dem Spiel treffend analysierte. Die Nummer 1 im VfL-Tor war erst nach 25 Minuten ins Spiel gekommen. Sie hatte in der Woche krankheitsbedingt nicht trainieren können - das hatten die Verantwortlichen unter der Decke gehalten, um nicht Panik zu verbreiten - und sollte deshalb geschont werden.

Ihre Vertreterin Meike Schlick mühte sich nach Kräften, wurde aber von ihren Mitspielerinnen schändlich im Stich gelassen. Wieder und wieder hinterließen die in der Deckung große Lücken, die vor allem Inga Schupp (8 Tore), Andrea Kamke und Christina Schümann (je 5) weidlich zu Treffern nutzten.

Die Folge: Der VfL, bei dem auch im Angriff nur wenig zusammenlief, geriet gegen einen Gegner, der streckenweise über sich hinauswuchs, gehörig in Rückstand. Nur in der Anfangsphase - 1:0 (1.) und 4:3 (7.) - lagen die Oldesloerinnen vorn, ansonsten drückten die gut eingestellten Hamburgerinnen dem Spiel ihren Stempel auf.

Ihre 16:13 Halbzeitführung war hochverdient. Der VfL hatte überwiegend mit sich selbst zu tun und haderte mit dem Schiedsrichtergespann aus Rostock/Pingelshagen, das zwar bisweilen eine etwas eigene, aber immerhin konsequent durchgehaltene Regelauslegung praktizierte.

Auch nach deutlichen Worten in der Halbzeitpause lief der VfL noch zehn Minuten einem Rückstand hinterher. Erst als Silke Schwöbken dann eine ganze Serie von Glanzparaden zeigte, drehte das Spiel. Zweiter Aktivposten im VfL-Team war Anja Kramer. Ihre Treffer waren es vornehmlich, die die Gastgeber wieder heran und schließlich auch in Führung brachten. Sie avancierte mit sechs Toren auch zur erfolgreichsten Werferin in ihrem Team. Verzichten muß der VfL Oldesloe für längere Zeit auf Marion Werner. Die frühere Junioren-Nationalspielerin unterzieht sich am Mittwoch einer Schulter-Operation und wird, so die Prognose von Trainerin Zsuzsa Nyari, frühestens im Januar wieder voll mitmischen können.

Stormarner Tageblatt vom 29.9.97

Sie bleiben weiter ungeschlagen:
Holstein Kiel - VfL Oldesloe 18:31

In fremder Halle haben es die Handball-Frauen des VfL Oldesloe offenbar ein wenig leichter, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Mit 31:23 setzte sich der erklärte Meisterschaftsaspirant im Landesderby beim langjährigen Rivalen Holstein Kiel recht mühelos durch. Damit behält der VfL Oldesloe auch nach vier Spieltagen in der zweiten Bundesliga Nord ungeschlagen seine Führungposition (8:0 Punkte). Mitfavorit HC Empor Rostock, als nächster Gegner am 18. Oktober zum Top-Duell in der Stormarnhalle zu Gast, mußte unterdessen erstmals "Federn lassen": Mit 19:25 unterlagen die Rostockerinnen beim TSV Nord Harrislee.

In der Kieler Tallinnhalle lebte der VfL Oldesloe mit einem furiosen Start den Grundstein für den deutlichen Erfolg. Während die Gastgeberinnen nervös und höchst respektvoll zu Werke gingen, suchten die Stormarnerinnen schnurstracks den Torerfolg und führten bereits nach acht Minuten mit 4:0. "Ein toller Auftakt, prima Zusammenspiel und eine sichere Abwehr", fand VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari nur lobende Worte für ihr Team. Besonders Spielmacherin Roswitha Bein (7/3 Tore) und Birgit Walter (6) zeichneten sich als torgefährliche Rückraumschützinnen aus. VfL-Mannschaftsfüihrerin Walter agierte gegen ihre ehemaligen Mitspielerinnen aus Kiel treffsicher wie selten. Zweimal warf sie den Ball Kiels Torfrau Ilka Schütze durch die Beine ins Netz.

Dabei wer der VfL Oldesloe mit Personalsorgen ins Spiel gegangen: Kreisläuferin Eike Lange fiel noch kurzfristig mit einer Grippe aus. Ohnehin fehlen Marion Werner und Nicole Hübner noch längerfristig nach Operationen. Und Ivonne Grimm steht berufsbedingt derzeit überhaupt nicht zur Verfügung. Daher reduzierte sich in Kiel der anfangs elf Feldspielerinnen umfassende VfL-Kader gerade einmal auf sieben Feldspielerinnen plus den beiden Torhüterinnen Silke Schwöbken und Meike Schlick. Schwöbken genoß in der Tallinnhalle über die gesamte Spielzeit das Vertrauen von Trainerin Nyari. Schlick empfahl sich als Siebenmeter-Expertin" gleich dreimal scheiterte Holstein Kiel mit Strafwürfen.

Für das Spitzenduell mit dem HC Empor Rostock am 18. Oktober rechnet der Spitzenreiter VfL Oldesloe nicht nur wieder mit Kreisläuferin Lange, sondern auch mit gefüllter Stormarnhalle. Die Karten-Nachfrage ist angeblich schon jetzt ungewöhnlich stark.

Ahrensburger Zeitung vom 6.10.97

VfL Oldesloe Gast bei PSV Braunschweig
Roswitha Bein spielt wieder mit

Wieder mit Spielmacherin Roswitha Bein wird der VfL Oldesloe am Sonntag in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen bei PSV Braunschweig antreten. Fans können die Oldesloer zu diesem Auswärtsspiel wieder begleiten. Der Mannschaftsbus fährt am Sonntag um 10.30 Uhr an der Stormarnhalle ab. Bei den Handballerinnen das VfL Oldesloe gab es in der Woche vor dem Spiel bei Post SV Braunschweig nur ein Thema: Ist Roswitha Bein nun für die Zweitliga-Mannschaft spielberechtigt oder nicht?

Neue Verlautbarungen liegen dem VfL von Verbandsseite darüber bislang nicht vor. Offiziell sind die Oldesloer noch nicht einmal über den Beschluß des Hamburger Verbandes, der Spielmacherin die Spielberechtigung zu entziehen, unterrichtet. Nur weil sie darüber Wolfgang Westphal, Trainer des MTV Wandsbek 72, kurz vor dem Spiel in Harrislee informierte, verzichtete der VfL dort auf ihren Einsatz.

Die Stormarner wollten kein Risiko eingehen, weil sie meinten, auch mit einer nun inoffiziellen Information, nicht mehr allein "guten Glaubens" handeln zu können. Ihren "guten Glauben" aber haben die Oldesloer nach reiflicher Überlegung, so der Bundesliga-Beauftragte Holger Orlowski, wieder zurückgewonnen. Dazu haben sie nach Durchsicht ihrer Akten handfeste Gründe. Freigabe und Spielberechtigung für Roswitha Bein liegen schriftlich beim VfL vor. Dazu ist unstrittig, daß der Vertrag von Roswitha Bein bei der Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16) exakt bis zum 30. Juni lief und auch nicht vorher aufgelöst wurde.

Schon deshalb konnte die neue Bindung an den VfL nicht vor dem 1. Juli in Kraft treten. Just das ist auch das Datum, an dem die neue Spielordnung des DHB Gültigkeit erlangte. Und nach der können, getreu dem Bosmann Urteil, Akteure, deren Verträge abgelaufen sind, ablösefrei von einem Verein zum anderen wechseln.

Ansprüche der HT 16, die einer Spielberechtigung von Roswitha Bein entgegenstünden, kann beim VfL deshalb niemand erkennen und folglich soll die Spielmacherin am Sonntag wieder mit von der Partie sein

Stormarner Tageblatt vom 1.11.97

41:19 Sieg - Vfl warf sich den Frust von der Seele

Bei den Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe hatte sich in der vergangenen Woche eine gehörige Portion Frust angesammelt. Die verlangte nach einem Ventil und einer Entladung. Da kam das nächste Punktspiel gerade recht. Der Post SV Braunschweig bekam die ganze Wut über die erste Saisonniederlage in der Vorwoche in Harrislee und das Hickhack um die Spielberechtigung von Spielmacherin Roswitha Bein zu spüren. Der VfL war in der Halle "Alte Waage" nicht auf ein Gleichgewicht der Kräfte aus. Ganz im Gegenteil: Die Schützlinge von Trainerin Zsuzsa Nyari brannten ein handballarisches Feuerwerk ab und gewannen am Ende mit den Rekordergebnis von 41:19.

Roswitha Bein, die der VfL in Harrislee vorsichtshalber nicht eingesetzt hatte und die beim 24:25 so sehr vermißt wurde, war in Braunschweig wieder mit von der Partie. Sie selbst hat das Theater, das der Hamburger Verband um ihre Spielberechtigung veranstaltet hat, kaltgelassen. "Für mich ist die Sache abgehakt. Die Gründe, die der Verband für eine Suspendierung angeführt hat, sind fadenscheinig und haltlos", analysiert die angehende Juristin.

Die Antwort darauf gab sie in Braunschweig auf dem Spielfeld. Von Beginn an legte sie ein Tempo vor, dem die Niedersachsen, die nach dem Abgang ihrer russischen Nationalspielerin Tatjana Olekisin bei weitem nicht mehr die Spielstärke der vergangenen Saison haben, nicht gewachsen waren. Schon nach acht Minuten führte der VfL mit 4:0, und erst als es 19:4 (25.) stand, ließen die Oldesloerinnen dem Gegner für fünf Minuten ein wenig Luft. In der zweiten Halbzeit ging der VfL in der Abwehr nicht mehr so konzentriert wie vor der Pause zur Sache.

Aber die 13 Gegentore, die Melke Schlick nach dem Seitenwechsel kassierte, konnte der VfL verschmerzen. Im Angriff nämlich ging der Wirbel; unvermindert weiter. Noch einmal gelangen in 30 Minuten 20 Tore bis zu dem genannten Rekordergebnis.

Stormarner Tageblatt vom 3.11.97

Heimpleite: 35 Tore kassiert

Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe kassierten am Sonnabend in der Stormarnhalle ihre zweite Saisonniederlage. Gegen den Mitkonkurrenten um die Meisterschaft, SV Union Halle/Neustadt, schluckte das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari insgesamt 35 Tore und verlor mit 32:35.

Das desolate Abwehrverhalten war entscheidend für die erste Heimpleite. Beide Torhüterinnen, Silke Schwöbken und Meike Schlick. hatten nicht ihren besten Tag erwischt. Zudem wurden sie von ihren Vorderleuten sträflich im Stich gelassen. Zwar konnten sich die Oldesloerinnen in der ersten Halbzeit auf 4: 1, 7:2,9:4, 12:6 und 14:10 absetzen. Doch schon zum Seitenwechsel konnten die Gäste ausgleichen (16:16). Bereits hier bahnte sich die Wende in der Spitzenbegegnung an.

Nach der Pause gelang es den Oldesloerinnen nicht mehr, in Führung zu gehen. Sie konnten lediglich einige Male ausgleichen (18:18, 20:20, 25:25). Die Hallenser Damen machten nun ernst und zagen auf 29:26 davon. Spannend und dramatisch wurde es noch einmal in der Schlußphase, als Dana Kretschmann zum 32:32 einwerfen konnte. 480 Zuschauer hofften auf ein Wunder. Doch schnell war der alte Abstand wieder hergestellt (32:35, 60. Minute).

Zu allem Überfluß stellten die Unparteiischen nun die VfLerinnen Bein und von Jagow vom Platz. In Unterzahl gelang es den Oldesloerinnen nicht mehr, das Blatt zu wenden. Auffallend war die Siebenmeter-Schwäche in den VfL-Reihen. Der selbsternannte Erstliga-Aufsteiger konnte nur sieben von zehn Strafwürfen verwandeln. Die Gäste hatten von acht nur einen Fehlwurf. Neun VfL-Hinausstellungen standen fünf der Gäste gegenüber. Bundesliga-Sprecher Jürgen Dorn: "Die Gäste hatten in den letzten drei Minuten die besseren Nerven. Eine offene Feldschlacht zweier gleichwertiger Teams, die jederzeit spannend war."

Oldesloer Markt vom 19.11.97

Pokal-Fight:
VfL-Damen werfen Wismar raus

Dramatische Schlußphase in der Stormarnhalle beim Pokalhit zwischen den Damen des VfL Oldesloe und der TSG Wismar. Die Gäste führten in der 51. Minute mit 24:20 und sahen wie der sichere Sieger aus. Doch dann bäumten sich die Oldesloerinnen noch einmal gegen den Zweitliga-Konkurrenten auf und drehten den Spieß um. Mehr als 200 Zuschauer waren aus dem Häuschen, als nach dem 28:26 für den VfL der Schlußpfiff ertönte.

Noch zur Pause lagen die VfLerinnen mit 11:12 zurück und sahen schon ihre Felle davonschwimmen. Man merkte ihnen aber auch an, daß sie mit "angezogener Handbremse" spielten. Innerhalb weniger Minuten aber machten sie aus dem großen Rückstand drei Minuten vor dem Ende das 27:25 (Dana Kretschmann). Wismar kam noch einmal heran (26:27). Doch Fangfehler und ein an den Pfosten geworfener Siebenmeter bedeuteten das Aus für den Tabellenzweiten der 2. Bundesliga. Birthe von Jagow erzielte das erlösende 28:26 wenige Sekunden vor dem Schlußpfiff.

Nun hoffen die VfL-Damen und ihre Trainerin Zsuzsa Nyari, auf einen Erstligisten in der 4. Runde zu treffen.

Oldesloer Markt vom 19.11.97

VfL Oldesloe verlor gegen die SG Berlin 26:28
Zsuzsa Nyari stocksauer: "So sind wir keine Mannschaft"

Die Tabellenspitze ist für die Handballerinnen das VfL Oldesloe in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord in weite Ferne gerückt. Gegen den noch verlustpunktfreien Spitzenreiter, die SG Guts Muths/BTSVBerlin, kassierten die Stormarnerinnen ihre zweite Heimniederlage in Folge. Mit nun 12:6 Punkten ist der VfL hinter SV Teutonia Riemke/Bochum auf den fünften Rang zurückgefallen.

Schon die Miene, mit der Zsuzsa Nyari nach dem Spiel ihres VfL Oldesloe gegen den Spitzenreiter der zweiten Bundesliga Gruppe Nord, SG GutsMuths/BTSV Berlin, zur Pressekonferenz erschien, verhieß nichts Gutes. Die sonst immer fröhliche und verbindliche ungarische Trainerin der Stormarnerinnen, der sonst so leicht kein böses Wort über ihre Mannschaft über die Lippen kommt, wirkte angefressen.

"Ich bin stocksauer und kann im Moment nur schimpfen über meine Mannschaft", machte sie ihrem Arger über die zweite Heimniederlage binnen acht Tagen gegen einen direkten Konkurrenten aus der Spitzengruppe Luft. Und die Liste der Vorwürfe, die sie ihren Spielerinnen machte, war lang.

Der schwerwiegendste Vorwurf: "Wir haben uns nicht als Mannschaft präsentiert. Jede Spielerin macht, was sie will, und nicht, was wir vorher abgesprochen haben." Auch mit dem kämpferischen Einsatz ihrer Schützlinge war sie nicht zufrieden. Guten Willen und Laufbereitschaft wollte sie ihrer Mannschaft dabei nicht absprechen. "Aber kämpfen muß man mit Kopf, Herz und Körper. Das haben vor einer Woche der SV Union Halle/Neustadt und heute der Spitzenreiter aus Berlin eindrucksvoll demonstriert", zollte Zsuzsa Nyari den Konkurrenten Respekt, "doch bei meinen Spielerinnen fehlt immer wenigstens eines der drei Teile".

Aber noch will die Trainerin die Flinte nicht ins Korn werfen. "Ich werde dafür arbeiten, daß meine Mannschaft noch das Kämpfen lernt", kündigte sie für die kommenden Trainingseinheiten hartes Durchgreifen an. Und sie ist überzeugt davon, daß ihr Team auch gegen Spitzenmannschaften gewinnen kann, wenn denn diese Lektionen gelernt sind. Vorausgesetzt, sie kann in absehbarer Zeit auch wieder einmal auf zehn gesunde Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen, die ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen, zurückgreifen. Gegen die SG Berlin war das beileibe nicht der Fall. Ganze acht Feldspielerinnen konnte der VfL aufbieten, von denen Birthe von Jagow nach kaum überstandener Grippe nur bedingt für Kurzeinsätze zur Verfügung stand. Da blieben kaum Auswechslungs-Möglichkeiten.

Dabei hätten neben Anja Kramer, die völlig neben sich stand, durchaus auch andere Spielerinnen größere Bedenkzeiten auf der Bank nötig gehabt. Vor allem, um sich über die Abwehrarbeit Gedanken zu machen. "Dort hat vieles nicht funktioniert, und vor allem haben wir wieder praktisch ohne Torhüterin gespielt", legte die VfL-Trainerin den Finger in offene Wunden.

Trotz dieser Mängel war die Niederlage für den VfL nicht zwangsläufig. Der ungeschlagene Spitzenreiter präsentierte sich in der mit 500 Zuschauern fast ausverkauften Stormarnhalle keineswegs als Übermannschaft. Aber das Team aus der Hauptstadt war in der bis zur letzten Minute spannenden Begegnung in sich geschlossener. So ging der 28:26 Erfolg der Berlinerinnen letztlich auch in Ordnung.

Im Team der Oldesloerinnen verdienten sich Jeanette Marquardt, die mit neun Treffern (davon vier verwandelte Siebenmeter) auch wieder erfolgreichste Werferin war, und Dana Kretschmann (fünf Tore) die besten Noten. Stark war auch die Leistung von Birthe von Jagow in der kurzen Zeit, in der sie eingesetzt werden konnte. Sie erzielte dabei vier Tore. Auf die gleiche Trefferzahl kam auch Mannschaftsführerin Birgit Walter, die Zsuzsa Nyari aber wegen ihres Abwehrverhaltens dennoch als zweiten "Totalausfall" ansah. Roswitha Bein (2) ließ nach guter erster Halbzeit im zweiten Spielabschnitt Präzision bei ihren Würfen vermissen.

Stormarner Tageblatt vom 24.11.97

28:23 Erfolg bei SV Teutonia Riemke
VfL wieder auf dem aufsteigenden Ast

Der VfL Oldesloe ist in der zweiten Bundesliga Gruppe Nord wieder auf dem aufsteigenden Ast, Mit einem 28:23 Erfolg beim SV Teutonia Riemke/Bochum kämpfte sich das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari auf den dritten Tabellenplatz vor. Sie überholten den starken Aufsteiger aus Westfalen und haben mit nun 16:6 Punkten wieder Kontakt zum Spitzenduo aus Berlin und Halle/Neustadt. Allerdings liegt auch die TSG Wismar, die weniger Spiele ausgetragen hat, nach Minuspunkten noch günstiger als der VfL im Rennen.

Für die Oldesloerinnen zahlte es sich aus, daß die Mannschaft schon am Tag vor dem Spiel in den Westen gereist war. Auf Vermittlung von Anja Kramer, die früher auch bei BVB Borussia gespielt hat, konnten die Stormarnerinnen in Dortmund übernachten und gingen so in jeder Beziehung "ausgeschlafen" in das Spiel. Das machte sich auf dem glatten Hallenparkett bald bemerkbar.

Die Deckung des VfL stand in defensiver 5:1 Formation sehr sicher und Torhüterin Silke Schwöbken nähert sich langsam aber sicher wieder ihrer Bestform. "Sie hat sich gegenüber den vorangegangenen Spielen um 100 Prozent gesteigert", lobte Zsuzsa Nyari ihre zuletzt oft kritisierte Keeperin. Die Ursache für diese Steigerung liegt auf der Hand. Wegen Beschwerden an der Achillessehne hatte Silke Schwöbken wochenlang nicht oder nur wenig trainieren können und darunter litt natürlich ihre Form. Seit zwei Wochen aber sind die Beeinträchtigungen weniger geworden, so daß sie nun wieder - mit spürbarem Erfolg - intensiv trainieren kann.

Das zahlte sich in Bochum aus. Vom 3:3 in der siebten Minute zog der VfL bis zur 23. Minute auf 13:6 davon. Damit war praktisch schon eine Vorentscheidung gefallen. Allerdings machte später eine Umstellung in der Mannschaft das Gastgebers den Oldesloerinnen noch zu schaffen. Die Russin Biziene wechselte aus der Rückraummitte, wo sie von Roswitha Bein total zugedeckt wurde, auf die Halbposition und konnte sich dort erheblich besser in Szene setzen.

Stormarner Tageblatt vom 8.12..97

Bürgermeister kommt zum VfL

Die Frauen des Handball-Zweitligisten VfL Oldesloe möchten sich mit einem Sieg von ihren ans aus dem alten Jahr verabschieden. Morgen kommt die HSG Marne/ Brunsbüttel in die Stormarnhalle. Nach dem Spiel lädt der VfL Fans und Sponsoren zu einem Weihnachtsempfang ein. Auch Bürgermeister Gerd Manfred Achterberg kommt. Trainerin Zsuzsa Nyari hofft gegen Marne auf den Einsatz der zuletzt angeschlagenen Anja Kramer (Zahnwurzelentzündung) und Birte von Jagow (Kreislaufprobleme). Im April gab's zuletzt einen 24:19 Sieg gegen diesen Gegner. Der Erfolg damals bedeutete für den VfL den Klassenerhalt in der zweiten Liga.

Lübecker Nachrichten vom 19.12.97

Hilfe für Bedürftige
VfL-Frauen mit großem Herz

"Die Zweitliga-Handballerinnen sind erfolgreiche Botschafter unserer Stadt." So lobte Oldesloes Bürgermeister Gerd M. Achterberg das VfL-Team über Mikrophon vor der Begegnung gegen die HSG Marne/Brunsbüttel. Und er wollte das Kompliment und den Dank der Kommune, den er damit verband, nicht nur sportlich verstanden wissen. Anerkennung sprach der Bürgermeister dem Team auch für eine Aktion aus, "die Nachahmer finden sollte". Die VfL-Damen hatten ihre Mannschaftskasse geplündert und einen Schinken dem Projekt "Essen für Alle" (EfA) gestiftet. Die Spende ist dort dankbar angenommen worden und wird am 23. Dezember zwischen 12 und 13 Uhr im Gemeindehaus am Kirchberg als Weihnachtsgeschenk an die EfA-Gäste verteilt.

Stormarner Tageblatt vom 22.12.97

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