VfL Oldesloe besiegte Bundesliga-Absteiger TSV Nord Harrislee mit 27:21 - Saisonauftakt nach Maß geglückt

Die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe erwischten einen hervorragenden Saisonstart. Vor rund 400 begeisterten Besuchern besiegte die Mannschaft von Trainerin Zsuzsa Nyari Bundesliga-Absteiger TSV Nord Harrislee nach spannendem Spiel und einer großartigen kämpferischen Leistung mit 27:21 (11 :10). Das Lob kam aus berufenem Munde. Hans-Peter "Heie" Jacobsen, seit mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreicher Coach der Handballerinnen des TSV Nord Harrislee, zollte dem VfL Oldesloe neidlos Anerkennung: "In einer Mannschaft, die eine Sechs-Tore-Führung fünf Minuten vor der Halbzeit verspielt hat, eine Viertelstunde vor Schluß dann selbst zweimal mit einem Treffer in Rückstand gerät, aber am Ende doch wieder mit sechs Toren Vorsprung gewinnt, in solcher Mannschaft stecken Klasse und Moral."

Diese Einschätzung ging den Oldesloerinnen natürlich runter wie Öl. Allen voran Trainerin Zsuzsa Nyari: "Alle meine Spielerinnen haben gut gekämpft, und auch meine Taktik ist aufgegangen", erklärte die Ungarin mit strahlender Miene. Dabei stieß ihre Maßnahme, durchweg mit einer 6:0 Deckung zu operieren, bei den rund 400 Besuchern in der Stormarnhalle nicht auf ungeteilte Zustimmung. Denn durch diese Taktik hatte die Harrisleer Rückraumspielerin Dörte Wehl nahezu freie Hand. "Das Risiko, sie in kurze Deckung zu nehmen, wäre für uns viel größer gewesen. Dann hätten Petra Schulz, Anke Graef und Andrea Zierk die Freiräume bekommen, die sie für ihr Spiel brauchen und das wäre uns nicht gut bekommen", rechtfertigte die VfL-Trainerin ihr Konzept. 25 Minuten war das für den VfL aufgegangen, weil Torhüterin Silke Schwöbken sich ebenso wie der Block im Abwehrzentrum mit Nicole Hübner und Birgit Walter hervorragend auf die Hauptwerferin des Bundesliga-Absteigers eingestellt hatte.

Eine 10:4 Führung des VfL zu diesem Zeitpunkt bestätigte das. Aber dann gab es einen Bruch: Binnen fünf Minuten war der Vorsprung dahin. Dörte Wehl hatte daran entscheidenden Anteil. Sie traf nun fast wie sie wollte und hatte am Ende 14 Treffer auf ihrem Konto. Aber die Rechnung von Zsuzsa Nyari ging dennoch auf. Ihre Mannschaft zerbrach auch nicht daran, daß ihr haushoher Vorsprung zwischenzeitlich sogar zweimal in Rückstände- 15:16/44. Minute und 17:18/46. -umgewandelt wurde. Der Kampfgeist blieb ungebrochen und konditionell war der VfL dem ersatzgeschwächten Gegner, der mit nur neun Spielerinnen antrat, überlegen.

Das VfL-Team zeigte für den frühen Saisonzeitpunkt erstaunlich viel Harmonie. Einen Ausfall hatte die Mannschaft nicht zu verzeichnen. Herausragend agierte dabei ein Trio: Jeanette Marquardt war einen Tag nach ihrer Hochzeit torgefährlich wie eh und je; Birgit Walter hat als neue Mannschaftsführerin gehörig an Selbstvertrauen und Verantwortungsbewußtsein gewonnen, und Marion Werner warf all ihre Routine und Schlitzohrigkeit in die Waagschale. Die Neuzugänge Nicole Hübner, Sonja Bahe und Ivonn Bosza wußten vor allem in der Abwehr zu gefallen. Kathrin Flehinghaus war bei ihrem Kurzdebüt noch zu aufgeregt, um Akzente setzen zu können. Großer Pechvogel war Ivonne Grimm. Die Spielmacherin, die erstmals seit vier Jahren die Vorbereitungphase verletzungsfrei durchgestanden hatte, bekam nach drei Minuten einen Schlag aufs Ohr. Nach kurzer Unterbrechung spielte sie bis zur Halbzeit durch, mußte dann aber mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung und einen Trommelfellschaden aufgeben.

Stormarner Tageblatt vom 30.9.96

Oldesloer Frauen mit starkem Saisoneinstieg


Das Zersägen der Eisenstange fiel dem frischverheirateten Handballpaar Jeanette und Dierk Marquardt vom VfL Oldesloe leicht. Denn bereits vor diesem symbolischen Akt hatten die Oldesloer Zweitliga -Frauen perfektes Teamwork demonstriert und zum Saisonauftakt den TSV Nord Harrislee vor 380 begeisterten Zuschauern mit 27:21 besiegt. Dabei kam Torjägerin Jeanette Marquardt (geb. Rochelmeyer) eine Schlüsselposition zu. Weil Spielmacherin Ivonne Grimm (Trommelfell-Verletzung) frühzeitig ausschied, war die Jungvermählte nicht nur fürs Torewerfen (8 Treffer), sondern auch für den Spielaufbau zuständig. "Die komplette Mannschaft hat hervorragend gekämpft", mochte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari nach dem gelungenen Start keine Einzelleistung hervorheben. Mit leidenschaftlichem Kampfgeist und einer geschickten Abwehrstrategie verhinderten die Gastgeberinnen, daß die Partie, die sie anfangs deutlich dominierten, im zweiten Durchgang kippte.

Daß Jeanette Marquardt zugunsten des Handballs auf Flitterwochen verzichtet und Donnerstag auch bei Holstein Kiel wieder dabei ist, rechnet Trainerin Nyari ihr hoch an. Die Erwartungshaltung des VfL-Anhangs dämpfte Nyari allerdings, obwohl auch Grimm wieder einsatzfähig ist: "Nach einem Spieltag fahren wir noch nicht als Favorit nach Kiel", sagte Nyari.

Lübecker Nachrichten vom 1.10.96

Die Euphorie ist verflogen
Holstein Kiel - VfL Oldesloe 26:24

Fast 40 Minuten dauerte es, bis den Handballfrauen des VfL Oldesloe dämmerte, daß ihnen die erste Saisonniederlage in der Kieler Tallinhalle bevorstehen könnte. Aber da war es schon zu spät: Mit 24:26 unterlagen die Stormarnerinnen trotz einer engagierten Aufholjagd am Ende den Gastgeberinnen von Holstein Kiel. Den Oldesloerinnen die erst am vergangenen Sonnabend mit einem begeisternden 27:21 gegen den erheblich stärker einzuschätzenden TSV Nord Harrislee in die neue Saison gestartet waren, wurde ihr triumphaler Auftakterfolg offenbar zum Verhängnis. "Zu viel Siegesgewißheit im Unterbewußtsein spielte sicherlich die entscheidende Rolle", ärgerte sich VfL-Manager Wilfried Koslowski über den doppelten Punktverlust: "Hier war ein Sieg für uns drin. Nur, dafür hätten wir 60 Minuten lang konzentriert spielen müssen."

In der ersten Halbzeit jedoch vernachlässigten die Gäste ihre Deckungsarbeit. Vor allem aber im Angriff ging der VfL allzu schludrig mit seinen Chancen um und kassierte reihenweise Tempogegenstöße. Erst nach der Pause - und harschen Worten von Trainerin Zsuzsa Nyari - fanden die Gäste zu ihrem Spiel. Die Aufholjagd führte sie noch bis auf zwei Treffer heran (22:24/54. Minute), als Torjägerin Jeanette Marquardt mit ihrer dritten Zeitstrafe das Feld endgültig verlassen mußte.

Ahrensburger Zeitung vom 4.10.1996

Oldesloer Handballfrauen
Ein "Superspiel" gewonnen

Die Handballfrauen des VfL Oldesloe können wieder jubeln: Beim stark eingeschätzten Gut-Muths/BTSV Berlin gewann der Stormarner Zweitligist mit 20:19 (9:11). "Das war einfach ein Superspiel", lobte Trainerin Zsuzsa Nyari, "die Mannschaft hat bis zum Umfallen gekämpft. Ich glaube, das war unsere bislang beste Saisonleistung". Vor allem das taktische Konzept gegen die Berlinerinnen ging hervorragend auf. So wurde die routinierte Berlinerin Sabine Erbs von VfL-Spielerin Ivonn Bosza in Manndeckung genommen. Mit großem Erfolg: Die Berlinerin verwandelte nur zwei Siebenmeter und ein Feldtor. "Ivonn hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht", gab es ein Sonderlob von ihrer Trainerin.

Das gleiche Lob gebührte auch Marion Werner: Mit ihrer Einzelbewachung traf die ehemalige Junioren-Nationalspielerin Alexandra Armenat nur einmal den Oldesloer Kasten. "Das hat den anderen Spielerinnen Sicherheit gegeben", sagte Zsuzsa Nyari, "und so konnten sie ihr eigenes Spiel aufziehen." Ein großes "Dankeschön" gab es auch für Jeanette Marquardt und ihren frischangetrauten Ehemann Dierk: Extra für das Spiel in der Bundeshauptstadt haben beide ihre Hochzeitsreise um einen Tag verkürzt, so daß "Jeanny" immerhin fünf Treffer zum Sieg der Oldesloerinnen beisteuern konnte.

Hochmotiviert waren die VfL-Frauen in die Bundeshauptstadt gefahren, ging es doch darum, die beiden vergangenen Niederlagen vergessen zu machen. Und so kamen die Oldesloerinnen auch besser aus den Startlöchern, lagen in der 15. Minute klar mit 6:2 in Führung. Doch nach Abspielfehlern kamen die Gastgeberinnen heran, glichen auf 7:7 und 9:9 (28.) aus. Kurz vor der Halbzeit wurden die Oldesloerinnen mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt, die die Berlinerinnen zur 1l:9 Pausenführung nutzten. Nach dem Seitenwechsel kamen die Stormarnerinnen heran, lagen in der 45. Minute jedoch wieder mit 14:16 zurück. Allerdings nur bis zwei Minuten vor Schluß, da hatten erneut die Oldesloerinnen das bessere Ende für sich - und gaben es bis zum Schluß nicht mehr auf.

Ahrensburger Zeitung vom 14.10.96

Vom Handballsport fasziniert
Sonja Bahe kommt stets aus Wismar angereist

Um Handball zu spielen ist ihr kein Weg zu weit. Sonja Bahe, 27 Jahre, wird künftig drei Mal pro Woche von Wismar nach Bad Oldesloe zum Training pendeln. "Ich brauche eine bis anderthalb Stunden für die Fahrt mit dem Auto", sagte sie. Die Studentin des Bauingenieurswesens wechselt vom Bundesligaklub TSG Wismar zum VfL Oldesloe in die zweite Liga, weil sie das Dasein auf der Ersatzbank gründlich satt hat. Unter TSG-Trainer Udo Höller kam sie in der vergangenen Spielzeit nicht über die Rolle als Ersatz-Kreisläuferin hinaus. Auf Sicht, da macht sie sich keine Illusionen, hätte sich daran in Wismar nicht viel geändert. "Was nützt es, wenn ich behaupten kann, ich gehöre zum Bundesligakader, spiele aber in Wirklichkeit nie", empfindet Sonja Bahe ihren Vereinswechsel nicht als sportlichen Abstieg. Dank ihrer offenen, unkomplizierten Art hatte sie keine Probleme, beim VfL Oldesloe Anschluß an ihre neue Mannschaft zu finden. Nach dem Saisonende hat sie drei Wochen in der Kreisstadt mittrainiert. "Gefällt mir und macht Spaß", befand sie. Völlig unbekannt war ihr die neue Umgebung ohnehin nicht. Mit Jeanette Rochelmeyer hatte Sonja Bahe schon in der Regionalliga beim VfL Bad Schwartau zusammengespielt, wo - welch Zufall - damals auch der heutige Oldesloer Manager Wilfried Koslowski die organisatorischen Fäden zog.

Nach dem Auseinanderfallen des Schwartauer Teams war Sonja Bahe ein halbes Jahr für Holstein Kiel in der zweiten Bundesliga aktiv, ehe sie nicht zuletzt der Entfernung wegen - zur TSG Wismar wechselte. "Die Strecke von Wismar nach Kiel war auf Dauer zu anstrengend", sagte sie. Handball fasziniert die 27jährige seit ihrem elften Lebensjahr. Die Rolle als Spielerin reichte der gelernten technischen Zeichnerin auf die Dauer nicht. Abends lernte sie noch für den Trainerschein, erwarb C- und B-Lizenz und trainierte nebenher Jugendmannschaften beim TSV Ratekau und ATSV Stockelsdorf.

Die gebürtige Lübeckerin, die vor eineinhalb Jahren wegen des Studiums nach Wismar übergesiedelt ist, schätzt neben Handball Squash. "Und", sagte sie ein wenig verlegen lächelnd, "ich gehe sehr gerne essen." Ob italienisch, deutsch oder chinesisch ist ihr egal. Unbekümmert betrachtet sie auch ihre künftige Rolle beim VfL Oldesloe. Da mit Eike Lange und dem talentierten Neuzugang Kathrin Flehinghaus schon zwei Spielerinnen ernste Ambitionen auf die Rolle der Kreisläuferin haben, dürfte die Rechtshänderin auf Sicht wohl eher mit Einsätzen auf der Außenposition rechnen.

Ahrensburger Zeitung vom 14.10.96

Stormarnerinnen feierten mit 23:18 gegen HC Empor Rostock ihren dritten Sieg in Folge
Ersatzgeschwächter VfL wuchs kämpferisch über sich hinaus

Stark ersatzgeschwächt gingen die Handballerinnen des VfL Oldesloe am Sonntag in ihr Zweitliga-Spiel gegen den HC Empor Rostock. Aber das Team von Trainerin Zsuzsa Nyari wuchs vor knapp 300 Zuschauern kämpferisch über sich hinaus und landete mit 23:18 den dritten Saisonsieg. Jeanette Marquardt steuerte zu dem Erfolg nicht weniger als 13 Treffer bei.

Je näher der Anpfiff zum Spiel in der zweiten Bundesliga im Frauenhandball zwischen dem VfL Oldesloe und dem HC Empor Rostock kam, desto mehr schmolz auch der Kader des VfL Oldesloe. Neben Ivonne Grimm und Eike Lange, die ihre langwierigen Verletzungen noch nicht voll auskuriert haben, hatte der Magen- und Darmvirus im Team weiter um sich gegriffen. Nach Ivonn Bosza und Katrin Behnke, die unter der Woche schon zu den Opfern zählten, hatte sich jetzt auch noch Marion Werner angesteckt. Damit blieben nur noch sechs gesunde Feldspielerinnen neben Torhüterin Silke Schwöbken. Auswechselungen hätte Trainerin Zsuzsa Nyari so nicht vornehmen können. Zu ihrem Glück erklärten sich Marion Werner und Katrin Behnke bereit, trotz der kräfteraubenden Erkrankung, mitzuspielen.

In dieser Notsituation hatten auch Ivonne Grimm und Eike Lange ihre Mitwirkung angeboten, aber das lehnte die VfL-Trainerin nach reiflicher Überlegung ab. "Die Gesundheit der Spielerinnen geht vor. Außerdem ist uns nicht damit gedient, wenn beide heute spielen, sich ihre Verletzungen aber wieder verschlimmern ", begründete die Ungarin den Verzicht auf die beiden. Ein mutiger und richtiger Entschluß der Trainerin, die für ihre Weitsicht auch belohnt wurde. Spielerisch, das war unter diesen Umständen zu erwarten, konnte der VfL vor knapp 300 Zuschauern nicht glänzen. Aber kämpferisch wuchs das Team beim 23:18 - Erfolg über sich hinaus. Die gesunden Spielerinnen liefen sich schier die Lunge aus dem Leib, und das gesamte Team war jeweils am Ende beider Halbzeiten am Rande der Erschöpfung. Das kam auch im "Spielfilm" zum Ausdruck. Bis zur 23. Minute führte der VfL klar 10:2, nachdem Rostock zunächst noch 2:1 (5.) vorn gelegen hatte. Aber dann kam der erste Einbruch und bis auf 10:8 konnten die Gäste bis zur Halbzeit verkürzen.

Aber just Marion Werner waren in den Schlußminute die beiden. letzten Treffer zu verdanken:, Der erste per Tempogegenstoß nach listigem "Ballklau", als sie wieder aufs Feld durfte, der zweite per KempaTrick nach Anspiel von Jeanette Marquardt. Die ragte mit 13 Toren, darunter sechs verwandelte Siebenmeter, einmal mehr als Torschützin heraus. In Prachtform präsentierte sich über weite Strecken erneut auch auch Torhüterin Silke Schwöbken.

Ahrensburger Zeitung vom 28.10.96

Babette Bischof schoß ihren alten Klub ab
HT 16 - VfL Oldesloe 29:24

Babette Bischof nahm ihre ehemalige Mitspielerin Zsuzsa Nyari tröstend in den Arm. Aber die aufmunternden Worte der Torjägerin vom Aufsteiger HT 16 vermochten die Stimmung der Oldesloer Handballtrainerin kaum zu heben. Mit 24:29 (15:13) bezog der VfL. Oldesloe beim starken Zweitliga-Neuling eine bittere Schlappe. Bitter, weil die Gäste immerhin 20 Minuten lang begeisternd ihrer leichten Favoritenrolle gerecht wurden, aber danach zunehmend Konzentration, Kombinationssicherheit und schließlich beide Punkte einbüßten.

Bitter auch, weil sich für den VfL Oldesloe damit vorerst die Hoffnungen auf ein Vordringen in die Spitzengruppe zerschlagen haben. Mit 6:6 Zählern gleitet der VfL Oldesloe ins Mittelmaß ab - aber die Stormarnhalle ist traditionell meist nur dann prächtig gefüllt, wenn die Zuschauer die Tabellenspitze in greifbarer Nähe wissen. Trotz bestechender Anfangsphase - der VfL Oldesloe führte schnell mit 4:0 und 8:4 -entglitt den Gästen nach 15 Minuten zunehmend die Partie. Technische Fehler häuften sich, zudem rückte das Kombinationsspiel immer mehr in den Hintergrund, aber allein mit Einzelaktionen stellte sich in der Wandsbeker Sporthalle kein Erfolg der Gäste ein.

"Wir haben einfach zu kopflos gespielt und sind wohl doppelt soviel gelaufen wie HT 16", kritisierte VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari die kämpferisch starke, aber spieltechnisch zunehmend nachlassende Vorstellung ihres Teams. Taktisch war ihre Rechnung, mit Roswitha Bein den "Kopf" der Hamburger Mannschaft von Marion Werner konsequent hautnah beschatten zu lassen, aufgegangen. Marion Werner, die fast fünf Jahre mit Roswitha Bein im VfL-Dreß zusammengespielt hat, ließ die rothaarige Spielmacherin kaum zur Entfaltung kommen und verurteilte sie oft zum Zuschauen. Doch während Werner, die auf Linksaußen sechs sehenswerte Treffer erzielte, das Duell der beiden einstigen Juniorinnen-Nationalspielerinnen klar und fair für sich entschied, ging die Partie am Ende deutlich an die HT 16.. Werner genervt: "Was hilft es, wenn in der Zeitung steht, daß ich gut gespielt habe - wir aber am Ende ohne Punkte nach Hause fahren?"

Das lag nicht zuletzt an Abwehrschwächen und der fehlenden Torgefährlichkeit des Oldesloer Rückraums. Weder Ivonne Grimm (ein Tor), Birgit Walter (drei Tore) noch Jeanette Marquardt (6) vermochten aus dem Rückraum derartige Treffsicherheit zu entfalten wie es auf Seiten der Hamburgerinnen Babette Bischof tat - sie erzielte gegen ihren Ex-Klub gleich neun Treffer. Den Part der Torjägerin beim VfL Oldesloe übernahm diesmal überraschend Rechtsaußen Ivonn Bosza (sieben Treffer), die nach überstandener Krankheit zumindest im Angriff ein furioses Comeback feierte. Aber auch das half nicht, die vielen Abwehr- und Anspielfehler zu kaschieren.

Zwar lassen sich in der zweiten Bundesliga mit 24 Treffern durchaus Spiele gewinnen, aber dazu hätte es einer homogeneren und konzentrierteren Defensivarbeit bedurft. Selbst VfL-Torfrau Silke Schwöbken, zuletzt stets eine der Zuverlässigsten, ließ sich von der Unsicherheit ihrer Vorderleute gelegentlich anstecken und machte bei einigen Gegentreffern von den Außenpositionen keine gute Figur. Ihre Konzentrationsschwächen sind aber am ehesten zu entschuldigen, weil sie auf sich allein gestellt ist. Daß aber selbst die dreifache Besetzung einer Position kein Garant für den Erfolg ist, zeigte sich am Kreis: Weil mit Eike Lange und Kathrin Flehinghaus zwei gelernte Kreisläuferinnen fehlten und sich Sonja Bahe, die Dritte des Trios, schon nach zwei Minuten verletzte, war Trainerin Nyari dieser Position zum Improvisieren gezwungen.

Ahrensburger Zeitung vom 4.11.96

Zweite Handball-Bundesliga der Frauen:
VfL Oldesloe unterlag Braunschweig 26:30

Kampfspiel mit harten Bandagen Die Handballerinnen des VfL Oldesloe kassierten ihre zweite Heimniederlage. Nach einer harten Partie unterlagen sie PSV Braunschweig 26:30.

Der PSV Braunschweig bleibt in der zweiten Bundesliga der Handballerinnen weiter ein "Angstgegner" des VfL Oldesloe. Schon in der Saison 1995/96 hatten die Stormarnerinnen beide Spiele gegen den amtierenden Vizemeister verloren. Am Sonnabend gab es in der Stormarnhalle mit 26:30 (12:15) erneut eine Niederlage. Aber das war unter den knapp 300 Zuschauern nach Spielschluß kaum Gesprächsthema. Diskutiert wurde vielmehr die Härte, mit der sich die beiden Mannschaften 60 Minuten bekämpft hatten. Im Mittelpunkt der Kritik standen bei den Fans die Schiedsrichterinnen Christine und Uta Glückhardt aus Lingen. Bei vielen drängte sich der Eindruck auf, sie hätten den körperlichen Einsatz beider Teams mit zweierlei Maß gemessen.

In der Tat schienen sie beim aggressiven Einsatz der Braunschweigerinnen nachsichtiger zu sein, als bei der Gangart der Oldesloerinnen. Ein Verhältnis von 11:2 Siebenmetern zugunsten des Gastes widersprach nicht nur dem Gesamteindruck, den VfL-Manager Willi Koslowski von der Begegnung hatte. Aber die Medaille hat auch eine zweite Seite: Der VfL stellte sich am eigenen Kreis auch wesentlich ungeschickter als der Gast an. Viele Fouls bei ihm waren Folgen einer wackeligen Abwehr. Die Unparteiischen müssen sich die Hektik der letzten zehn Minuten ankreiden lassen. Die hätten sie unterbinden können und müssen, indem sie härter und konsequenter gegen Spielerinnen beider Teams durchgegriffen hätten.

Zum Glück blieben letztlich offenbar alle Übergriffe ohne bleibende Folgen. Auch Martina Kattner und Nicole Hübner, die lange auf dem Feld behandelt wurden. kamen wohl glimpflich davon. Im Spiel schaffte der VfL nur eine einzige Führung (16:15/34. Minute), lief ansonsten den robusten Braunschweigerinnen um die überragende vielfache russische Nationalspielerin Tamila Olexiouk (13/6 Tore) hinterher.

Stormarner Tageblatt vom 11.11.96

VfL Oldesloe in Marne wie verwandelt: 29:21 Sieg

Zsuzsa Nyari, Trainerin der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldesloe, hatte es gleich nach der miserablen Leistung im Pokalspiel gegen den TSV Nord Harrislee versprochen: "So schlecht wird mein Team nie wieder spielen. Schon in Marne wird es eine ganz andere Einstellung an den Tag legen."

Die Zuversicht, die sie an den Tag legte, stieß bei manchem Zuhörer auf Skepsis. Nach drei Niederlagen in Folge rehabilitierte sich der VfL beim bisherigen Tabellenzweiten, der HSG Marne/ Brunsbüttel, eindrucksvoll. Nach überzeugender kämpferischer Leistung gewannen die Stormarnerinnen mit 29:21 (13:7). Zwei Spielerinnen aus dem engen Kader des VfL Oldesloe hatten bei der "Gardinenpredigt" und der intensiven Fehleranalyse, die Zsuzsa Nyari dem Debakel im Pokalspiel hatte folgen lassen, besonders genau zugehört: Spielmacherin Ivonne Grimm und Kreisläuferin Eike Lange. Beide hatten nach längeren Verletzungspausen nur schwer in die Mannschaft zurückgefunden und waren vor Wochenfrist praktisch Totalausfälle. In Marne präsentierten sie sich zum Erstaunen der rund 30 VfL-Fans und der 300 Zuschauer wie umgewandelt. Strotzend vor Selbstvertrauen führte "Grimmi" Regie, und am Kreis demonstrierte Eike Lange ein Durchsetzungsvermögen wie noch nie in ihrer Oldesloer Zeit. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Auf das Konto der beiden gingen insgesamt nicht weniger als 15 Treffer. Ivonne Grimm (8/3) und Eike Lange (7) legten damit den Grundstock zum Erfolg und füllten die Lücke makellos aus, die Torjägerin Jeanette Marquardt mit ihrer Rotsperre hinterlassen hatte.

Aber die beiden gewannen das Spiel natürlich nicht allein. In überragender Form präsentierte sich erneut Marion Werner. Sie schaltete Marnes Rumänin Vasilie Ivan nahezu aus und erzielte fünf Treffer (ein Siebenmeter). Im Tor machte sich Silke Schwöbken mit Serien von Glanzparaden nachträglich das schönste Geschenk zum 28. Geburtstag am Vortag. Die weiteren Tore gingen auf das Konto von Birgit Walter (5), Ivonn Bosza (2), Nicole Hübner und Katrin Behnke. Das Spiel war nur eine Viertelstunde lang ausgeglichen. Dann zog der VfL bis zur 22. Minute auf 10:5 davon. Geringer wurde der Abstand zwischen beiden Teams nie mehr.

Spätestens beim 27:17 für die Oldesloerinnen in der 53. Minute war das Spiel endgültig entschieden.

Stormarner Tageblatt vom 25.11.96

VfL Oldesloe besiegt SG Misburg

Gratuliert haben die Handballfrauen des VfL Oldesloe ihrer Trainerin Zsuzsa Nyari gestern selbstverständlich noch nicht - denn Glückwünsche am Vorabend des Geburtstages bringen ja angeblich Unglück. Aber ihr Präsent erhielt die ehemalige ungarische Nationalspielerin, die heute ihren 35. Geburtstag feiert, trotzdem vorab:

Mit 25:21 (12:12) siegte der Stormarner Zweitliga-Vertreter bei der heimstarken SG Misburg. "Das Funkeln in den Augen unserer Spielerinnen signalisierte ihren unbedingten Siegeswillen", zeigte sich VfL Manager Wilfried Koslowski vom Höchstmaß an Konzentration und Kampfgeist begeistert. Beide Tugenden waren allerdings vonnöten, damit die Oldesloerinnen in Hannover erstmals einen Sieg landen konnten. Zwar führten die Gäste vom VfL Oldesloe schnell mit 4:0 (6. Minute), aber die gewohnt heimstarken Gastgeberinnen ließen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen.

Wechselnde Erfahrungen im zweiten Durchgang sorgten für Dramatik. Erst als Rückraumschützin Birgit Walter, mit neun Treffern herausragende Torschützin, zum 23:21 traf (57.), durften sich die Gäste endgültig auf der Siegerstraße wähnen. Maßgeblichen Anteil am Oldesloer Erfolg hatte Torfrau Silke Schwöbken, die nicht nur einen Siebenmeter, sondern auch zahlreiche Tempogegenstöße vereitelte. "Unglaublich, was Silke heute wieder gehalten hat", lobte Manager Koslowski.

Ahrensburger Zeitung vom 16.12.96

Oldesloes Handballfrauen:
Mittelmaß statt Spitzenplatz

Dana Kretschmann, fast 1,80 Meter große Rückraumspielerin des MTV Wandsbek 72, brachte es auf den Punkt: "Die haben wir richtig abgezockt", feixte sie nach dem 28:21 (12:13) des Hamburger Zweitliga-Klubs beim VfL Oldesloe.

Bei den Gastgeberinnen aus Stormarn mochte auf der Weihnachtsfeier verständlicherweise keine ausgelassene Stimmung aufkommen. "Hier die aktuellen Ergebnisse, damit ihr euch noch einmal richtig ärgern könnt", giftete VfL-Manager Wilfried Koslowski und warf einen Zettel mit den restlichen Resultaten der Konkurrenz auf den festlich geschmückten Tisch im Oldesloer Schwimmhallen-Restaurant. Der VfL Oldesloe hat den Sprung auf den dritten Tabellenplatz verpaßt - Mittelmaß statt Spitzenposition.

Vor rund 400 Zuschauern in der Stormarnhalle deckte der MTV Wandsbek 72 die Schwächen der Gastgeberinnen schonungslos auf und befreite sich selbst von den ärgsten Abstiegssorgen. 60 Minuten Manndeckung gegen Jeanette Marquardt - so lautete ein Rezept des Wandsbeker Erfolges. Die gefährlichste Schützin des harmlosen VfL-Rückraums konnte kaum einen Schritt ohne ihre Bewacherin Anja Matthies tun. Marquardt traf dennoch fünf Mal, aber das reichte nicht. Denn außer ihr konnte sich aus dem Rückraum nur noch Birgit Walter mit zwei Treffern in die Torschützenliste eintragen. Sieben Oldesloer Rückraum-Toren standen 18 Wandsbeker Treffer aus vergleichbaren Positionen gegenüber. VfL-Trainerin Zsuzsa Nyari machte die Gäste-Keeperin Dagmar Rindelaub als wirkungsvollste Wandsbeker Waffe aus: "Bei uns ging die Angst vor Rindelaub um."

Lübecker Nachrichten vom 24.12.96

Joomla templates by a4joomla

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.