Danach

Entsetzen beim VfL:
Sternberg will nach Buxtehude wechseln


Eigentlich war alles im "grünen Bereich": Nach erfolgreicher Rückrunde, in der nach verkorkstem saisonstart noch der dritte Platz in der zweiten Liga erobert worden war, hatten die VfL-Damen die Planungen für die nächste Saison abgeschlossen.. Ziel: Mit Trainer Otto Sternberg, der erst im März seinen Vertrag bis zum 30.6.1996 verlängert hatte, sollte ein neuer Anlauf in Richtung erste Liga genommen werden.

Gestern nun platzte eine Bombe: Der Coach teilte der Mannschaft mit, daß er einen sofortigen Wechsel zum Erstligisten SV Buxtehude plane. Vor einer Woche hatte man ihm einen Vertrag angeboten und nach nur kurzen Verhandlungen ist er sich mit dem Bundesligisten einig geworden.

Allerdings ist sein Wechsel noch nicht perfekt. In Oldesloe fühlt man sich durch die Entwicklung vor den Kopf gestoßen. "Das ist schlechter Stil von den Buxtehudern. Langsam reißen Sitten ein wie in der Fußball-Bundesliga. Es gehört sich nicht, Akteure anzubaggern, von denen man weiß, daß sie gerade anderswo Verträge unterschrieben haben", zürnt VfL Manager Claus Schilk.

Deshalb denkt er nicht daran, den Kontrakt mit Sternberg, "der in Oldesloe gute Arbeit geleistet hat", zu lösen und pocht auf Erfüllung. "Alles andere wäre für uns ein Imageverlust. Obendrein hätten wir nach diesem Schnellschuß Probleme, einen geeigneten Nachfolger zu finden." der VfL-Macher sieht die Angelegenheit nicht als abgehakt an, "auch wenn das von interessierter Seite so dargestellt wird."

Stormarner Tageblatt vom 13.6.1995

Sensationelle Wende
Otto Sternberg verläßt VfL

Die Meldung am Montagabend schlug in der Kreisstadt ein wie eine Bombe: Otto Sternberg verläßt mit sofortiger Wirkung den VfL. Er hat ein attraktives Angebot des Buxtehuder SV in der 1. Bundesliga der Frauen angenommen.

Erst kürzlich hatten die Buxtehuderinnen gegen ihren Trainer Siensglüß rebelliert. Sie warfen ihm Fachunkenntnis vor und feuerten ihn. Etliche Spielerinnen hatten zuvor ihren Forderungen mit Austrittsdrohungen Nachdruck verliehen.

Beim VfL herrscht zur Zeit blankes Entsetzen über die Entwicklung. Manager Claus Schilk muß sich auf die Suche nach einem neuen Trainer machen. Viele seiner Schützlinge im neuen VfL-Team hatten erst vor wenigen Wochen ihre Unterschriften unter die Bundesligaverträge gegeben, nachdem feststand, daß trainer Sternberg n der kommenden Saison Trainer sein würde. Nun ist guter Rat teuer.

Oldesloer Markt vom 14.6.1995

Reiz der ersten Bundesliga war ausschlaggebend
Warum Trainer Otto Sternberg vom VfL Oldesloe zum Buxtehuder SV wechselt

Die erste Aufregung bei den Handball-Frauen des VfL Oldesloe nach dem überraschenden Vereinswechsel von Trainer Otto Sternberg zum Bundesligaklub Buxtehuder SV scheint sich gelegt zu haben. Zunächst hatten die Spielerinnen aber mit Enttäuschung und Wut auf den Wechsel reagiert. Das größte Problem ist, einen geeigneten Nachfolger für den vakanten Trainerstuhl des Zweitligateams zu finden. Manager Claus Schilk ist intensiv auf der Suche nach einem Coach, der auch in das Konzept des Stormarner Bundesligaklubs paßt. Die Ahrensburger Zeitung sprach mit Otto Sternberg über die Beweggründe, nach nur einem Jahr den VfL Oldesloe wieder zu verlassen.

AZ:Sie hatten beim VfL einen Vertrag für ein weiteres Jahr, wieso dieser plötzliche Sinneswandel?

OS:Der Reiz der 1. Bundesliga und natürlich auch die räumliche Nähe vom Heimatort Hollenstedt nach Buxtehude mit einer Entfernung von knapp 15 Kilometern haben den Ausschlag gegeben. Nichts anderes.

AZ:Sie haben zweimal beim Buxtehuder SV abgelehnt, beim dritten Mal sind sie schwach geworden. Waren die höheren Bezüge - man spricht von einer doppelten Summe - der alleinige Grund für Ihre Entscheidung?

OS:Als Beamter habe ich ein gesichertes Einkommen. Handball war und ist für mich Hobby. Von daher bin ich nicht auf finanzielle Einnahmen aus dem Handballsport angewiesen. Ginge es mir wirklich ums Geld, wäre ich als trainer in den Männerbereich gewechselt.

AZ:Der VfL Oldesloe hat nach ihren Vorstellungen eine junge Mannschaft zusammengestellt, die Perspektive hat und mit der Sie in die Bundesliga aufsteigen wollten. Sportlich eine Herausforderung - jetzt fällt dieses Konzept zusammen, wie sehen Sie die Entwicklung in Bad Oldesloe?

OS:Ich glaube weiter daran, daß diese Oldesloer Mannschaft auch ohne mich Chancen hat, unter einem anderen Trainer sportlich voran zu kommen.

AZ:Die Spielerinnen haben ihren Wechsel mit Enttäuschung und Verärgerung aufgenommen, können Sie noch ruhig schlafen?

OS:Einige Bauchschmerzen Richtung Bad Oldesloe hatte und habe ich schon. Die Enttäuschung der Spielerinnen kann ich verstehen. Aber ich hoffe, daß sie mit einigem Abstand auch meine Entscheidung verstehen und respektieren werden.

AZ:Welche Möglichkeiten hat der VfL Oldesloe jetzt überhaupt bei einem leergefegten Markt, einen kompetenten Nachfolger für Sie zu finden?

OS:Die Lage ist für den Verein ganz sicher schwierig. Ich habe Claus Schilk meine Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Trainer angeboten.

AZ:Der Buxtehuder SV hat zwar eine fertige Mannschaft, könnte aber noch einige Verstärkungen gebrauchen. Ist es denkbar, daß diese aus Bad Oldesloe kommen könnten?

OS:Es ist für mich eine Ehrensache, keine Spielerverpflichtungen von Oldesloe nach Buxtehude in Betracht zu ziehen. Bis auf die Position einer zweiten Torhüterin ist die Planung ohnehin abgeschlossen.

AZ:Ist der Erfolgsdruck in Buxtehude nicht ungleich höher, Sie müssen immerhin einen vierten Platz erreichen, um wieder ins internationale Geschäft zu kommen. Was ist, wenn Sie scheitern?

OS:Das Saisonziel für die nächste Bundesligasaison liegt in Übereinstimmung mit den verantwortlichen bei Platz vier bis sechs. Außerdem: mich reizt es immer noch, schwierige Situationen zu meistern.

AZ:Könnten Sie sich vorstellen, zum VfL Oldesloe zurückzukehren, Claus Schilk hat Ihnen eine Hintertür offen gelassen?

OS:Dazu will ich erst einmal sagen, daß ich beim VfL Oldesloe ein sehr gutes Jahr hatte. Mannschaft und Fans hatten mich damals sehr herzlich aufgenommen. Deshalb verstehe ich auch den derzeitigen Unmut. Wäre es anders, hätte ich hier schlechte Arbeit geleistet. In der kommenden Saison wird es keine Rückkehr zum VfL Oldesloe geben!

Ahrensburger Zeitung vom 19.6.1995 - das Gespräch führte Sönke Schulenburg

Joomla templates by a4joomla

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.