Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga

Beiden VfL-Damen steigen Anspannung und Optimismus

"Der Truppe, die in der Saison selten oder nie echt gefordert wurde, wird in der Aufstiegsrunde Hören und Sehen vergehen.“ Behalten die Skeptiker Recht? Morgen am Samstag hebt sich um 19.30 Uhr der Vorhang in der Stormarnhalle für die Aufstiegsrunde. Erster Gegner ist dann der 1. FC Nürnberg, der Zweiter in der Gruppe Süd der 2. Liga war. Die Stormarnhalle wird gewiss aus allen Nähten platzen.

Aber nicht nur sportlich will der VfL jetzt seine Chance nutzen. Um das – eventuelle – Abenteuer Bundesliga auch finanziell bewältigen zu können, wir die Mannschaft in Zukunft noch mehr Unterstützung als in der Vergangenheit benötigen. Neben der Zusammenarbeit mit den bisherigen Hauptsponsoren – die Firmen Glaxo, August Ernst und Seidel und Lingner – ist ein „VfL-Pool 100“ in Vorbereitung. Wer dem VfL helfen will, die großen Zukunftsaufgaben anzupacken, sollte sich das Infomaterial am Samstag genau durchlesen.

„Wir haben einigen Respekt vor dem VfL“, meint Trainer Sauer vom 1.FC Nürnberg. Das Tempospiel des VfL soll durch aggressive Abwehrarbeit unterbunden werden. „Ich hoffe auf eine Partie, die möglichst lange offen bleibt.“

Stormarner Tageblatt vom 24.4.92

Gründung einer Marketing-Gesellschaft geplant, so Claus Schilk im Gespräch mit der Ahrensburger Zeitung
25.5.92

 

28:18 – Für die Oldesloerinnen begann die Aufstiegsrunde nach Maß –1.FC Nürnberg vom „VfL-Expreß“ überrollt

Als das Schiedsrichtergespann Baumert/Lückert am Samstag das erste Spiel in der Aufstiegsrunde abpfiff – die pünktliche Ausführung dieses Aktes gehörte zu den ganz wenigen Aktionen der Herren in Schwarz, die die ungeteilte Zustimmung aller Beteiligten fand – fand ein wahres Handballfest in der mit 550 Zuschauern restlos ausverkauften Stormarnhalle noch lange nicht sein Ende.

Minutenlang verharrten die Zuschauer noch auf ihren Plätzen und dankten der Truppe um Mannschaftsführerin Andrea Hasenberg mit „standing ovations“ für eine berauschende Leistung. Der VfL-Expreß war wie ein Sturmwind auch über die Nürnbergerinnen hinweggefegt. Mit 28:18 hatte der VfL die Partie für sich entschieden.

Nürnbergs Trainer nach Spielschluss sichtlich konsterniert: “Der Sieg war verdient. Ich kann der Stadt Bad Oldesloe zu dieser tollen Mannschaft und zu diesem großartigen Publikum, das bei aller Begeisterung für ihr Team auch uns fair behandelt hat, nur gratulieren. Abgerechnet wird zwar erst am Schluss, aber ich kann mir vorstellen, dass dieses homogene Team ihren Weg machen wird!“

Stormarner Tageblatt vom 27.4.92

Morgen spielt der TUS Walle gegen den VfL Oldesloe

Mit dem TUS Walle kommt morgen um 19.30 Uhr die zur Zeit beste deutsche Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel nach Bad Oldesloe. Beste Voraussetzung zum Einspielen auf den GW Frankfurt. Bremen bereitet sich auf die Play-off-Runde vor.

Ahrensburger Zeitung vom 27.4.92

20:25 – Auch ohne Nyari, Peterat und Bein gegen den Deutschen Meister gut aus der Affäre gezogen

Alle drei unterziehen sich einer intensiven physiotherapeutischen Behandlung, sind aber zuversichtlich, am Sonntag in Frankfurt wieder dabei zu sein. „Wir sind dort ganz sicher nur Außenseiter, denn die Hessen müssen nach dem Auswärtssieg in Rostock im Duell der Bundesligisten in unserer Gruppe als die großen Favoriten angesehen werden“, dämpft Claus Schilk die überzogenen Erwartungen bei den Fans.

„Aber Motivation und Einstellung bei meinen Spielerinnen sind zur Zeit so vorzüglich, dass wir dort nicht hinfahren, um uns das Fell über die Ohren ziehen zu lassen.“ In den Reihen Frankfurts steht mit Michaela Geiger auch eine Spielerin, die mit Rossi Bein gemeinsam in der Juniorinnen-Nationalmannschaft steht.

Stormarner Tageblatt vom 30.4.92

Handball-(Höhen)flug nach Frankfurt? Nur Zsuzsa Nyari hat Angst, reist per Taxi an

Die Handballdamen des VfL heben ab. Heute mittag fliegt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine Mannschaft per Flugzeug zu einem Auswärtsspiel – allerdings nicht ganz freiwillig. (Streik im öffentlichen Dienst.). Die Spielerinnen waren von der Idee begeistert, nur Zsuzsa Nyari zog ein langes Gesicht – sie leidet an heftiger Flugangst.

Doch verzichten muss der VfL Oldesloe nicht auf seine Ausnahmespielerin. Mit dem Taxi fährt Peter Röder vom City Ruf Bad Oldesloe die Ungarin hinterher – ohne seinen Taxameter einzuschalten. In Frankfurt treffen mit dem Gastgeber Grün-Weiß und dem VfL die beiden erfolgreichen Mannschaften des letzten Wochenendes aufeinander, hier könnte schon eine Vorentscheidung fallen.

Ahrensburger Zeitung vom 2.5.92

VfL hatte den Sieg vor Augen, aber in den letzten elf Minuten waren Konzentration und Kondition verbraucht

Um 17.04 war die Welt für die Damenmannschaft des VfL Oldesloe noch in Ordnung. Ja, der Himmel hing, wie es ein uralter Schlager besagt, für sie voller Geigen.

Zu diesem Zeitpunkt führte das Team bei GW Frankfurt mit 19:16. Zsuzsa hatte gerade ihren fünften Treffer erzielt und es waren noch 11 Minuten bis zum Schlusspfiff. Zur Halbzeit hatte der VfL sogar mit 13:8 in Führung gelegen und wie der sichere Sieger ausgesehen. Aber die Mannschaft hatte, um zu solchen Resultaten zu kommen, bis an die äußerste Leistungsgrenze gehen müssen.

Und die ließ sich in der Schlussphase nicht mehr hinausschieben. Die Stormarnerinnen waren schlicht und ergreifend ausgelaugt und am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. Physisch und psychisch, das wusste der routinierte Gegner auszunutzen. Ihm gelang fortan alles, dem VfL überhaupt nichts mehr.

Gründe für diesen Rückschlag gab es sicher mehrere. Schwer ins Gewicht fiel die Rückraumschwäche des VfL. Melanie Bernecker und Britta Peterat trafen nicht ein einziges Mal. Ulrike Rüther und Steffi Bernecker je nur einmal. Blieb Roswitha Bein, ihre Tore fielen alle vor der Pause. Blieben nur Tore vom Kreis und von Außen, das war letztlich zu wenig, um zu gewinnen.

Der VfL hatte viele Verletzte aufgeboten, Ralph Gericke hatte noch bis kurz vor Spielbeginn hart gearbeitet, aber nur bei Zsuzsa konnte der Erfolg zu sehen sein. Leider hatten nur wenige Fans den weiten Weg nach Frankfurt unternommen, gut 20 treue Seelen konnten das Team in den letzten Minuten nicht mehr über den Berg bringen.

Stormarner Tageblatt vom 3.5.92

Fans können mitreisen

Einen Grund für die bittere Niederlage am Sonntag in Frankfurt hatte man im VfL-Lager schnell ausgemacht. Die Stimmung während des Spiel entsprach nicht dem, was man sich von einer Aufstiegsrunde zur Bundesliga erwartet. Weit weniger als 200 Zuschauer - darunter wegen der großen Entfernung nur etwa 20 VfL-Fans - verloren sich in der Frankfurter Fabriksporthalle.

"Mit unseren Fans im Rücken hätten wir die Bundesligatruppe, sicher geschlagen," war sich Trainer Claus Schilk noch gestern ganz sicher. Damit seine Truppe am Sonnabend dieser Woche nicht noch einmal Unterstützung von den Rängen vermißt, wird es für Fans wieder eine Mitfahrgelegenheit geben. Noch ist schließlich für den VfL nichts verloren!

Interessenten sollten sich umgehend mit Abteilungsleiter Jürgen Dorn unter der Oldesloer Telefonnummer 5108 (ab 15 Uhr) in Verbindung setzen. Der Fahrpreis (ohne Eintrittskarte) wird 20 Mark betragen. Abfahrt ist am Sonnabend um 10.30 Uhr an der Stormarnhalle. Bei entsprechender Nachfrage wird neben dem Mannschaftsbus auch ein zweiter Reisebus eingesetzt.

Aufstiegsrunde zur Handballbundesliga:
Oldesloe benötigt nun Schützenhilfe

Nach fast zwei Jahren hat es die Handballerinnen des VfL Oldesloe in einem Punktspiel "erwischt": Im zweiten Spiel um den Aufstieg in die 1. Bundesliga verloren die Stormarnerinnen beim PSV Grünweiß in Frankfurt am Main mit 19:22 (13:8). Durch diesen Sieg übernahm Frankfurt mit 4:0 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe A und ist durch den VfL Oldesloe nicht mehr aufzuhalten. Frankfurt liegt der VfL nun auf Rang zwei (2:2 Punkte) und muß nun auf ? Hilfe der Konkurrenz hoffen. Doch noch ist in dieser Gruppe alles möglich.

Ärgern werden sich die Travestädterinnen, daß sie die Partie in der Mainmetropole vor 150 Zuschauern eigentlich schon im "Sack" hatten. Aus einem 8:8 (23.) machte Oldesloe noch vor der Pause durch Tore von Zsuzsa Nyari, Babette Bischof (2), Andrea Hasenberg und Roswitha Bein eine scheinbar beruhigende 13:8 Führung. Nach dem Seitenwechsel war der VfL dann aber in der Abwehr zu "ruhig". Diese Schwäche nutzte Frankfurt nun aus und holte Tor um Tor auf. Dennoch führte der VfL durch einen Treffer von Zsuzsa Nyari in der 49. Min. noch mit 19:16. Danach scheiterten die Oldesloerinnen immer wieder an GW-Schlußfrau Michaela Geiger. Auch Spielmacherin Roswitha Bein konnte die Niederlage nicht mehr abwenden.

Stormarner Tageblatt vom 5.5.92

Bei SC Empor Rostock kämpfen Nyari und Co. um die letzte Aufstiegschance

Realisten hatten es vorher, wenn nicht gewusst, dann aber zumindest geahnt, und der Austragungsmodus der Aufstiegsrunde zur 1. Liga ließ für andere Interpretationen ohnehin kaum Ausweichmöglichkeiten: Die Chancen des VfL sind mit der Niederlage am letzten Sonntag rapide gesunken.

Aus eigener Kraft ist der Aufstieg nicht mehr zu schaffen, aber deswegen sollte man nicht die Flinte ins Korn werfen. Deshalb hat Trainer Schilk das Team noch einmal heiß gemacht. An Ehrgeiz, Einstellung und Leistungsbereitschaft hat es die Mannschaft nie fehlen lassen. Auch und schon gar nicht in Frankfurt.

Die verletzten Spielerinnen sind wieder an Bord und der VfL hofft wieder auf Unterstützung seiner vielen treuen Fans, die er in Frankfurt wegen der großen Entfernung und des unglücklichen Termins so schmerzlich vermisste.

Stormarner Tageblatt vom 8.5.92

Sie hoffen und bangen - Handball-Frauen des VfL Oldesloe wahrten ihre Aufstiegschance

Unverhoffter Andrang und Gesang erschütterte „Peters Imbiss“ im verschlafenen mecklenburgischen Dorf Bobitz. Die Handball-Frauen des VfL Oldesloe und ihre Fans intonierten in der Abenddämmerung Stimmungslieder und alte Schlagermelodien, dazu tanzten sie ausgelassen auf dem Parkplatz.

Nach dem 26:21 Sieg beim Erstligaclub Empor Rostock hatte der VfL auch allen Grund zur Freude, die Chance auf den Bundesligaaufstieg ist wieder gestiegen. Was wunder, das die Sekt- und Biervorräte im Imbiss schnell zur Neige gingen.

Ausgelassen gefeiert wurde auf der Fahrt von Rostock. Schon direkt nach dem Schlusspfiff hatten die VfL-Spielerinnen Zsuzsa Nyari mit vereinten Kräften in die Luft geworfen und hochleben lassen. Sie war mit 13 Treffern die herausragende Akteurin der hektischen und dramatischen Partie – ihr gelang einfach alles.

VfL heute im NDR-Fernsehen

Motiviert fühlte sich der VfL Oldesloe anscheinend auch von den laufenden Fernsehkameras. Zum erstenmal zeichnete der NDR ein Spiel der Oldesloerinnen auf. Ausschnitte gibt es heute abend um 18.45 Uhr im dritten Programm.

Ahrensburger Zeitung vom 11.5.92

Zsuzsa Nyari tanzte mit dem Bundesligisten Csardas – sie steuerte 13 Tore zum wichtigen Auswärtssieg bei.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie Ihr Können immer ganz und gar in den Dienst der Mannschaft stellt.. Egoistisch im positiven Sinn spielt sie immer nur dann, wenn sie meint, mit Einzelleistungen ihrer Mannschaft am besten helfen zu können.

Am Samstag war so ein Tag und solch ein Spiel. All ihre Leistungen, die sie im VfL-Dress bislang in den letzten zwei Jahren gezeigt hat, setzte sie in Rostock die Krone auf. Das Prädikat „Weltklasse“, das wir ihr dafür anheften, ist sicher keine Übertreibung.

Stormarner Tageblatt vom 11.5.92

Zuwachs für VfL-Fangemeinde

An Anhängerschaft mangelt es der Damenmannschaft des VfL sicher nicht. Aber Fans kann man nie genug haben und man muss diesbezüglich auch an die Zukunft denken. Das tut beim VfL wieder einmal Trainer Claus Schilk, der dort ja ohnehin Mädchen für alles ist.

Er ist in der Nacht zum Montag Vater von Zwillingen geworden. Und dass Lisa und Julia Handballfans werden, daran kann kein Zweifel bestehen. Mutter Ingrid, wie ihre beiden Sprösslinge den Umständen entsprechend wohlauf, war schließlich bis zum Ende der letzten Saison Spielerin in der Erfolgstruppe und hätte ihr auch in dieser Saison ohne die Erwartung auf das freudige Ereignis ja auch noch zur Verfügung gestanden.

Stormarner Tageblatt vom 13.5.92

Claus Schilk im Vorstand

Die Handballabteilung im VfL Oldesloe hat einen stellvertretenden Leiter. Auf der Jahreshauptversammlung wurde auf diesem Posten, der bisher nicht besetzt war, Claus Schilk gewählt. Schilk trainiert auch die Bundesliga-Frauen.

Oldesloer Markt vom 13.5.92

Saisonausklang und Höhepunkt zugleich:

Gegen Borussia Dortmund geht es für die VfL-Damen um alles. Die lange Saison neigt sich nicht mehr langsam, sonder rapide ihrem Ende entgegen. Aber der Höhepunkt steht der erfolgsverwöhnten Truppe noch bevor.

Morgen hat der VfL im letzten Spiel der Aufstiegsrunde Borussia Dortmund zu Gast. Die letzte Chance zum Aufstieg. Allein kann man nicht aufsteigen, auf Schützenhilfe ist der VfL angewiesen und das Ergebnis steht dann bei Spielbeginn schon fest, denn das Spiel Nürnberg gegen Frankfurt ist dann schon entschieden.

Claus Schilk bezeichnet den Gegner als schwersten Gegner der Runde. Dortmund hat alle Spiele verloren und hat einen Ruf zu verspielen. Stärkste Spielerinnen sind tschechische Nationalspielerin Zuzana Hudakova, Meike Nitsch (unter dem Namen Botefür vielfache Nationalspielerin) und Anja Kramer.

Der VfL tut gut daran, den Gegner mit dem nötigen Ernst und Respekt zu begegnen. Angst braucht er allerdings nicht zu haben. Andrea Hasenberg feiert am Spieltag ihren 31. Geburtstag. Verspricht doch dann auch die Saisonabschlußfeier in der Gaststätte „Zur Mühle“ ein überschäumend fröhliches fest zu werden. Aber ein solches hat sich die tolle Truppe, so oder so, nach einer beispiellosen Saison auch verdient.

Stormarner Tageblatt vom 15.5.92

Zebrastreifen werden blau-weiß angestrichen
Handball-Frauen des VfL Oldesloe erwarten Borussia Dortmund

Die Handball-Euphorie in Bad Oldesloe hat an nichts eingebüßt. Sollte der Aufstieg gelingen, steht die Kreisstadt Kopf. Einige Fans haben für das größte sportliche Ereignis der Vereinsgeschichte angekündigt, sämtliche Zebrastreifen in den Vereinsfarben blau-weiß zu streichen!

Eine große Sorge ist Trainer Claus Schilk inzwischen los. Rossi Bein wird nicht zu Walle Bremen wechseln. Britta Peterat liebäugelt mit Bayer Leverkusen. Als Neuzugänge sind bereits verpflichtet: Torhüterin Alexandra Hoffmann vom TH Eilbeck, Allroundspielerin Eike Lange von BW Frankfurt/Oder und Rückraumspielerin Ivonne Bosza von Walle Bremen.

Ahrensburger Zeitung vom 16.5.92

Bundesliga-Aufstiegsrunde: Trübsal in der Stormarnhalle Wer glaubt schon an Wunder? Damenteam des VfL Oldesloe hat nur noch wenig Hoffnung

Auch wenn sich der VfL im letzten Aufstiegsrundenspiel deutlich mit 28:20 gegen Borussia Dortmund durchsetzen konnte und von über 550 Fans in der ausverkauften Stormarnhalle zum Schluss anerkennenden Applaus für die erfolgreichste Handballsaison in der Vereinsgeschichte bekam, wollte die richtige Stimmung nicht aufkommen. Trübsal war eher angesagt. Und das lag am Ergebnis des härtesten Konkurrenten in der Runde. Denn schon vor dem Spiel war das Ergebnis aus Frankfurt durchgesickert.

„Wir können nur jeden Abend beten“, sagte Vfl-Spielmacherin Zsuzsa Nyari nach dem Sieg mit resignierter Miene. Die am rechten Oberschenkel bandagierte Ungarin konnte sich gegen Dortmund nicht wie gewohnt in Szene setzen. Nach einem lautstarken Disput mit Trainer Claus Schilk in der Anfangsphase saß sie lange auf der Bank.
Trainer Schilk nutzte die Gelegenheit, um fast alle Spielerinnen zum Einsatz zu bringen. Nur Stephanie Bernecker musste bis zum Schlusspfiff auf der Bank verharren. „Sie hat nur einmal in der Woche trainiert. Ihr fehlte in den letzten Monaten einfach die nötige Motivation“, begründete Schilk diese Entscheidung. Damit scheinen die Tage von Steffi beim VfL Oldesloe gezählt. Sie selbst klagt schon seit Wochen über zuwenig Spielpraxis.

Schilk ließ nach dem Spiel noch einmal die 19:22 Niederlage in Frankfurt Revue passieren, wo der VfL in der Schlussphase eingebrochen war: „Es ist schon bitter, so zu scheitern“, sagte der Trainer und strich sich nachdenklich über den Bart. Vielleicht war das Testspiel gegen den deutschen Meister Walle Bremen vor dem entscheidenden Spiel doch zu viel.

Ahrensburger Zeitung vom 18.5.92

Noch Chancen für den VfL?

Sportlich hat der VfL noch theoretische Chancen, den Sprung ins Oberhaus zu schaffen. Dazu benötigen sie die Schützenhilfe von Borussia Dortmund.

Doch bei Tabellenführer PSV Grün Weiß Frankfurt gibt es derzeit erhebliche Probleme. Den Verein drücken mehrere 100.000 DM Schulden, alleine wäre die Bundesliga wohl kaum zu finanzieren.

Deshalb strebt man eine Spielgemeinschaft mit der DJK Wiesbaden an. Der Spitzenreiter der anderen Relegations-Gruppe braucht nur noch ein Unentschieden, um in die 1. Liga aufzusteigen. Fusionieren beide Clubs, dann wäre ein Platz in der Bundesliga frei. Der VfL wäre im Fall eines Frankfurter Rückzugs erster Nachrücker.

Stormarner Tageblatt vom 21.5.92

Aus! VfL steigt nicht auf

Der Traum von der 1. Liga ist vorerst ausgeträumt. GW Frankfurt hat bei Borussia Dortmund gewonnen und wurde Erster in der Gruppe mit 8:0 Punkten. Schon zur Pause führte Frankfurt mit 13:4 und am Ende hieß es 24:13 für die Hessen.

Die haben inzwischen verlauten lassen, ihren Platz in der 1. Liga auch wahrzunehmen. Das soll noch in dieser Woche über eine wirtschaftliche Ausgliederung der Mannschaft aus dem verschuldeten Verein offiziell geschehen. Fusionspläne mit der DJK Wiesbaden hat deren Sponsor strikt abgelehnt. Damit sind Frankfurt und Wiesbaden aufgestiegen.

Stormarner Tageblatt vom 25.5.92

 

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